In Freiburg gibt’s fast keine Funklöcher mehr, aber in anderen Orten unserer Region ist Telefonieren oder Online-Nutzung Glückssache. Drei Industrie- und Handelskammern haben das Netz genauer untersucht.
Die Mobilfunk-Versorgung im Regierungsbezirk Freiburg hat sich in den vergangenen Jahren zwar verbessert, doch noch immer leiden viele Orte unter zu schlechtem oder gar keinem Handyempfang. Das zeigt eine neue Untersuchung der drei Industrie- und Handelskammern Schwarzwald-Baar-Heuberg, Hochrhein-Bodensee und Südlicher Oberrhein. Vor allem im Schwarzwald und entlang der Grenze zur Schweiz und Frankreich klaffen in dieser untersuchten Region weiterhin Funklöcher.
„Wer kein Netz hat, ist abgehängt. Mobilfunk entscheidet über unsere Zukunft“, brachte es Birgit Hakenjos als Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg bei der Vorstellung der Studie auf den Punkt. Ein ausreichendes Mobilfunknetz gehöre zur Grundversorgung wie Elektrizität und müsse im Alltag verlässlich vorhanden sein.
Fast 6000 Haushalte ohne Netz
Ist sie aber nicht, zeigt die IHK-Auswertung. In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Breitband-Mobilfunkversorgung im Regierungsbezirk Freiburg auf nun 93 Prozent der Fläche zwar verbessert und die Zahl der unversorgten Haushalte sei von 17 000 auf nun rund 6000 zurückgegangen. Doch noch längst nicht überall sei jedes Handynetz auch tatsächlich zu erreichen. An vielen Stellen funktioniere nur eines der derzeit drei Netze. Habe man einen anderen Anbieter, bleibe das Handy tot.
Homeoffice geht nur mit Netz
Was beim Wandern noch unter „ärgerlich“ verbucht werden könne, habe bei Firmen ohne Breitband aber richtig heftige Auswirkungen. Brigitta Schrempp, IHK-Vizepräsidentin für den Südlichen Oberrhein und selbst IT-Unternehmerin, nannte mobil vernetzte Maschinen sowie Cloud- und IT-Lösungen als Herausforderungen für die Wirtschaft. Plus Mitarbeiter, die im Homeoffice stabil arbeiten können müssten. „Sonst finden wir irgendwann keine entsprechenden Fachkräfte mehr, die aus anderen Regionen zum Arbeiten zu uns kommen.“
Neue Sendemasten auch in Naturschutzgebieten?
Thomas Conrady von der IHK Hochrhein-Bodensee nannte als Erwartung an die Politik, dass bis in fünf Jahren 99 Prozent der Fläche mit stabilem breitbandigen Mobilfunk versorgt sein sollten. Es dürfe „kein Kirchturmdenken beim Bau vom Sendemasten geben“. In manchen Bereichen sei die Versorgung von einem Nachbarort technisch leichter zu realisieren als auf eigenem Gemeindegebiet, hieß es bei der IHK-Präsentation. Teils seien früher nicht ideale Standorte verwendet worden. Auch Naturschutzgebiete dürften nicht mehr tabu sein.
Hier gibt es die meisten Funklöcher
LTE-Verbindungen
sorgen im Regierungsbezirk Freiburg insgesamt für 93 Prozent Netzabdeckung. 64 Prozent der Fläche werden von allen drei Netzbetreibern versorgt. Der Rest nur von einzelnen oder zweien. Das dichteste LTE-Netz gibt es in Freiburg mit nahezu Vollabdeckung, das schlechteste Mobilfunknetz im Kreis Waldshut, wo noch 11 Prozent unversorgt sind.
5 G-Netze
und damit schnellere Verbindungen gibt es im Regierungsbezirk Freiburg auf 82 Prozent der Fläche. Auch hier ist Freiburg (94 Prozent Versorgung) am besten versorgt. Mies sieht es im Kreis Waldshut aus (74) sowie in den Kreisen Lörrach und Emmendingen (je 78), Schwarzwald-Baar (81) und Ortenau (83). Tuttlingen hat 87 Prozent, Konstanz und Rottweil 91 Prozent 5 G-Netz.
Funkloch-Orte
hat die IHK-Studie auch aufgelistet. Mit je mehr als 1000 unversorgten Haushalten am stärksten betroffen sind Gaienhofen und Öhningen im Kreis Konstanz sowie Hohentengen am Hochrhein. Auch Furtwangen und St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis), Ettenheim, Mahlberg, Kippenheim und Seelbach (Ortenaukreis) haben löchrige Funknetze.