Diese zusätzlichen Belastungen kommen auf die Empfinger möglicherweise zu. Erste Entscheidungen stehen an diesem Dienstag an.
Wie viele Kommunen steht auch Empfingen vor der Frage, wie sich der Haushalt in den kommenden Jahren stabilisieren lässt. Die größten finanziellen Belastungen liegen im Bereich der Kinderbetreuung. Den größten Teil der Personalkosten von 3,5 Millionen Euro wendet die Gemeinde für die Kinderbetreuung auf – bei weitem nicht gedeckt durch Zuweisungen oder Kita-Gebühren.
Ob höhere Elternbeiträge kommen, ist offen. Angesichts steigender Personalkosten sei eine Diskussion unvermeidlich. Empfingen habe eine gute Platzsituation, nur ein Kind stehe auf der Warteliste. Der Standard sei „auf einem sehr hohen Level“. Dass die Gebühren jedoch nicht kostendeckend sind, ist unstrittig.
Auf der Einnahmeseite setzt die Gemeinde zunächst auf Gebäudeverkäufe. Das Rathaus in Wiesenstetten soll veräußert werden; idealerweise soll eine Familie dort einziehen. Auch die Dettenseer Straße 94 – derzeit Obdachlosenunterbringung – soll veräußert werden. Die Bewohner sollen anderweitig untergebracht werden, es ist ein Abriss denkbar. Das Gebäude in der Horber Straße 9 sei „so schlecht“, dass es als Flüchtlingsunterkunft schon nicht mehr genutzt werden konnte.
Hundesteuer soll steigen – Backgebühren auch
Weitere Einnahmen erwartet die Gemeinde durch Gebührenerhöhungen. Die Hundesteuer wird steigen, wie bereits auf der Klausurtagung beschlossen wurde. Die Kontrollen durch den Gemeindevollzugsdienst werden intensiviert. Ein kleinerer Posten: Die Backgebühren in Wiesenstetten steigen von einem Euro auf 1,50 Euro. Auch die Bücherei wird etwas teurer. Die Jahresgebühr soll statt 12 künftig 15 Euro betragen, Kinder bleiben frei. Das Lehrschwimmbecken bleibt bestehen, aber auch dort werden höhere Gebühren aufgrund der Sanierung anstehen.
Ein großes Thema ist die Grundsteuer C für unbebaute Grundstücke. „Wir beobachten, wie es sich in Starzach entwickelt“, so Truffner. In der Gemeinde gibt es rund 100 ungenutzte Bauplätze; für jedes dieser Grundstücke wären Einzelgutachten nötig.
Werden auch die Wassergebühren erhöht?
Auch bei Wasser- und Abwassergebühren sind für 2026 Anpassungen vorgesehen. Truffner: „Ich gehe nicht davon aus, dass es billiger wird.“
Bei den Ausgaben sollen Budgets reduziert werden. Manche Anschaffungen könnten entfallen, „der Laden muss trotzdem laufen“. Freiwilligkeitsleistungen wie Vereinszuschüsse bleiben vorerst unangetastet. Weihnachtsbeleuchtung oder Grünpflege könnten überprüft werden; bei Mäharbeiten oder erweitertem Winterdienst seien Reduktionen denkbar. Gleichzeitig warnt Truffner: „Die Attraktivität einer Gemeinde hängt auch von Freiwilligkeitsleistungen ab.“
Klar ist: In den Hochbehälter muss für die Wasserversorgung dringend investiert werden, auch die Cybersicherheit des Rathauses muss erhöht werden.