Unter anderem bei den "Zehn Tannen" wurde Schneckenkorn gefunden. Foto: Vögele

Immer wieder ist von Giftködern zu hören, die Hunden und anderen Vierbeinern Leid zufügen sollen. In Marschalkenzimmern sind die Hundebesitzer aktuell in Aufregung, weil immer wieder Schneckenkorn auf den Wegen zu finden ist. Bei drei Hunden führte dies bereits zum Tod. Die Polizei ist mittlerweile informiert.

Dornhan-Marschalkenzimmern - "Das geht schon vier Wochen so. Ich laufe mit meinem Hund nur noch mit Maulkorb", teilt uns eine aufgebrachte Leserin im Gespräch mit.

So wie ihr geht es mehreren Hundebesitzern aus Marschalkenzimmern und der Gegend, denn an beliebten Gassi-Strecken wie auf dem Gehweg gegenüber dem Gasthaus Löwen bis zum Betonweg, der Kreuzung am Angel/Forstwald, vom Bauwagen bis zum Parkplatz Betonweg und bei den "Zehn Tannen" wurde immer wieder Schneckenkorn gefunden.

Diskussion auf Facebook

Auch auf Social-Media ist das Thema präsent. In der Facebook-Gruppe "Schwarzes Brett Dornhan" werden die neusten Funde mitgeteilt und kräftig über das Zustandekommen des Giftes spekuliert. So schrieb eine Userin­: "Den Bauer anzeigen, der so sorglos mit Schneckenkorn umgeht". Das wiederholte Auftreten sieht eine andere Userin als Argument gegen diese Version. "Und ich denke auch nicht, dass es ein Bauer war. Der fährt nicht so viele Male".

Dies bestätigt ein User, der anmerkt, dass die Jahreszeit für Schneckenkorn bereits vorbei ist. "Schneckenkorn braucht man nur zu Anfang im Raps, bis dieser groß genug ist und nicht mehr von den Schnecken gefressen wird. Raps wird bis Ende August gesät". Eine andere Userin ergänzt noch: "Egal wer es war, auf jeden Fall grob fahrlässig".

Die Polizei wurde mittlerweile informiert, am 5. Oktober ging ein Hinweis ein, wie die Pressestelle in Konstanz bestätigt. "Nähere Informationen haben wir aber noch nicht", gibt Uwe Vincon zu Protokoll. Am 9. September musste nach seiner Aussage ein Tier eingeschläfert werden, hier war die Nutzung des Schneckenkorns landwirtschaftlicher Natur.

Ortskunde vorhanden

Dass dies nun nicht der Fall sei, ist sich auch die Leserin im Gespräch mit unserer Redaktion sicher. "Wir sind uns eigentlich alle sicher, dass das bewusst passiert, weil es speziell auf beliebten Strecken auftritt. Nach ein paar Tagen und Regen verschwindet es zwar, taucht aber immer wieder auf."

Eine Einnahme kann für die Tiere zu einem qualvollen Tod führen, wie auch Jörg Hauser, der Amtsleiter des Veterinär- und Verbraucherschutzamtes auf Nachfrage bestätigt. "Die giftigen Stoffe machen sich schnell bemerkbar und greifen die Schleimhäute an. Sobald Symptome erkannt werden, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Das Gift kann möglicherweise noch erbrochen werden." Er empfiehlt, seinen Hund sehr genau zu beobachten und die Polizei zu informieren.

Auch die Stadtverwaltung Dornhan weiß auf unsere Nachfrage von der Thematik. Auf der Homepage und Facebook-Seite ist der Hinweis vermerkt und auch im Gemeindeblatt soll auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden. "Ich habe beim Spazierengehen erst wieder eine Frau aus Hochmössingen darauf aufmerksam gemacht und ihr geraten, hier erst mal nicht zu laufen", so erzählt uns die Leserin.

Kein Kavaliersdelikt

Bei einer bewussten Verbreitung von Schneckenkorn, verstößt man übrigens gegen das Tierschutzgesetz, was drastische Folgen haben kann, wie Uwe Vincon von der Pressestelle Konstanz erklärt: "Das ist natürlich mit rechtlichen Strafen belegt. Nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren sowie empfindliche Geldstrafen. Das ist alles andere als ein Spaß".

Wer also etwas Auffälliges beobachtet hat, kann sich bei der Polizei mit Hinweisen melden. Dann können die Tierliebhaber rund um Marschalkenzimmern bald wieder beruhigter ihre Strecke laufen.