Sie ist ein bekanntes Gesicht in Ettenheim: Mit ihrem Mann machte die Jubilarin die gleichnamige Buchhandlung in der Rohanstraße zu dem, was sie heute ist.
In beeindruckender geistiger und körperlicher Gesundheit hat Gisela Machleid am Freitag, 13. Februar, ihren 100. Geburtstag in Ettenheim gefeiert. Vielleicht sagt über ihre Fitness und Sportbegeisterung am deutlichsten aus, dass der Besuch unserer Redaktion davon abhängig gemacht wurde, wann bei Olympia nicht gerade eine spannende Entscheidung ansteht. Für viele Bewohner Ettenheims und des Umlands verbinden sich Name und Gesicht der Jubilarin mit der Buchhandlung Machleid.
Am 13. Februar 1926 wurde Gisela Machleid als zweites von sechs Kindern in Freiburg geboren. Ihr Vater, Valentin Strickfaden, war Volksschullehrer in Lembach an der Schweizer Grenze. Da Gisela das Licht der Welt erblickte, als draußen hoher Schnee lag, holte sie – so hat man ihr erzählt – ihr Großvater mit dem Pferdeschlitten im Krankenhaus ab. Warm eingepackt habe man immer wieder nach ihr geschaut, ob sie noch schnaufe, erzählt Machleid schmunzelnd.
Nach dem Krieg ging sie allein von Tschechien nach Ettenheim zurück
Weitere Lehrer-Stationen ihres Vaters waren im Raum von Ettlingen in der Nähe seiner Eltern, ab 1935 dann in Orschweier und ab1937 schließlich in Ettenheim. Ältere Ettenheimer erinnern sich an ihn aus ihrer eigenen Volkschulzeit. Seither ist für Gisela Ettenheim die Heimatstadt.
Sie besuchte das Ettenheimer Gymnasium, bis dieses 1944 kriegsbedingt geschlossen wurde und sie selbst zum Reichsarbeitsdienst nach Tschechien musste. Nach Kriegsende machte sich die junge Frau allein auf den beschwerlichen Rückweg nach Ettenheim.
Sie legte 1947 auf dem wiedereröffneten Ettenheimer Gymnasium das Abitur ab. Da aber zu diesem Zeitpunkt viele Hochschulen ihren Lehrbetrieb noch nicht wieder aufgenommen hatten, blieb ihr ein Studium verwehrt. „Gerne wäre ich Lehrerin geworden“, berichtet die Jubilarin. Stattdessen arbeitete sie im Labor eines Zahnarztes in Ettenheim.
1955 heiratete Gisela ihren Jugendfreund Hubert Machleid, der nach dem frühen Tod seines Vaters sein Medizinstudium aufgeben musste und den elterlichen Schreibwarenladen und die Buchbinderei übernahm. Gemeinsam baute das Ehepaar die Buchhandlung in der Rohanstraße auf und erweiterte diese kontinuierlich.
Das Ehepaar bekam vier Kinder – zwei Töchter und zwei Söhne. Sohn Christian übernahm die Buchhandlung im Jahr 2003 nach dem Tod seines Vaters. Dort arbeitete die heute 100-Jährige bis ins Alter von 90 Jahren. „Im Ruhestand kann ich mir als Oma und Uroma den Tag einteilen“, so die rüstige Jubilarin, die nach wie vor rege das Weltgeschehen verfolgt.