Zum Thema Hundekot auf Feldern hat unser Leser Ulrich Schlichthaerle folgende Meinung.
Natürlich gibt es andere Probleme wie Hundekot entsorgen. Es geht um Respekt vor der Arbeit anderer. Hier: um die Landwirte und deren Produktion von Lebensmitteln.
Schon in Schulen sollte gelernt werden, wie aus Getreide Brot wird, wie zur Sauberkeit in der Schule bis hin zum täglichen Putzen der Toiletten und zur Umwelt beigetragen werden kann.
Wie notwendig der Beitrag zu hygienisch einwandfreiem Verhalten ist, haben wir bei Corona erfahren. Neben gesundheitlichen sollten wirtschaftliche Schäden vermieden werden.
Wenn Hundekot-Verunreinigungen auf landwirtschaftlichen Flächen als nicht weiter schlimm relativiert werden, weil auch Gülle auf den Feldern ausgebracht wird, ist dies so, wie wenn Kinder in der Schule über die versiffte Toilette hinwegsehen und mit dem Finger auf andere zeigen.
Landwirte unterliegen der verschärften Gülleverordnung
Jede und jeder kann seinen Beitrag zu hygienischen Verhältnissen leisten. So tun dies auch die Landwirte, die der verschärften Gülleverordnung 2025 unterliegen um das Grundwasser nicht zu verunreinigen. Der Nitrat-Anteil im Trinkwasser, das teilweise aus Grundwasser gespeist wird, darf 50 Milligramm pro Liter Nitrat nicht übersteigen. Für Erwachsene gilt dieser Wert bei lebenslangem Konsum von zwei Litern als unbedenklich. Für Säuglinge ist ein Wert bei zehn Milligramm pro Liter anzustreben.
Durch Laufställe für Milchkühe, die die Anbindehaltung ersetzten, wurde der Einsatz von Antibiotika reduziert. Sowohl Gülle und Antibiotika als auch Kot und Urin von Hunden und Katzen müssen reduziert werden. In Gent/Belgien haben Forschende festgestellt dass durch Hunde auf einer Naturschutzfläche in 18 Monaten elf Kilogramm Stickstoff und fünf Kilogramm Phosphor produziert wurden. Die Hälfte des gemessenen Stickstoffs wurde durch Urin erzeugt.
Hundekot zersetzt sich sehr langsam im Vergleich zu Kuhfladen aus verdautem Gras. Durch Hundekot verunreinigtes Erntegut muss möglicherweise vernichtet werden, was zu wirtschaftlichen Verlusten führen kann. Auch in der Stadt ist das Anpinkeln von Bäumen für die Natur gefährdend. Die schon durch Abgase und Wassermangel gestressten Bäume werden durch den Urin noch weiter geschädigt. Die Zahl von 16,9 Millionen Katzen und 10,5 Millionen Hunden in Deutschland wächst ständig, während die Zahl der Kinder bis 14 Jahre von 10,8 Millionen trotz Zuwanderung fällt. Dies ist auch ein Problem.
Ulrich Schlichthaerle,Villingen-SchwenningenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.