Zur drastischen Erhöhung der Hundesteuer in Rangendingen und einen Kommentar dazu in unserer Zeitung eine Lesermeinung von Friedrich Seibt aus Rangendingen.
Beschluss überdenken und rückgängig machen
Als ich den Kommentar von ihnen Herr Kauffmann in der HZ ganz oben links gesehen habe, wusste ich sofort, da ist einer von unserem Rangendinger Rathauschef gebrieft worden.
Noch über ihrem eigentlichen Bericht über die Erhöhung der Hundesteuer stellen sie sich in ihrem Kommentar „Bastion der Glückseligen“ an die Seite des Bürgermeisters. Das hat doch schon ein „Gschmäckle“.
Ich dachte immer, der Schwabo wäre ein unabhängiger Berichterstatter, dass dies nicht immer so ist, konnte ich in letzter Zeit immer mal wieder durch verschiedene Leserbriefschreiber feststellen, die genauso denken. Sie schreiben hier von Wahrheit, dazu gehört aber auch, nicht nur was schön und gut ist in Rangendingen, sondern auch, und das hat ihnen Herr Haug verschwiegen, oder Sie haben eine schlechte Hintergrundrecherche gemacht, dass die Kitagebühren massiv erhöht wurden. Hier erwarte ich von einem Redakteur mehr Professionalität.
Ebenso ist der Wasserzins kräftig gestiegen. Wer sagt Ihnen, dass in nächster Zeit nicht auch die Hebesätze für die Grundsteuer angehoben werden, oder, wie in Haigerloch, die Friedhofsgebühren. Wo bleibt der seit über fünf Jahren versprochene Glasfaseranschluss? All das gehört auch zur Wahrheit über die Gemeinde Rangendingen, Herr Kauffmann.
Die Gemeinde hatte bis vor wenigen Jahren noch ein prall gefülltes Rücklagenkonto, wieso fragen Sie nicht, wo das ganze Geld geblieben ist. Warum haben sie nicht hinterfragt, wie diese massive Erhöhung von über 70 Prozent bei der Hundesteuer zustande kommt. Diese Bürger haben sich meiner Meinung nach nicht selbst ins Aus gestellt, sondern sie haben mit ihrer Reaktion gezeigt, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, was unsere Politiker verbocken.
Unser Bürgermeister hatte eine Erhöhung auf 120 Euro vorgeschlagen, was auch schon ganz ordentlich ist. Einem Gemeinderat, in seiner Freizeit Jäger und Jagdpächter in Rangendingen, ging das aber nicht weit genug, man wusste von ihm, ihn stören die Spaziergänger mit Hunden in seinem Revier. Also kam von ihm der Vorschlag auf 150 Euro. Das muss weh tun, denen muss das richtig wehtun, so sein Argument gegen die Hundebesitzer. So ein Gemeinderat, der zuerst im Eigeninteresse handelt und nicht das Wohl der Gemeinde und seiner Bürger im Fokus hat, der hat in diesem Gremium nichts verloren. Einfach zurücktreten, sofort.
Jetzt noch ein Wort an die Gemeinderatsmitglieder. Ich weiß, dass nur eine knappe Mehrheit für den Beschluss gestimmt hat, einige haben sich enthalten. Ich hoffe, dass ein oder zwei Gemeinderäte so viel Charakter und Menschlichkeit besitzen und beim Gemeinderat einen Antrag zur Rücknahme dieser schamlosen Erhöhung stellen. Es geht hier nicht um Gesichtsverlust, sondern darum, dass ein einzelner Gemeinderat hier nicht machen kann, was er für richtig hält und ein ganz schwacher Bürgermeister nicht dagegenhält.
Viele Hundebesitzer holen Tiere aus Tötungsstationen, Tierheimen oder nehmen Hunde, weil ihr Herrchen verstorben ist, in Obhut. Zumindest wäre es angemessen, wenn für ein Tier, das aus einem Tierheim kommt, (durch Nachweis) die Hundesteuer entsprechend nach unten angepasst wird. Weil so ein Tier seinem Besitzer nicht nur Freude macht, sondern auch Kosten (Tierarzt, Verpflegung, Unterkunft) verursacht, bitte ich sie, ihren Beschluss durch einen Antrag im Gemeinderat nochmals zu überdenken und rückgängig zu machen. Sie können so ein bisschen der allgemeinen Politikverdrossenheit entgegenwirken und das gute Gemeindewesen erhalten.
Friedrich Seibt, RangendingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.