18 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut. 54 Prozent sprechen von einer befriedigenden Situation, während 28 Prozent ihre Lage weiterhin als schlecht einordnen.
Das konjunkturelle Klima bleibt laut IHK Umfrage im Kammerbezirk Schwarzwald-Baar-Heuberg hinter dem Landesschnitt zurück und startet ohne spürbaren Aufschwung in das Jahr 2026. Auch die Erwartungen der Unternehmen zeigen ein zurückhaltendes Bild.
20 Prozent rechnen mit einer besseren Geschäftsentwicklung, 55 Prozent mit stabilen Verhältnissen. Gleichzeitig ist der Anteil der Unternehmen, die eine Verschlechterung erwarten, auf 25 Prozent gestiegen.
Die Ertragslage bleibt angespannt: Nur 15 Prozent bewerten sie als gut, während 38 Prozent von einer schlechten Ertragssituation berichten.
IHK‑Präsidentin Birgit Hakenjos erklärt: „Das ist ein kraftloser Start ins neue Jahr. Unsere Unternehmen beweisen enorme Widerstandskraft, aber ein echter Aufschwung ist nicht in Sicht. Hohe Kosten, eine hemmende Bürokratie und Unsicherheit bremsen die wirtschaftliche Entwicklung aus. Dadurch fehlen neue Impulse für Beschäftigung und Entwicklung in der Region. Nach einem Herbst der Reförmchen braucht Deutschland jetzt ein Jahr der echten Reformen. Nur so gewinnen unsere Betriebe die nötige Wettbewerbsfähigkeit zurück.“
Unternehmen weiterhin vorsichtig
Die Investitionen stehen leicht im Plus – aber weiterhin sind die Unternehmen vorsichtig. Die Investitionsbereitschaft zeigt zum Jahresbeginn leichte Impulse: 24 Prozent der Unternehmen planen steigende Inlandsinvestitionen (Vorjahr: 15 Prozent). Dennoch bleibt der Schwerpunkt klar defensiv.
Vorrangig investiert wird in Ersatzbedarf (70 Prozent), gefolgt von Digitalisierung, Rationalisierung und Innovationen. Neue Produktionslinien oder zusätzliche Standorte entstehen kaum und damit auch weniger neue Arbeitsplätze. Die Exporterwartungen stabilisieren sich: 66 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem gleichbleibenden Auslandsgeschäft, nur 15 Prozent erwarten Rückgänge.
„Unternehmen investieren, aber nach wie vor nicht offensiv. Bleiben größere Investitionen aus, planen auch Kommunen zurückhaltender, da die wirtschaftliche Entwicklung die Grundlage für finanzielle Spielräume vor Ort bildet“, so Hakenjos.
Die schwache Inlandsnachfrage bleibt mit 69 Prozent das größte Risiko für die Konjunktur. Auch Arbeitskosten und Energiepreise belasten die Betriebe deutlich. Geopolitische Spannungen und wirtschaftspolitische Unsicherheiten verstärken die Zurückhaltung. „Die Unternehmen stehen unter einem enormen Veränderungsdruck, während politische Reformschritte lange brauchen, beziehungsweise in bestimmten Bereichen wie Infrastruktur, Regulierung sowie bei Steuern und Sozialabgaben nach wie vor auf sich warten lassen“, kritisiert die IHK-Präsidentin. „Wir müssen einfach schneller werden.“
Die Arbeitslosigkeit ist in zwei der drei Landkreise der Region gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel ein strukturelles Problem. Viele Unternehmen kämpfen weiterhin mit unbesetzten Stellen. Die Beschäftigungspläne bleiben insgesamt entsprechend verhalten: Acht Prozent wollen ihre Belegschaft aufstocken, während 34 Prozent mit einem Rückgang rechnen.
„Der Arbeitsmarkt ist zweigeteilt: Der Fachkräftemangel bremst Wachstum, gleichzeitig steigt die Zahl der Arbeitslosen. Das zeigt, wie tiefgreifend die strukturellen Probleme inzwischen sind“, so Birgit Hakenjos. Die Wirtschaft fordert einen entschlossenen politischen Kurswechsel, somit sieht die IHK Schwarzwald‑Baar‑Heuberg in der aktuellen Lage einen klaren Auftrag an die Politik: „Unsere Unternehmen wollen investieren, innovieren und anpacken. Aber dafür brauchen sie endlich Rückenwind statt Gegenwind“, so Hakenjos.