Jüngst waren der Patentochter von Martin Luther King Jr. einige ihrer geliebten Reptilien entwischt. Ihre Spürnase Coco war jedoch zur Stelle.
Wer das Glück hat Juandalynn R. Abernathy zu kennen, der weiß: Die Frau liebt Schildkröten. Ihren Garten hat sie – besser gesagt ihr ebenfalls Schildkrötenbegeisterter Ehemann – daher großflächig zu einem Schildkrötenparadies umgestaltet.
20 Schildkröten lassen es sich dort gut gehen, neun weitere leben derzeit in einem kleineren Gehege außerhalb der designierten Schildkrötenzone.
Bei einem Besuch zeigt sie stolz, wie gut es die Tiere bei ihr haben. Das wichtigste zuerst: „Die Männchen müssen getrennt von den Weibchen sein, sonst stören sie sie“, erzählt Abernathy.
Die schnellsten sind sie zwar nicht, allerdings kann man bei so vielen Schildkröten dennoch schnell den Überblick verlieren. „Deshalb zähle ich jeden Tag, ob sie noch alle da sind.“
Jüngst war das nicht der Fall. An einem sonnigen Tag ließ Abernathy sechs ihrer Schildkröten außerhalb ihres eigentlichen Geheges durch den Garten streifen. Diese nutzen die Zeit, um sich etwas zu sonnen.
Einmal nicht aufgepasst, hatten sich vier von ihnen dann aber doch aus dem Staub gemacht. „Eine konnte ich schnell wieder einfangen, aber die anderen drei waren wie vom Erdboden verschluckt“, erzählt sie. Panisch suchte sie den Garten und die angrenzenden Grundstücke ab. Doch von den Schildkröten keine Spur. „Ich habe meine Nachbarn informiert und bei allen Tierheimen angerufen, aber keiner hatte die beiden fehlenden Schildkröten gesehen.“ Bis eines Mittags ihr Nachbar an der Tür klingelte. „Er hatte sie auf der Straße gefunden.“ Fehlten also noch drei.
Deren heldenhafte Finderin: Spürnase Coco. Bei einem Kontrollgang durch den Garten nahm die Hündin die Fährte der fehlenden Schildkröten auf. „Zwei versteckten sich unter der Gartenbank“, erzählt Abernathy. „Coco stand ganz aufmerksam davor und machte mich dadurch darauf aufmerksam.“ Mit der Hilfe des Vierbeiners konnte schließlich auch die letzte Schildkröte aus dem Busch im Vorgarten gerettet werden. „Zum Glück! Sonst wäre sie vielleicht auch noch durch den Zaun auf die Straße gelaufen“, meint Abernathy.
Nun sind alle wieder in ihrem Gehege. Dort bekommen sie zweimal täglich frisches Wasser, Löwenzahn, Klee, Spitzwegerich und alles was ihre kleinen Herzen sonst noch begehren. Hin und wieder zum Beispiel ein paar Hibiskusblüten. „Das ist wie ein Festmahl für sie“, meint Abernathy.
Damit, wie Schildkröten artgerecht gehalten werden, beschäftigt sie sich gerne. „Abends lese ich oft Bücher über Schildkröten.“ Auch sonst ist ihre Liebe zu den gepanzerten Reptilien im Garten ersichtlich: Unter fast jedem Busch sind Schildkrötenfiguren zu entdecken. „Ich liebe Schildkröten einfach.“