Die erhöhte Hundesteuer in Rangendingen sorgt weiterhin für Diskussionen unter Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern. Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Plakate zur erhöhten Hundesteuer in Rangendingen sorgen weiter für Diskussionen. Eine Leserin fordert nachvollziehbare Begründungen und mehr Raum für sachliche Kritik.

Respekt gilt für alle

 

Im Ort hingen bis vor kurzem noch Plakate zur Hundesteuer mit dem Hinweis, man solle die Entscheidung akzeptieren. Dort ist auch von „Hetzen“ und „Stimmungsmache“ die Rede, wenn Kritik geäußert wird. Das irritiert mich. Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihre Meinung sachlich vorgebracht – nicht aus Trotz, sondern weil sie sich unmittelbar betroffen fühlen. Kritik an einer Entscheidung des Gemeinderats gehört in einer Demokratie dazu. Sie ist kein Angriff auf die Gemeinde, sondern Ausdruck gelebter Beteiligung. Was nach wie vor unklar bleibt, ist die zentrale Begründung für die Maßnahme: Warum muss die Anzahl der Hunde reguliert werden? Viele von uns verstehen nicht, worin konkret das Problem besteht. Gibt es zu viele Hunde? Und wenn ja: Woran zeigt sich das? Wer eine Entscheidung nachvollziehen kann, akzeptiert sie eher – auch wenn er persönlich anderer Meinung ist. Doch ohne transparente Begründung bleibt der Eindruck, dass hier ein Problem angenommen wird, das viele so nicht wahrnehmen. Wir sind Teil dieses Ortes. Wir kümmern uns verantwortungsvoll um unsere Hunde, halten uns an geltende Regeln und leisten unseren Beitrag – auch finanziell. Niemand möchte „Stimmung machen“. Aber es sollte möglich sein, sachlich nachzufragen und um nachvollziehbare Erklärungen zu bitten.​ Respekt und Zusammenhalt funktionieren nur in beide Richtungen. ​

Marion Kunzelmann, Rangendingen

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