Leere Supermarktregale aufgrund des Wegfalls ukrainischer Lkw-Fahrer "scheinen auch bei uns nicht mehr ausgeschlossen", so die IHK in einer Resolution. Foto: Gentsch

Die Vollversammlung der IHK Südlicher Oberrhein hat in ihrer jüngsten Sitzung den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt.

Ortenau - Die Vollversammlung der IHK Südlicher Oberrhein hat in ihrer jüngsten Sitzung den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt. Gleichzeitig mahnen die Mitgliedsbetriebe in einer Resolution, dass der Staat nun die durch den Krieg angeschlagene Wirtschaft durch rasche Maßnahmen unterstützen sollte, um "das Schlimmste zu verhindern".

Das Meinungsbild der Mitglieder dazu sei einhellig gewesen und mündete in einer Resolution, informiert die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein. "Dieser Krieg bedroht alle Länder mit liberalen Demokratien. Deshalb tragen wir die Sanktionen gegen Russland allesamt mit – in dem Wissen, dass sie auch uns selbst treffen. Das ist der Preis, den wir zahlen, um Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gegen ihre Feinde zu verteidigen", heißt es in der Erklärung.

Leere Supermarktregale "nicht ausgeschlossen"

Die deutsche Industrie sei schon jetzt in ihrer ganzen Breite betroffen. Die durch den Krieg verursachten Störungen der Lieferketten sowie das Fehlen von Rohstoffen und Vorprodukten führten bereits in vielen Branchen zu Produktionsausfällen, Kosten- und Preissteigerungen.

"Die sich momentan auf Rekordniveau befindenden Energie- und Spritpreise treffen nicht nur die Verbraucher, sondern akut einige Wirtschaftsbranchen ganz existenziell." So beispielsweise die Transport- und Verkehrsbranche, die Taxiunternehmen sowie das Speditionsgewerbe. Diese könnten ihre Mehrkosten nicht einfach an die Kunden weiterreichen. "Das Speditionsgewerbe, das vor dem Krieg schon einen massiven Mangel an Lkw-Fahrern beklagte, ist durch den Ausfall vieler ukrainischer Mitarbeitender dabei doppelt betroffen. Bilder von leeren Supermarktregalen und leeren Tankstellen, wie wir sie aus Großbritannien als Folgen des Brexits kennen, scheinen auch bei uns nicht mehr ausgeschlossen", so die IHK-Resolution. Der Staat müsse nun rasch durch geeignete Maßnahmen unterstützend tätig werden. Es brauche deshalb besonders schnell wirkende und unbürokratische Lösungen, die zügig bei den betroffenen Unternehmen ankommen und das Schlimmste verhindern.