Bei einem Info- und Austauschabend zum Thema Fernwärme lauschten die Gäste aufmerksam. Foto: Jürgen Baiker

Die Aussicht, über ein Fernwärmenetz von Haigerloch aus mit preisgünstiger, nachhaltig erzeugter Wärme beliefert zu werden, scheint für viele Wiesenstetter verlockend.

Bekommt Wiesenstetten ein Fernwärmenetz aus Haigerloch? Diese Frage war Thema eines Info- und Austauschabends, zu dem rund 40 Bürgerinnen und Bürger ins DGH kamen.

 

Auch für Wiesenstetten scheint ein Nahwärmenetz ein Thema zu sein, das es wert ist, sich darüber weitere Gedanken zu machen. Von der Bio-Energie eG Haigerloch-Bittelbronn kam Vorstand Erich Volm, der über die Thematik informierte und auch anschließend für die Beantwortung vieler Fragen zur Verfügung stand.

Es sollte ein erster Info- und Austauschabend sein, doch im Lauf der Gespräche zeigte sich schnell, dass großes Interesse an einer Realisierung besteht.

140 Haushalte am Netz

Volm berichtete zunächst über die Biogenossenschaft Bittelbronn. Diese Genossenschaft hat jetzt über 300 Mitglieder. 140 Haushalte sind angeschlossen; das gesamte Nahwärmenetz umfasst zwischen acht und neun Kilometern. Pro Jahr wird circa 50 Prozent des Gesamtstromverbrauchs der Stadt Haigerloch erzeugt. Nahwärme ist ein Nebenprodukt der Energieherstellung, mit der alle angeschlossenen Häuser voll bedient werden, so Volm. Bereits vor zehn Jahren konnte die Bio-Energie Bittelbronn mehr als 2200 Haushalte mit Strom versorgen – das ist das Zehnfache der Wohnhäuser, die in Bittelbronn stehen.

Viele Vorteile

Die Vorteile der zentralen Wärmeerzeugung durch ein Nahwärmenetz, an das die Abnehmer angeschlossen werden, sind Umweltfreundlichkeit, CO2-Neutralität, Kosteneffizienz im Vergleich zu einzelnen Heizungen sowie die ökologischere Nutzung der Ressourcen und der Komfort für Verbraucher. Es bedarf keiner Wartung und Besorgung der Brennstoffe, der Anschluss im Haus ist platzsparend (Wärmetauscher benötigt wenig Platz). Die Heizkostenersparnis durch Wärmetauscher liegt bei mindestens 20 bis 25 Prozent.

Erich Volm von „Bio-Energie“ Haigerloch-Bittelbronn informierte in Wiesenstetten über die Vorzüge von Fernwärme Foto: Jürgen Baiker

Was müsste in Wiesenstetten für einen Anschluss installiert werden? Eine Gasleitung von der Bioenergie Bittelbronn nach Wiesenstetten, eine Station in Wiesensetten mit zwei Blockheizkraftwerken, ein Gasspeicher, ein Pufferspeicher und eine Notheizanlage (nur für kalte Wintertage).

Das Interesse scheint geweckt, denn es gab viele Fragen. Seit nunmehr 15 Jahren, seit es die Nahwärme Bittelbronn gibt, habe es keine Probleme gegeben. Jeder der will, wird angeschlossen, so Volm.

Empfingen hilft

Die Gemeinde Empfingen würde die Wege für die Nahwärme zur Verfügung stellen. Ein Holzofen könnte trotz Nahwärme noch betrieben werden.

Eine Genossenschaft ist nicht gewinnorientiert. Überschüsse gehen in die Rücklagen. Pro Kilowatt werden seit Gründung der Nahwärme in Bittelbronn nur 7,8 Cent erhoben.

Die Bauern können für die Lieferung von Substraten wie Mais, GPS, Silphie, Gras, Gülle und Festmist mit einem Liefervertrag von zehn Jahren rechnen.

Betreffs Wiesenstetten müsste eine Machbarkeitsstudie gemacht werden. Die Wiesenstetter müssten rückmelden, ob sie an einem Nahwärmeanschluss interessiert sind, sollen es doch circa 60 Haushalte sein. Für eine mögliche Verwirklichung rechnet Erich Volm mit nur einem Jahr.

Man will jetzt am Ball bleiben. Dazu soll es mehrere Treffen geben.