Die IG FreiBadHerrenalb tritt Gerücht entgegen. Offener Brief geht auf Sondersitzung des Gemeinderats zur Zukunft der Siebentäler Therme ein.
Die Interessengemeinschaft (IG) FreiBadHerrenalb hat jetzt einen offenen Brief verfasst. Der Grund: Der Vorstand sei von verschiedenen Seiten darauf angesprochen worden, Stellung zu einem Gerücht zu nehmen, das derzeit in sozialen Medien und persönlichen Gesprächen die Runde mache.
Tragfähige Modelle
Es werde behauptet, dass mit der anstehenden Diskussion und Entscheidung des Gemeinderats zur Fortführung der Revitalisierung der Siebentäler Therme am 22. Januar auch eine mögliche Schließung des Waldfreibads verbunden sei. Als Begründung dieses Gerüchts werde angeführt, dass bei einer eventuellen Schließung der Siebentäler Therme das für den Betrieb des Waldfreibads benötigte Personal nicht mehr zur Verfügung stehen würde. „Dieses Gerücht ist falsch und irreführend“, heißt es weiter.
„Die bisherige personelle Zusammenarbeit zwischen Therme und Freibad mag praktikabel gewesen sein, bedeutet jedoch keineswegs, dass die Zukunft der beiden Einrichtungen untrennbar miteinander verbunden sein muss.“ Viele Gemeinden würden erfolgreich Freibäder betreiben, ohne über ein Thermalbad zu verfügen. „Wir sind überzeugt, dass auch Bad Herrenalb mit den vorhandenen Beschäftigten tragfähige Modelle entwickeln kann, um das Freibad unabhängig vom Fortbestand der Therme weiter zu betreiben. Fazit: Die Entscheidung des Gemeinderats über die Fortführung oder Beendigung der Thermalsanierung hat keinen direkten Einfluss auf die Zukunft des Waldfreibads in Bad Herrenalb“, steht in dem Brief.
Während man sich als IG FreiBadHerrenalb nicht zu den Diskussionen um die Therme äußere, „nehmen wir klar Stellung für den Erhalt unseres Waldfreibads“. Dieses sei eine essenzielle Einrichtung für die Stadt, ihre Bürger sowie die umliegenden Gemeinden.
Gründe aufgeführt
Auch werden einige Gründe aufgeführt:
Bis zu 80 Prozent der rund 30 000 bis 40 000 jährlichen Saisongäste kommen aus Bad Herrenalb selbst. Es ist ein Ort der Begegnung, der alle Stadtteile und Generationen verbindet.
Das Freibad bietet eine nahe gelegene Möglichkeit zur Erholung und ist insbesondere für Familien, Kinder und Jugendliche unverzichtbar. Es schont das Klima und steht für soziale Gerechtigkeit.
Das Freibad fördert Bewegung und Gesundheit und bietet Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum, in dem sie schwimmen lernen, Spaß haben und unbeschwerte Sommer genießen können.
Das Waldfreibad ist nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch das erste Freibad im Nordschwarzwald. Es wurde von unseren Vorfahren in der schwersten Wirtschaftskrise aller Zeiten mit großer Zuversicht und Weitsicht erbaut und uns hinterlassen. Sie haben in Zeiten von Not, Verzweiflung und großen Herausforderungen ein Werk geschaffen, das heute ein Symbol für Zusammenhalt und Optimismus ist. Diese Haltung sollte uns Ansporn und Verpflichtung zugleich sein, das Freibad für künftige Generationen zu bewahren.
Ein Ansatz, den wir als Chance für die Zukunft unseres Waldfreibads sehen, ist die Überdachung des Schwimmbads, etwa mit einer Traglufthalle, während der bisherigen Schließzeit von Mitte September bis Mitte Mai. Dieses Modell könnte die Attraktivität und die Nutzbarkeit der Einrichtung erheblich steigern und Bad Herrenalb als innovativen Vorreiter in der Region etablieren; mit Schwimmkursen, Vereinstraining und Freizeitangeboten auch in der kalten Jahreszeit. Eine Überdachung könnte schrittweise realisiert werden, indem zunächst mit Basisinvestitionen begonnen und die Anlage später ausgebaut wird. Außerdem besteht die Möglichkeit, solche Hallen zu mieten oder zu leasen, um die Anfangskosten gering zu halten. Zu den vielfältigen Vorteilen eines solchen Ganzjahresbetriebs könnte eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und eine attraktive, durchgehende Beschäftigung für die Arbeitnehmer gehören.
Begrenzte Mittel
Die IG FreiBadHerrenalb sei vor sieben Jahren gegründet worden, um das Waldfreibad zu erhalten. Mit mehr als 190 Mitgliedern „setzen wir uns aktiv für dessen Zukunft ein. Uns ist bewusst, dass die finanziellen Mittel der Stadt begrenzt sind, doch der Erhalt und die Förderung des Freibads sind nicht nur machbar, sondern essenziell für das soziale und kulturelle Leben in Bad Herrenalb.“
Man wünsche sich, so steht es im offenen Brief der IG FreiBadHerrenalb, dass der Gemeinderat weiterhin ein starkes Signal für den Erhalt des Waldfreibads setze – so, wie es im Vorfeld der Gemeinderatswahl am 9. Juni vorigen Jahres von allen Kandidaten betont worden sei.