Bei der Delegiertenversammlung der IG Metall Freudenstadt in Loßburg wurde der Wunsch nach Beschäftigungssicherung und Frieden laut.
Mit rund 80 Delegierten aus den Betrieben der Region hat die Industriegewerkschaft (IG) Metall auf ihrer ersten Delegiertenversammlung des Jahres 2026 im Kinzighaus in Loßburg intensiv über die Vorbereitung der kommenden Tarifrunde im September beraten. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Im Mittelpunkt standen mögliche Forderungen beim Entgelt, ein Mitgliederbonus sowie Instrumente zur Sicherung von Beschäftigung.
Die Diskussion zeigte ein differenziertes Bild der wirtschaftlichen Lage in den Betrieben der Regionen. Etwa die Hälfte der Unternehmen verzeichnet weiterhin eine gute bis sehr gute und normale wirtschaftliche Entwicklung mit stabilen Auftragslagen und Gewinnerwartungen, heißt es. Gleichzeitig stehen andere Betriebe noch unter erheblichem Druck durch schwache Nachfrage, Transformation und strukturelle Veränderungen.
„Diese unterschiedlichen Realitäten müssen sich auch in der Tarifpolitik widerspiegeln“, betonten mehrere Delegierte laut Mitteilung. Klar sei jedoch: Wo Unternehmen gute Ergebnisse erzielen, müssen auch die Beschäftigten daran beteiligt werden. Gerade in wirtschaftlich starken Betrieben erwarten die Beschäftigten spürbare Verbesserungen beim Entgelt.
Sichtbare Mitgliedschaft
Ein möglicher Mitgliederbonus war ein Punkt der Beratungen. Viele Delegierte sprachen sich dafür aus, die Mitgliedschaft in der IG Metall stärker sichtbar zu machen und die Rolle der Gewerkschaft für gute Tarifabschlüsse hervorzuheben.
Gleichzeitig spielte das Thema Beschäftigungssicherung eine zentrale Rolle. In Betrieben mit schwieriger wirtschaftlicher Lage brauchen Beschäftigte verlässliche tarifliche Instrumente, um Arbeitsplätze zu sichern und Perspektiven in der Transformation zu schaffen, heißt es weiter.
Debatte in die Betriebe tragen
„Tarifpolitik muss beides können: Gute Einkommen sichern und Arbeitsplätze schützen“, fasste die Versammlungsleitung die Diskussion zusammen. Die Delegierten werden die Debatte in den kommenden Monaten in die Betriebe tragen, um gemeinsam mit den Mitgliedern die richtige Forderung für die Tarifrunde im Herbst zu entwickeln.
Die IG Metall setze dabei auf eine breite Beteiligung der Beschäftigten. Die Stärke der Tarifrunde hänge von der Unterstützung der IG Metall-Mitglieder in den Betrieben ab.
Ein weiteres Thema der Delegierten war die zunehmend angespannte weltpolitische Lage, die sich auch auf die Auftragslage in den Betrieben auswirkt. Die Stimmung in den Betrieben sei mehr und mehr von Verunsicherung bis hin zu Angst geprägt. Die Kriege – allen voran der seit drei Jahren geführte russische Angriffskrieg auf die Ukraine sowie die eskalierenden Spannungen rund um den Iran – treiben Preise, gefährden Lieferketten und setzen Arbeitsplätze unter Druck. Hierzu tragen im Besonderen geführte Handels- und Zollkriege bei.
Was viele täglich spüren: Die Welt ist unsicherer geworden. Für die Delegierten ist deshalb klar: Ohne Frieden gibt es keine nachhaltig sichere Zukunft für Standorte und deren Beschäftigte.
Ostermarsch in Alpirsbach
Die IG Metall ruft gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zur Teilnahme am Ostermarsch am Samstag, 4. April, um 14.30 Uhr im Kurgarten in Alpirsbach auf. Dort soll ein Zeichen gesetzt werden – für Frieden, Abrüstung und eine Welt, in der die Leben der Menschen in den Kriegsgebieten sicher sein müssen.
„Tarifpolitik und Friedenspolitik gehören zusammen: Gute Arbeit braucht sichere Perspektiven – und die gibt es nur in einer friedlichen Welt“, so das Fazit der Versammlung.