Zur Berichterstattung über die Diskussion zur drastischen Erhöhung der Hundesteuer die Meinung einer Leserin.
Bürger waren nicht aggressiv
Der Artikel von Alexander Kauffmann „Kritik am Rangendinger Gemeinderat/Hundesteuer“ vermittelt ein einseitiges Bild – offenbar zum Gefallen von Bürgermeister Manfred Haug?
Die Hundehalter wurden als „aggressiv“ dargestellt, obwohl es um eine sachliche Frage ging: Warum wird die Hundesteuer um fast 80 Prozent erhöht? Die Bürger waren nicht „aggressiv“, sie waren wütend – aus einfachem Grund: Der Bürgermeister verweigerte jede Antwort und wollte keine Diskussion in der Bürgerfragestunde.
Die Gemeinde Rangendingen bereichert sich an einer kleinen Minderheit: den Hundebesitzern. Sie sollen die maroden Gemeindekassen füllen.
Anzahl der Hunde begrenzen
Laut Bürgermeister Haug soll die Steuer zudem die Anzahl der Hunde begrenzen. Doch während in Deutschland rund 10 Millionen Hunde leben, gibt es in Rangendingen lediglich 330 – umgerechnet dürften also 650 Hunde in Rangendingen leben.
Weit entfernt also von einer Begrenzung. Ziel der überhöhten Steuer ist es, Einnahmen von 50.000 Euro zu erzielen, während die Ausgaben dafür nur 10.000 Euro betragen. Auch dies verschweigt Herr Kauffmann in seinem Artikel.
Unberücksichtigt bleibt zudem, dass zeitgleich die Abwassergebühr um 27 Prozent gestiegen ist.
Von niedrigen Grund- und Gewerbesteuer profitieren viele Bürger – insbesondere Mieter – kaum. Für sie zählen die real steigenden Ausgaben.
So entsteht der Eindruck, dass die öffentliche Wahrnehmung stark von einer einzelnen Sichtweise abhängt. Vertrauen sollte allerdings die Grundlage jeder glaubwürdigen Berichterstattung sein. Kritische Nachfragen sind kein Fehlverhalten, sondern gelebte Demokratie.
Elke Ufermann, RangendingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.