Ohne sie geht bei der Fasnet in Hüfingen nichts: die Hansele und Gretele. Foto: Daniel Vedder

Frühmorgens geweckt, nachmittags gefeiert: Beim Fasnet-Mentig ziehen Hunderte Narren durch Hüfingen – mit Akrobatik, Gutsle, Musik und „Narro“ trotz Regens

Ein strammes Programm spulen die Narrenzünfte von der Baar dieser Tage ab. Ein Höhepunkt der schwäbisch-alemannischen Fasnet jagt derzeit den nächsten.

 

Kinderumzüge am Schmutzigen, Zunftabende über das Wochenende und dann sind da auch noch die großen Umzüge im Städtedreieck. Und was in dieser Hinsicht bei den Nachbarn in Donaueschingen der Sonntag ist, das ist in Hüfingen der Fasnet-Mentig.

Auch in diesem Jahr war der große Umzug entlang der Hauptstraße wieder einer der Höhepunkte der Hüfinger Narrenzeit.

Schon früh geht’s los

Gesteckt wurde der Rahmen allerdings schon deutlich vor dem Startschuss, nämlich mit dem Wecken durch die Bächli-Glonki, bereits am frühen Morgen um 6 Uhr. Lange waren die Hüfinger Narren also bereits auf den Beinen, als der Zug durch die Stadt pünktlich um 14 Uhr starten konnte. Bis dahin hatten sich dann auch wieder einige Hunderte Schaulustige nach Hüfingen verirrt. Im Vergleich zur Vorjahresausgabe, die unter strahlendem Sonnenschein stattfand, hatte der Regen 2026 den einen oder anderen fernbleiben lassen.

Die Tabor-Hexen aus Dittishausen beeindrucken mit Akrobatik. Foto: Daniel Vedder

Bis kurz vor Beginn des Umzugs hatte strömender Regen die Stadt im Griff. Als die Zünfte mit lautem „Narro“ durch die Straße zogen, hatte sich die Situation zumindest soweit gelegt, dass einige entlang der Strecke ihre Regenschirme wieder eingeklappt hatten. Angeführt von den kleinen Hansele und Gretele schritten die Gruppen auf Höhe des Rathauses los.

Mit Sprüngen und lautem Glockenschellen brachten sie sogar kurz die düstere Wolkendecke dazu, über der Hauptstraße aufzureißen. Dabei verteilten sie natürlich Gutsle unter den Kindern, die sich mit ihren Eltern am Wegesrand aufgestellt hatten.

Musikalisch wird viel geboten

Musikalisch war beim Umzug einiges, gar ungewöhnliches geboten. Zunächst einmal ganz traditionell marschierte die Stadtmusik hinter den jungen Hästrägern her. Daneben war zum Beispiel die Wetti-Zunft aus Behla mit einigen Bläsern vertreten. Auch der Donaueschinger Frohsinn, angeführt von den Narrenräten, zog mit einer großen Gruppe durch Hüfingen. Musikalisch aus der Reihe tanzen, das muss man zur Fasnet erstmal schaffen. Die Sieben-Plätz-Hexen aus Allmendshofen können es. Schon beim Umzug in Donaueschingen waren sie einer der Hingucker und Hinhörer.

Und auch beim Umzug in Hüfingen zelebrierten sie, als Nikoläuse verkleidet, ihren ganz eigenen Weihnachtsmarkt mit entsprechender Musik, da es in der Donauquellstadt ja keinen offiziellen mehr gibt.

Die Sonne blitzt kurz durch die dunkle Wolkendecke über der Hauptstraße. Foto: Daniel Vedder

Beim Umzug zeigten sich einige Zünfte, vor allem aus Hüfingen und Donaueschingen.

Mit Streckscheren auf der Jagd

So spannten etwa die Riedhexen aus Allmendshofen den ein oder anderen mutigen Zuschauer auf ihr Drehrad, die Scheeremanne Hüfingen griffen mit ihren Streckscheren auch nach den Umzugsbesuchern, die sich in den hinteren Reihen sicher schätzten vor Tannennadeln der Bärcheappeli.

Die Sonne blitzt kurz durch die dunkle Wolkendecke über der Hauptstraße. Foto: Daniel Vedder

Die Anreise aus Dittishausen hatten die Tabor-Hexen auf sich genommen. Sie begeisterten das Publikum mit toller Akrobatik und bildeten auf der nassen Oberfläche immer wieder Narren-Pyramiden.

Nach 40 Minuten hatte die Narrenschar dann den ersten Teil bis zur Kreuzung zur Bahnhofstraße geschafft. Doch damit ist beim Fasnet-Mentig-Umzug in Hüfingen noch nicht Schluss. Als sich alle Gruppen am Wendeplatz versammelt hatten, ging es wieder zurück in Richtung Rathaus. Mit Trommeln und Trompeten, mit lautem „Narro“ – und dann auch wieder mit nasser Begleitung von oben.