Der Donautempel wurde 1910 im antiken griechischen Stil nach den Vorstellungen von Kaiser Wilhelm II. errichtet und befindet sich dort, wo der Donaubach in die Brigach mündet. Foto: Kassandra Lippe

Es gibt einige Sehenswürdigkeiten zum Flussverlauf. Wie diese wahrgenommen werden und was Besucher kritisieren, zeigen ihre Kommentare bei Google Maps.

Täglich besuchen Menschen aus aller Welt die Donauquelle in Donaueschingen. Der kleine, gefasste Quelltopf nahe der Stadtkirche St. Johann markiert den Beginn eines der größten Flusssysteme Europas.

 

Was diese Besucherinnen und Besucher von ihrem Aufenthalt halten, zeigen tausende Bewertungen im Local-Guides-Programm von Google Maps. „Mystischer Ort. Warum nur schmeißt der Mensch immer und immer wieder seine doofen Münzen rein? Deppen!“, kommentiert ein Nutzer vor drei Jahren. Der Donauquelltopf hat über 8500 Bewertungen auf Google.

Die Sache mit den Münzen

Am Thema Münzen in der Donauquelle scheiden sich die Geister. Einige kritisieren die Verunreinigung, andere wünschen sich den gleichen Effekt wie den Trevibrunnen in Rom. So verspricht eine über den Rücken geworfene Münze die Rückkehr nach Rom, zwei Münzen führen zur Liebe mit einem Italiener oder einer Italienerin und drei Münzen sollen zur Hochzeit führen. An der Donaueschinger Quelle sollen laut Nutzern die dort lebenden Nixen die Wünsche erfüllen.

Die Donauquelle gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten in Donaueschingen und zieht jährlich zahlreiche Besucher an. Das Bild entstand im August 2025. Foto: Marvin Nagel

Auf Google kommt die Quelle auf durchschnittlich 4,5 von 5 Sternen. Viele Besucher heben ihre historische Bedeutung und die idyllische Lage hervor, doch beim Thema Gestaltung der Quelle sind sich die Besucher uneinig.

„Ich hätte etwas Wilderes erwartet“, schreibt ein Nutzer und führt über vier Absätze die Schönheit der Skulpturen und die Bedeutsamkeit des Ortes aus. Gemeint ist die Skulptur „Mutter Baar“, die über der jungen Donau den Weg zum Schwarzen Meer weise, heißt es auf der Schwarzwald-Tourismus-Seite. Andere Nutzer empfinden sie als kitschig und enttäuschend.

In 133 Bewertungen wird die Barrierefreundlichkeit durch den Aufzug gelobt. Manche Besucher waren so begeistert von der Quelle, dass sie ihre Hochzeitsfotos sogar direkt dort machen ließen.

2022 ist die Renaturierung des Donauzusammenflusses in Donaueschingen abgeschlossen. Ein Jahr später hat die Natur viele Spuren wieder ausgeglichen. Unten im Bild ist die vierspurige Bundesstraße 27 zu sehen. Das Bild stammt aus dem März 2023. Foto: Roger Müller

Ein Tempel für einen unsichtbaren Bach des Wasserverlaufs: Am Donautempel fließt die junge Donau in die Brigach. In den dazugehörigen 32 Rezensionen zeigt sich schnell, dass der Beginn der Donau nicht nur für Einheimische ein Streitthema ist, sondern auch Touristen verwirrt.

Viele wünschen sich, den Wasserverlauf bis zur Brigach naturnah verfolgen zu können. Tatsächlich verläuft dieser unterirdisch auf fürstlichem Privatgelände und ist nicht öffentlich zugänglich. So kann man, wie ein Nutzer kommentiert, „den kleinen Tempel für einen großen Fluss“ nur vom anderen Ufer aus betrachten.

Wer am Quelltopf ein naturnahes Gefühl vermisst, wird am Donauursprung fündig. Am Rande des Donaueschinger Schlossparks wurde die Donau 2022 um etwa 300 Meter verlängert und innerhalb eines Renaturierungsprojekts die Auenlandschaft wieder für Flora und Fauna attraktiver gemacht. Mit 1017 Bewertungen und 4,4 von 5 Sternen scheint das Projekt geglückt, und das spiegelt sich in den Bewertungen wider. Das Sprichwort „Die Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“ fällt erwartungsgemäß mehrfach.

Die Verwirrung um Donauquelle und -ursprung dauert an, doch überwiegt die Begeisterung für die Bedeutung des Ortes. Geocaching, Spaziergang oder einfach auch mal die Seele baumeln lassen. Die Besucher des Donauursprungs schätzen die natürliche Landschaft, die Holz-Kugelbahn und die kostenlosen Parkplätze. Apropos Autos: „Ein Naturerlebnis wäre es, wäre nicht die Bundesstraße direkt daneben“, kommentiert eine Nutzerin.

Wer bewertet?

Local Guides
sind engagierte Nutzerinnen und Nutzer des Google-Programms, die Orte bewerten, Fotos hochladen und Fragen beantworten. Für ihre Beiträge erhalten sie Punkte und Abzeichen. Oft schrieben sie die meisten Bewertungen. Auch zur Donauquelle in Donaueschingen stammen viele Einträge von aktiven Teilnehmern.