Rund 60 Delegierte und Gäste der IG Metall Villingen-Schwenningen trafen sich zur ersten Delegiertenversammlung des Jahres im Theater am Ring in Villingen.
Zu Beginn begrüßte der Zweite Bevollmächtigte, Ralf Kleiser, die Anwesenden – darunter den ehemaligen Ersten Bevollmächtigten Günter Güner, den Vorsitzenden des Seniorenarbeitskreises Herbert Hirt sowie Tanja Silvana Nitschke von der IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg.
Der Erste Bevollmächtigte Thomas Bleile informierte über die Kassen- und Mitgliederlage sowie die aktuelle wirtschaftliche Situation. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Prinzip Local Content. Bleile betonte: „Wer hier verkauft, soll hier auch produzieren.“ Die IG Metall fordert von Bundesregierung und EU, Subventionen gezielt zu nutzen und entschieden gegen Stellen- und Produktionsabbau vorzugehen.
Im Rückblick auf den Aktionstag am 28. Februar in Stuttgart berichtete Bleile von rund 7500 Teilnehmenden, die sich dort deutlich gegen die politische Untätigkeit beim Umgang mit industrieller Abwanderung ausgesprochen hatten.
Manuel Mandel, neuer Kollege des DGB Südbaden, stellte sich vor und gab eine Analyse der jüngsten Landtagswahl. Besonders besorgniserregend sei der deutliche Anstieg der AfD-Wählerschaft unter Arbeiterinnen und Arbeitern – von 19 Prozent bei der letzten Wahl auf nun 36 Prozent.
Bleile erläuterte anschließend den Stand der Tarifbewegung in der Metall- und Elektroindustrie. Der verkürzte Forderungsbeschluss ermögliche es, konkrete Forderungen erst nach der Sommerpause festzulegen – um die wirtschaftliche Entwicklung bis unmittelbar vor Beginn der Tarifrunde einfließen zu lassen.
Während der Versammlung wurde Thomas Ternieden neu in die Große Tarifkommission gewählt. Diese Kommission ist ein zentrales Instrument für die Gestaltung der Forderungsdebatten sowie die Bewertung der betrieblichen Stimmungsbilder.
Oliver Böhme, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Villingen-Schwenningen, informierte über den Stand der Betriebsratswahlen, die noch bis Ende Mai laufen. Im Zuständigkeitsbereich der Geschäftsstelle sind rund 70 Betriebe wahlberechtigt.