Engagiert beschreibt Gewässerexperte Alexander Meister am Weiher Gewässerentwicklung des Talbachs. Foto: Rainer Bombardi

Der Talbach gilt als Vorzeigeprojekt. Doch Experten schlagen Alarm: Erstmals Algen im April – Zeichen steigender Temperaturen. Für Forellen wird’s kritisch. Was die Stadt jetzt tut.

Eine Erholungsfläche unmittelbar vor der Haustüre von Marbach bietet der aus östlicher Richtung durch Marbach fließende Talbach. Der Ortschaftsrat mit Ortsvorsteherin Irina Ebauer informierte sich über die Renaturierung. Zu Gast waren Gewässerexperte Alexander Meister und Janine Seiler von der Abteilung Stadtentwässerung, Gewässer und Altlasten sowie Manuel Schwörer von der Abteilung Gewässerentwicklung und -erhaltung am Landratsamt. Mit von der Partei war zudem stellvertretender Forstamtsleiter Roland Brauner.

 

Eine eindeutige Botschaft

Die Botschaft war eindeutig: Der inzwischen erreichte Gewässerzustand des Marbachs ist eine Folge zahlreicher Maßnahmen von der Wiederherstellung einer durchgängigen Fließstrecke über die Schaffung von Beschattungen bis hin zur Vermeidung möglicher Einträge von unerwünschten Feststoffen und Flüssigkeiten, etwa aus Komposthaufen.

Um Fließgewässer wie den Talbach wieder in einen möglichst naturnahen Zustand zurückzuführen, die Kontaminationsgefahr zu minimieren und bestmöglich vor Hochwasser zu schützen, kauft die Stadt dank ihres Vorkaufsrechts wann immer möglich Gewässerrandstreifen. LRA-Mitarbeiter Schwörer attestierte der Stadt diesbezüglich im Vergleich mit diversen anderen Kommunen extrem gut aufgestellt zu sein. „Sie hat die Bedeutung der Gewässer bereits vor Jahren erkannt“, lobte Schwörer.

Indes stellen rund 60 Kilometer an Fließgewässern zwischen Tannheim, Obereschach und Weigheim eine ordentliche Hausnummer dar, die es weiterzuentwickeln gilt. Dass das nicht an allen Orten so gut gelingen kann wie am Talbach skizzierte Meister am Beispiel des Ziegelbachs, wo schon der Erhalt des Status quo ein Erfolg sei.

Herausforderungen steigen

Bei einem Blick auf die Gewässersohle des Talbachs sprach Meister von wachsenden Herausforderungen, die sich infolge der Klimaveränderung auch auf die Gewässer auswirken. Längere Trockenheit, eine steigende Lufttemperatur und eine fehlende Beschattung lassen die Wassertemperaturen ansteigen. Das ist Gift für die Biozönose im Gewässer, etwa für Forellen für die ein Überleben bei mehr als 25 Grad Celsius im Gewässer immer schwerer wird. Meister ergänzte im Talbach im April noch nie einen derartigen Bewuchs mit Algen gesehen zu haben, auch das deute auf steigende Temperaturen hin.

Besonders erfreut zeige er sich über die Entwicklung des schilfhaltigen Biotops mit Weiher in unmittelbarer Nachbarschaft zum Radweg vor den Toren von Marbach. Seine Kollegin Janine Seiler ging auf die Maßnahmen zur Baumpflege und den natürlichen Schutz an Gewässern näher ein. Sie resultieren aus den allen drei bis fünf Jahre durchgeführten Gewässerkontrollen.