Zwölf Huskys starben in der Dobel in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2021. Foto: seregraff - stock.adobe.com

Fast ein Jahr lang brauchten die Ermittler, um zu herauszufinden, was mit den toten Huskys von Dobel passiert ist. Nun hat sich die Staatsanwaltschaft Tübingen festgelegt. Ein schlimmer Verdacht scheint sich zu bestätigen.

Dobel - Der Fall löste bundesweit Betroffenheit aus: Mit 26 Schlittenhunden – untergebracht in Transportboxen in einem Lieferwagen – war eine 47-jährige Züchterin aus Nordrhein-Westfalen im Juli 2021 nach Dobel gefahren und übernachtete dort. Am nächsten Morgen lagen zwölf von ihnen tot in ihren Boxen. Laut der Frau, die zugleich Tierärztin ist, seien die Hunde an ausgelegten Giftködern gestorben. Die Leichen vergrub sie nahe Dobel.

Zweifel an Theorie

Von Anfang an kamen Zweifel an der Giftköder-Theorie auf. Die Tierschutzorganisation Peta erstattete schließlich nach dem Tipp eines Insiders Anzeige. Polizei und Staatsanwaltschaft ließen die zwölf Hundeleichen wieder ausgraben und insgesamt dreimal toxikologisch untersuchen, um die Todesursache festzustellen. Fast ein Jahr nach der tragischen Nacht von Dobel steht nun fest: Es waren mit großer Wahrscheinlichkeit keine Giftköder im Spiel.

Nicolaus Wegele, Pressesprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Tübingen, macht deutlich: "Zwar konnte trotz der Einholung von Sachverständigengutachten die Todesursache bei den verstorbenen zwölf Tieren nicht eindeutig geklärt werden, die Staatsanwaltschaft geht aufgrund der durchgeführten Ermittlungen jedoch davon aus, dass die Hunde an Ersticken und Überhitzung verstarben."

150 Tagessätze

Gegen die 47-jährige Züchterin hat die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe in Höhe von 150 Tagessätzen beantragt – wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Sollte die Frau den Strafbefehl akzeptieren, gilt sie damit als vorbestraft. Sie hat jedoch auch die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Dann geht der Fall vor Gericht.

In ihrem Strafbefehlsantrag geht die Staatsanwaltschaft "im Wesentlichen davon aus, dass der Frau, die seit vielen Jahren Huskys hielt, bekannt gewesen ist, dass eine Haltung der Hunde lediglich in Transportboxen abseits von Transportfahrten nicht zulässig ist", sagt Wegele. Dennoch soll sie ihre 26 Huskys in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2021 in nur 18 Transportboxen in einem fast vollständig geschlossenen Transportfahrzeug in Dobel gehalten haben.

Laut Wegele soll es den Tieren dabei nicht nur an Platz, sondern auch an Wasser und insbesondere an Frischluftzufuhr gemangelt haben. Hinzu kam, dass nach einem warmen Sommertag die Temperaturen selbst in der Nacht nicht unter 17 Grad absanken. Die Hunde sollen durch diese Haltung über viele Stunden erheblichen Leiden ausgesetzt gewesen sein, was die 47-Jährige zumindest billigend in Kauf genommen haben soll, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft.