Der Index für das Konjunkturklima in den Landkreisen Konstanz, Waldshut und Lörrach ist zum Jahreswechsel gestiegen. Sorgen gibt es derweil in Handel und Industrie.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee errechnet den Konjunkturklimaindex regelmäßig für die Region. Die neue Auswertung zeigt: Die Geschäftslage hat sich stabilisiert, bei den Erwartungen für die kommenden Monate sind jedoch weiterhin mehr Betriebe pessimistisch als optimistisch. „Die Unternehmen unserer Region sind nach wie vor stark gefordert. Im aktuellen Konjunkturklimaindex sehen wir aber erste Anzeichen, dass die Talsohle durchschritten sein könnte“, sagt Alexander Graf, der als Geschäftsführer „Region entwickeln“ für die Konjunkturumfrage der IHK Hochrhein-Bodensee zuständig ist.
Insgesamt beurteilen 36 Prozent der Unternehmen, die sich an der IHK-Konjunkturumfrage beteiligten, ihre momentane Geschäftslage als gut, 47 Prozent als befriedigend und 17 Prozent als schlecht. Damit ist die Geschäftslage auch im Vergleich zum Vorjahresquartal auf einem besseren Niveau. Eine positive Tendenz verzeichnet die IHK Hochrhein-Bodensee vor allem im Dienstleistungssektor, während die Stimmen aus Handel und Industrie wenig bis keinen Aufwind zeigen.
Dienstleistung erholt sich
„Der Dienstleistungsbereich hat sich vom Herbstrückgang erholt“, nennt Alexander Graf als eine der positiven Nachrichten. So berichten 57 Prozent der Dienstleister von einer guten Geschäftslage, weitere 34 Prozent von einer befriedigenden Situation und nur neun Prozent sind mit der Lage nicht zufrieden.
Bei der Ertragslage melden wieder deutlich mehr Dienstleister eine gute Situation (rund 51 Prozent gegenüber 34 Prozent im Herbst).
Umsätze gesunken
Anders stellt sich die Situation im Handel dar: Hier hat sich die Zahl derjenigen, die von einer schlechten Geschäftslage berichten, gegenüber der Befragung zum Jahreswechsel 2024/25 auf 41 Prozent fast verdoppelt.
Bei mehr als der Hälfte der Händler sind die Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal gesunken. „Das bereitet umso mehr Sorge, als das Weihnachtsgeschäft den entscheidenden Anteil zum Gesamtumsatz im Handel beiträgt“, erläutert Graf. „Auch die aktuelle Tendenz ist wenig erbaulich, denn drei von vier Händlern sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten der Kunden.“
Auslastung gesunken
Demgegenüber haben sich die Einschätzungen der Industriebetriebe zur Lage im Vergleich zur Herbstumfrage nicht wesentlich verändert. Leicht gesunken ist der Auslastungsgrad ihrer Kapazitäten, der mit 80 Prozent zwar über dem Wert für Baden-Württemberg (77 Prozent) liegt, aber immer noch deutlich unter dem langjährigen Mittel von 85 Prozent. Hoffnungen machen jedoch eine positive Tendenz im Auftragseingang und eine höhere Exporterwartung.
Weniger Investitionen
„Für die kommenden Monate bleiben die Erwartungen in weiten Teilen der Wirtschaft noch verhalten“, sagt Katrin Klodt-Bußmann, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hochrhein-Bodensee. „Das wird auch daran deutlich, dass große Teile der Unternehmen in der Region ihre Investitionen im Inland zurückhaltend planen.“ Ihre Investitionsabsichten gehen gegenüber dem Jahreswechsel 2024/25 nochmals zurück und bleiben deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
IHK-Hauptgeschäftsführerin Katrin Klodt-Bußmann sieht eine zentrale wirtschaftspolitische Forderung in der aktuellen Konjunkturumfrage bestätigt: „Alle Unternehmen, unabhängig ihrer Größe, benötigen dringend verlässliche Rahmenbedingungen.“
Geringes Wachstum
Im derzeitigen Umfeld sieht die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) für die Wirtschaftsentwicklung im gesamten Bundesgebiet für das Jahr 2026 nur ein geringes Wachstum von 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) voraus.