MdB Klaus Mack (CDU), IHK-Präsidentin Claudia Gläser, Keynote-Speaker Pero Mićić, IHK-Geschäftsführerin Tanja Traub, IHK-Vizepräsident Kurt Schmalz, Oberbürgermeister Adrian Sonder und MdL Katrin Schindele (CDU, von links) Foto: Monika Schwarz

230 Vertreter der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft waren Gast beim Sommerempfang der IHK Nordschwarzwald im Campus Schwarzwald. Der Empfang stand unter dem Motto „Zukunft der Region“ und diente dem Austausch.

Es war ein Sommerempfang, der diesen Namen aufgrund der sommerlichen Temperaturen und des dadurch möglichen Feierns im Freien auch verdient hatte.

 

Der Austausch und das Stärken der Netzwerke, so die Intention des Empfangs, fielen den Gästen unter solchen Rahmenbedingungen leicht. An den zahlreichen Stehtischen entwickelten sich schnell inspirierende Gespräche.

Dies aber erst nach dem offiziellen Teil, bei dem sich IHK-Präsidentin Claudia Gläser in ihrer Ansprache der wirtschaftlichen Lage und den derzeitigen Herausforderungen für die Unternehmen widmete. In den aktuell schwierigen Zeiten sei Netzwerken notwendiger und wichtiger denn je, sagte Gläser. Ursächlich für die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage seien nicht nur Krisen und (Handels-)Kriege, sondern auch „falsche politische Weichenstellungen“.

Einige Unternehmer in der Region verzeichneten zwar trotzdem positive Entwicklungen, viele jedoch kämpften mit Umsatzeinbrüchen und Kurzarbeit. Erschwerend käme eine überbordende Bürokratie hinzu. „Die Vielfalt und Komplexität der Vorschriften kostet uns nicht nur Zeit und Geld, sondern dämpft auch die Innovationskraft und den Unternehmergeist“, so Gläser.

Notwendigen Pragmatismus lässt Politik vermissen

Bürokratieabbau bedeute nicht, auf notwendige Regulierungen zu verzichten, sondern diese „verhältnismäßig“ zu gestalten. Den dafür notwendigen Pragmatismus lasse die Politik jedoch vermissen. Der Mittelstand als Rückgrat der regionalen Wirtschaft gehöre deshalb dringen entlastet.

Fehlende Aufträge, gestiegene Energiekosten und auch der Fachkräftemangel setzten die Unternehmen teilweise stark unter Druck. Hinzu komme der „massive Wettbewerb“ mit China. Anstatt Lösungen zu suchen und zu handeln, werde viel zu viel geredet, kritisierte Gläser. Die von der Politik angekündigten vermeintlichen Steuererleichterungen seien zwar ein guter Ansatz, aber eben wieder mit Bürokratie verknüpft.

Zum Sommerempfang der IHK Nordschwarzwald kamen Vertreter der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Foto: Monika Schwarz

Gläser forderte trotz der schwierigen Rahmenbedingungen dazu auf, den Mut nicht zu verlieren und die Potenziale und Chancen der Region zu nutzen. „Berufen wir uns auf unsere Innovationskraft und schöpfen wir aus der starken regionalen Wirtschaftsstruktur, die uns so weit gebracht hat“, ermutigte sie ihre Zuhörer.

Richtige Einstellung für die Zukunftssicherheit

Dafür brauche es starke Partner, aber auch Fort- und Weiterbildung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bei alledem leiste die IHK mit ihren zehn Ausschüssen und Networking-Veranstaltungen wertvolle Unterstützung. Politische Entscheidungsträger müssten „pragmatisch, weltoffen, technologieaffin und wirtschaftsfreundlich“ agieren, um die bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten im freien Europa auch tatsächlich auszuschöpfen, sagte sie am Ende.

Nach dem offiziellen Teil, stand der Austausch beim IHK-Sommerempfang im Mittelpunkt. Foto: Monika Schwarz

Keynote-Speaker Pero Mićić, ein international anerkannter Experte für Zukunftsmanagement, hob anschließend in seinem kurzweiligen Vortrag die Bedeutung der richtigen Einstellung für die Zukunftssicherheit der Unternehmen besonders hervor. Was vielen Unternehmen in Deutschland fehle, sei begründete Zukunftsfreude, die die kommenden und großen Herausforderungen nicht ignoriere, sondern aktiv angehe.

Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten

Mit Zukunftsangst sei alles langsam, anstrengend und auch teuer. „Zukunftsangst steht und Zukunftsfreude geht nach vorne“, fasste er zusammen und untermauerte diese Feststellung mit der Vorstellung gleich mehrerer Unternehmen, die eben dies offenbar verstanden haben. Positiv erwähnte Mićić in diesem Kontext auch die Fortschritte im Bereich der alternativen Energien und die in den vergangenen Jahren deutlich gesunkenen Kosten dafür. Darüber hinaus lobte er die künstliche Intelligenz, die nicht nur die Produktivität in Unternehmen und dadurch auch die Lebensqualität der Menschen steigere, sondern auch Branchen wie der Hotellerie oder der Automobilindustrie völlig neue Möglichkeiten eröffne.

Danach ging es zum Austausch, für den Azubis der IHK eine „Candybar“ aufgebaut hatten. Der gesellige Teil der Veranstaltung im und beim Campus wurde musikalisch durch die Band „Engelszungen“ und durch ein Catering von regionalen Unternehmen bereichert.