Munter geht es bei den Küken zu. Foto: Weiger-Schick

Das „liebe Federvieh“ ist im sozialen Einsatz in der Kindertagesstätte in Nusplingen.

In der Nusplinger Kindertagesstätte Sankt Josef sind die Hühner los: Seit einigen Monaten haben die Kinder tierische Verstärkung. Und die wird heiß geliebt.

 

Alles begann mit einer guten Idee. Dazu kamen viele Eier. Denn Daniela Decker und Jenny Mengis-Alber hatten den Einfall, dass es spannend sei, den Nusplinger Kita-Kindern die Entwicklung vom Ei zum Huhn zu zeigen. In die Kita zogen zwei Brutautomaten und 40 Hühnereier ein. Schäfer Harald Höfel unterstützte die Einrichtung mit der nötigen technischen Ausstattung und mit seiner Erfahrung in Sachen Tierhaltung.

Die Kinder lernen Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den Tieren. Foto: Weiger-Schick

„Üblicherweise dauert es 21 Tage, bis aus einem Ei ein Küken schlüpft“, erklärt Daniela Decker. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Jenny Mengis-Alber betreut die erfahrene Erzieherin das Hühner-Projekt. „Von Kindern und Erzieherinnen war also erst einmal Geduld gefordert“, erinnert sie sich.

Gemeinsam las man Geschichten über Küken und Hühner, um die Wartezeit zu überbrücken. Die Gruppen bastelten themenbezogen, informierten sich über den „Checker Tobi“, verkauften am Sommerfest passende Accessoires und beobachteten immer wieder die Eier. Am wichtigsten für die Kinder war ihr Abreißkalender, der die Wartezeit bis zum Schlüpfen verkürzte.

Liebevoll kümmern sich die Kinder um die Tiere. Foto: Weiger-Schick

An Tag 17 machte sich plötzlich ein Küken auf den Weg. Kinder und Erzieherinnen nannten es „Speedy“. Nach und nach schlüpften die Küken. Die kleinen Flausch-Knäuel wuchsen schnell. Alle konnte das Kita-Team langfristig nicht behalten.

Sundheimer-Huhn „Speedy, das erstgeborene Huhn, ist der Kita erhalten geblieben, genauso Marans „Milky Way“ und die beiden Seidenhühner „Punky“ und „Flauschi“. Zwischenzeitlich wohnt die aktive Mini-Schar in einem geräumigen Stall im Kita-Garten. Bei den 112 Mädchen und Buben sind die tierischen Freundinnen längst die geheimen Stars, bei den 22 Erzieherinnen der sechs Gruppen genauso. Kita-Chefin Birgit Münster ist voll des Lobes: „ein großartiges Projekt mit praxisnahem Erfahrungsnutzen“. Außerdem lernten die Kinder Verantwortungsbewusstsein für andere Lebewesen.

Aus Küken werden... Foto: Weiger-Schick

Daniela Decker und Jenny Mengis-Alber indes mussten für das Hühnerprojekt noch einmal die Schulbank drücken. Denn die Tierhaltung in der Kita – behördlich heißt das „im sozialen Einsatz“ – darf laut Tierschutzgesetz nicht mit Schäden für die Tiere verbunden sein. Marisa Hahn, die Pressesprecherin des Landkreises, erläutert das Prozedere: Die beiden Erzieherinnen mussten sich theoretische und praktische Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen. Außerdem stand die Kita immer mit den für Tierschutz verantwortlichen Stellen beim Landkreis in Verbindung – auch bezüglich der Haltungsbedingungen.

....Hühner. Foto: Weiger-Schick

Die Tiere benötigen beispielsweise eine gewisse Grundfläche und ein Areal zum Scharren. Die Behörde, so Marisa Hahn weiter, überzeuge sich zudem turnusgemäß, ob das Konzept geeignet sei, um beispielsweise die Tiere vor übermäßiger Belastung und Stress zu schützen.