Trotz vorhandener Beutel-Spender verschlimmert sich die Lage mit herumliegendem Hundekot in Wildberg. Foto: Menzler

Was tun, wenn herumliegender Hundekot immer mehr zu Problem wird? Spaziergänger und Hundehalter kennen das. Und obwohl es Mülleimer gibt, scheint die Problematik zu wachsen.

Wildberg - Manchmal möchte man seine Kinder draußen gar nicht richtig spielen lassen. Denn: "Grün ist bäh", heißt es vonseiten mancher Erzieher. Aber warum eigentlich? Für manche klar: Oftmals liegt im Gras ein Häufchen Hundekot, das nicht aufgesammelt wurde. Erst kürzlich war die Problematik in Calw Thema.

683 Hunde gemeldet

Und auch im Stadtgebiet von Wildberg machen Spaziergänger und Hundehalter dieselbe Erfahrung. Immer wieder findet sich auf Grünstreifen oder Wiesen ein Häufchen wieder. Wir haben nachgefragt, wie die Stadt damit umgeht. Bauamtsleiter Arthur Sadlers und Baubetriebshofsleiter Karlheinz Röhm geben uns Antworten.

Insgesamt 683 Hunde sind in der Schäferlaufstadt momentan gemeldet. Logisch, dass dabei so einige Hundehäufchen anfallen – und eigentlich logisch, dass Hundehalter diese auch aufsammeln. Für eine geschickte Entsorgung gibt es im gesamten Stadtgebiet mit seinen fünf Teilorten 32 Hundekot-Toiletten inklusive Hundekotbeutel-Spender, teilen die beiden Mitarbeiter mit. Diese seien sowohl im Stadtbereich als auch in den Außenbereichen aufgestellt.

Mehr als 22 000 Euro jährlich

Die Leerung der Behälter übernimmt der Baubetriebshof. Einmal wöchentlich geschieht dies. Die Leerungen dauern laut Stadt fünf Stunden und beschäftigen einen Mitarbeiter des Baubetriebshofs. Im Jahr koste das dann rund 17 500 Euro. "Hinzu kommen die Entsorgungskosten von circa 4750 Euro im Jahr", wird hinzugefügt.

Außerdem kostet natürlich auch die Anschaffung und Instandhaltung der Hundekot-Toiletten einiges. Eine kostet 950 Euro. Die Beutel jährlich rund 2500 Euro. Die Stadt habe zudem mit öfters auftretendem Vandalismus zu kämpfen. Ersatzschlösser kosten demnach circa 300 Euro im Jahr.

Respekt schwindet

Die Frage, ob sich die Lage verschlimmert, kann nur bestätigt werden. "Da gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt vor fremdem Eigentum leider immer mehr abnimmt", begründen die beiden Mitarbeiter. Denn auch in Wildberg – wie auch "vermutlich bundesweit" – ist die Anzahl an Hunden gerade während der Pandemie gestiegen.

"Und ein verantwortungsbewusstes Handeln, auch bei der Entsorgung von Tiernotdurften, lässt leider des Öfteren zu wünschen übrig", heißt es vonseiten des Rathauses. Trotz der sich verschlimmernden Lage, ist es "derzeit nicht" geplant, weitere Hundekot-Toiletten aufzustellen. Gründe hierfür werden von der Stadt nicht direkt mitgeteilt.

Was die Stadt dagegen macht

Doch wie geht die Stadt gegen die Problematik vor? Neben der Leerung der Hundekot-Toiletten werde auch herumliegender Kot oder Beutel im Nahbereich der Boxen eingesammelt. Außerdem werben laut Stadt auch die Landwirte für verantwortungsvolles Handeln der Hundebesitzer.

"Sollten ›Müllaktionen‹ mit diesen Beuteln stattfinden – zum Beispiel ›Dekorierte Bäume‹ mit vollen Hundekotbeuteln, Pyramidenbauten mit benutzen Hundekotbeuteln", unterstreicht die Stadt, würden diese "umgehend entsorgt werden." Und auch im Allgemeinen würden Verschmutzungen durch Hundekot an öffentlichen Plätzen umgehend entsorgt. Trotz aller Maßnahmen appelliere die Stadt aber an den Verstand und die Vernunft der Hundehalter für ein sauberes Miteinander.