Leithund Stitch Foto: Privat

Die Hundehaltung im Gewann Maienwiesle steht vor dem Aus. Hundebesitzer Mikel Tharann will sich nicht unterkriegen lassen. Was passiert mit den Tieren?

Vor Kurzem beschloss der Weilstetter Ortschaftsrat: Die Hundehaltung im Maienwiesle muss weg. Die Anwohner ärgern sich über Hundegebell. Nun haben wir mit dem Besitzer der Hunde gesprochen. Dieser ist alles andere als erfreut über diese Entscheidung.

 

Die Hundehaltung im Bereich Maienwiesle stand im Fokus der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Im Protokoll war zu lesen: „Seit Jahren wird die Hundehaltung mit zeitweise 18 Hunden im Gewann ‚Maienwiesle‘ geduldet, ohne dass der Hundebesitzer jemals dafür eine Genehmigung beantragt hat. Eine Vielzahl von Anwohnern haben sich bereits mehrfach erfolglos über das Hundegeheule und Hundegebell beschwert, und sie verstehen nicht, warum viele Bürger unter dem Hobby eines Einzelnen leiden müssen.“

Ortschaftsrat stimmt mehrheitlich für Aus der Hunde-Haltung

Der Hundebesitzer trug demnach vor, dass nachts einige Hunde eingesperrt und manche Tiere mit nach Hause genommen werden. Das Hundegebell beschränke sich bei 24 Stunden auf maximal 24 Minuten, was er durch Protokolle belegen könne.

Am Ende der emotionalen Debatte stimmte der Ortschaftsrat mehrheitlich dafür, die Hundehaltung auf dem Flurstück 948 zu beseitigen.

Wir fragten nun Hundebesitzer Mikel Tharann, ob er sich zu diesem Beschluss öffentlich äußern wolle, wozu er umgehend bereit war. Sein Tenor: Das komme einem Berufsverbot für ihn gleich, denn sowohl er als auch seine Lebenspartnerin hätten ihr ganzes Leben auf die Hunde ausgerichtet. Mit seinem angemeldeten Gewerbe organisiere er Schlittenhundefahrten, Wanderungen, verkaufe Trainingswagen und Schlitten.

Zusammenarbeit mit einer Palliativärztin

Danach gefragt, wie er den Ortschaftsratsbeschluss aufgenommen habe, sagt er: „Ich war sehr überrascht, enttäuscht und wütend.“

Denn er habe vor etwa fünf Jahren beim Ortschaftsratsvorsitzenden in Weilstetten vorgesprochen, von dem ihm gesagt wurde: Es sei eine tolle Sache, die er da mache und man wolle ihn nicht dort weg haben.

Zusammenarbeit mit Palliativärztin

Beispielsweise arbeite Tharann seit einiger Zeit mit einer Palliativärztin zusammen, damit schwerkranke Menschen sich ihren letzten Wunsch – eine Fahrt mit Schlittenhunden – erfüllen können.

Häufig kämen auch begeisterte Kinder ins Maienwiesle – oft mit zunächst panischer Angst vor Hunden, die sie dann recht schnell verlieren würden.

Es handelt sich um Alaska Huskys

Die Schlittenhunde, die Mikel Tharann hält, sind teilweise über 14 Jahre alt, blind und fast taub. „Diese kann man nicht mehr umpflanzen.“, erklärt er. Bei den Hunden handele es sich um Alaska Huskys und europäische Schlittenhunde, die seiner Aussage nach eher selten bellen und manchmal kurz, niemals anhaltend, heulen.

„Für mich sind meine Hunde Familienmitglieder. Sie haben mich bei minus 30 Grad warm gehalten, mich durch Schneestürme sicher ans Ziel gebracht. Die gibt man nicht einfach ab.“ Sowohl das Ordnungsamt, das Veterinäramt, das Abfallamt als auch das Amt für Umwelt und Naturschutz begutachteten die Situation vor Ort bereits mehrfach unangekündigt. Alle kamen zu dem Schluss, man höre die Hunde zwar, jedoch sei alles im gesetzlichen Rahmen.

Auswandern nach Lappland eine Möglichkeit

Gefragt nach seinen Alternativen zur Hundehaltung im Maienwiesle, fällt Tharanns Antwort eindeutig aus: So einfach werde er nicht aufgeben. Es bliebe ihm ansonsten nur das Auswandern nach Lappland übrig.

Genau diese Antwort war es, die einen der Ortschaftsräte bereits kurz nach der Sitzung vor zwei Wochen uns gegenüber zu der Aussage brachte: „Ich habe gegen den Antrag auf Beseitigung der Hundehaltung gestimmt, weil ich es schade finde, wenn wir so etwas Besonderes hier schon einmal haben, und wir den Hundehalter dann vergraulen.“