Die Vogelgrippe breitet sich derzeit stark aus. Wie gehen die Bauernhöfe in der Region damit um? Wir haben beim Eichenhof in Grosselfingen nachgefragt.
Die Vogelgrippe breitet sich in Deutschland derzeit rasant aus. Für Schlagzeilen sorgte jüngst ein größerer Geflügelhof im Alb-Donau-Kreis. Dort wurde in einem größeren Geflügelbetrieb in Öllingen das, so der Fachbegriff, aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5N1 nachgewiesen, welches in der Regel bei Tieren zu schweren Verläufen führt.
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurde der Betrieb mit knapp 15 000 Tieren nach der Verdachtsmeldung umgehend gesperrt, wie das Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum und Verbraucherschutz auf seiner Internetseite informiert. Die von der Vogelgrippe betroffenen Tiere wurden getötet.
Aufgrund des Ausbruchs gilt seit dem 25. Oktober eine Stallpflicht innerhalb eines Radius von zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb, welche das zuständige Veterinäramt erlassen hat.
Behörden müssen entscheiden
Sorgen bereitet der Ausbruch der Vogelgrippe auch Geflügelhaltern aus der Region, so etwa Michael Oesterle, Inhaber des Grosselfinger Eichenhofs, der auf die Entscheidungen der Behörden verweist. Diese müssten über eine flächendeckende Stallpflicht entscheiden, die Betriebe diese dann umsetzen. Derzeit laufe auf dem Eichenhof aber noch alles wie gewohnt.
Der Eichenhof legt nach eigenen Angaben aber ohnehin höchsten Wert auf Hygiene. Vor Betreten des Stalls werde stets darauf geachtet, dass die Hühner nicht mit Staub oder Schmutz von Jacken oder Schuhen in Kontakt kommen. Die Kleidung werde daher regelmäßig gewechselt. „Das ist bei uns aber eine grundsätzliche Maßnahme“, betont Oesterle. Das fordere beispielsweise auch die KAT-Zertifizierung, welche für die Eier vom Eichenhof greife.
Engmaschige Kontrollen von Wasser und Futter
Das Qualitätsmerkmal geht auf den Verein KAT (Kontrollierte alternative Tierhaltungsformen) zurück und garantiert dem Verbraucher, dass Eier aus einem geschlossenen und lückenlos kontrollierten System stammen, das strenge Anforderungen an Haltung, Futter und Herkunft stellt. Oesterle erläutert, dass diese Kriterien auch für Besucher gelten.
Weiter gebe es auf dem Eichenhof eine engmaschige Kontrolle von Wasser und Futtermitteln. Eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion sei dazu „ein Muss“. Aber auch dies geschehe auf dem Eichenhof ohnehin.
Dennoch sagt Oesterle: „Dass Zugvögel über den Stall fliegen, darauf haben wir keinen Einfluss.“ Und weiter: Sollte eine landesweite Stallpflicht kommen, werde man auch diese Herausforderung lösen. Derzeit leben etwa 1000 bis 1500 Hühner auf dem Grosselfinger Hof.
Vogelgrippe
Regelmäßige Ausbrüche
Die aviäre Influenza, besser bekannt als Vogelgrippe, ist nicht neu. In den vergangenen Jahren kam es in der Geflügelhaltung und bei rastenden Wildvögeln immer wieder zu Ausbrüchen, wie der NABU Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung schreibt.
Tote Tiere melden
Dieses Jahr überschattet der Ausbruch den Zug zehntausender Kraniche über Deutschland auf dem Weg in den Süden. Auch in Baden-Württemberg seien einige der Tiere unterwegs. Neben Kranichen sind laut Mitteilung des Nabu vor allem Wasservögel, wie Gänse, Enten und Schwäne, von der Vogelgrippe betroffen, weil sie sich ebenfalls in großen Gruppen sammeln. In Baden-Württemberg rasten im Herbst viele Wasservögel an großen Seen wie dem Boden- und Federsee, aber auch in Flusstälern. Tote oder offensichtlich erkrankte Vögel sollten schnellstens dem zuständigen Veterinäramt des Landratsamts melden.