Unsere Leserin kritisiert die Haltung des Gemeinderats Jungingen zu dem Aufbau neuer Hundetoiletten.
Als die im Artikel erwähnte Bürgerin möchte ich mich nochmals zu Wort melden. Ich bin der Einladung von Herrn Simmendinger gefolgt, das Thema erneut im Gemeinderat vorzustellen, obwohl Hundetoiletten bereits mehrfach abgelehnt wurden. Umso mehr hatte ich erwartet, dass die vorliegenden Informationen dieses Mal ernsthaft geprüft werden.
Meine Recherchen lagen dem Gemeinderat im Vorfeld vor. Während der Sitzung hatte ich jedoch den klaren Eindruck, dass diese weder gelesen noch inhaltlich berücksichtigt wurden. Ich konnte meine Erläuterungen nicht einmal vollständig vortragen und wurde unterbrochen mit den Worten, „es sei jetzt genug“.
Dabei gibt es konkrete Lösungen. Es existieren Sponsoren, die solche Hundetoiletten finanzieren würden. Für die Gemeinde entstünden keine Anschaffungskosten. Auch dieser Hinweis blieb ohne erkennbare Reaktion.
„Für mich schwer nachvollziehbar“
Höchst irritierend war für mich die Beschwerde eines Gemeinderatsmitglieds, er müsse sich an seinem „freien“ Donnerstag (Gemeinderatssitzung) erneut mit diesem Thema befassen. Ein solches Verständnis wirft Fragen auf, denn genau dafür wurden Gemeinderäte gewählt: sich mit den Anliegen der Bürger auseinanderzusetzen, auch wenn diese wiederholt vorgebracht werden.
Dass dieses Thema immer wieder aufkommt, zeigt deutlich, wie wichtig es vielen Menschen ist. Als Gegenargument wurde genannt, dass es für Bauhofmitarbeiter nicht zumutbar sei, solche Mülleimer (Doggy-Station) zu leeren. Das ist für mich schwer nachvollziehbar, gehört doch der Umgang mit deutlich belastenderen Aufgaben in anderen öffentlichen Bereichen, etwa in der Pflege, ganz selbstverständlich zum Berufsalltag. [...]
Hinzu kommt: In ganz Jungingen gibt es meines Wissens nach aktuell nur einen einzigen öffentlichen Mülleimer. Auch das wirft Fragen auf. Dass die Bürger laut einer Umfrage angeblich gegen Doggy-Stationen gestimmt haben, könnte damit zusammenhängen, dass durch die Anschaffung solcher Stationen eine erhebliche Erhöhung der Hundesteuer in Aussicht gestellt wurde [...]. Komisch, genau das ist aber passiert – die Steuer wurde inzwischen deutlich erhöht – Hundetoiletten gibt es dennoch nicht. Interessant wäre auch, wie einige Hundebesitzer aus dem Gemeinderat in anderen Gemeinden oder im Urlaub verfahren, wo Hundetoiletten selbstverständlich sind. Werden die Hinterlassenschaften dort entsorgt oder werden die Beutel tatsächlich mit nach Hause genommen? [...]
Anderorts funktionieren Lösungen längst. Deshalb entsteht für mich der Eindruck, dass es in Jungingen weniger an Möglichkeiten als am Willen des Gemeinderats fehlt. Das ist aus meiner Sicht sehr bedauerlich.
Petra Stöber, JungingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.