Bürgermeister Michael Kollmeier in der Lucian-Reich-Schule: Jonathan, Julian, Luca, Marian, Cäcilia, Merthan, Julien, Nico, Ardonit, Luca, Arwid, Nina, Maria, Lina, Birgit Nolting und Mara Renz erzählten ihm vom Alltag in den modernen Räumen. Foto: Wieland

Über das Konzept der Hüfinger Lucian-Reich-Schule informierten sich Bürgermeister Michael Kollmeier und der Gemeinderat bei ihrem Besuch. Es gab einen Einblick, wie das Lernen inzwischen abläuft und was sich seit dem Umbau alles getan hat.

Hüfingen - Als Schule, bei der die Räume und das pädagogische Konzept perfekt aufeinander abgestimmt sind, so lässt sich die Hüfinger Lucian-Reich-Schule wohl am besten beschreiben. Nachdem 2018 mit den Bauarbeiten an dem Schulgebäude gestartet wurde, konnte dieses pünktlich zum Schulstart 2021/22 wieder geöffnet werden. Und wie ist es aktuell für jene, die täglich darin unterrichtet werden – oder unterrichten?

 

"Wir waren sehr glücklich, als wir zum Schulstart 2021/22 die Schule wieder öffnen konnten. Die Bauzeit war sehr von Corona geprägt und wir mussten dadurch mit einigen Schwierigkeiten kämpfen", erinnert sich Kollmeier zurück. "2018 wurde damit gestartet, den ehemaligen Querbau abzureißen. Somit konnten wir in 2019 mit dem Neubau, beziehungsweise dem Umbau des Bestandsgebäudes starten. Zu Beginn der Arbeiten wurden dann auch Container beschafft, in welchen der Unterricht weitergeführt werden konnte", so der Bürgermeister weiter.

Froh über Platz in Containern

Über diese Container ist die Schule bis heute noch froh: "Zu Beginn haben wir die Container benötigt, um den Regelunterricht weiterzuführen. Aktuell werden diese jedoch benötigt, um unsere Förderklassen, welche zum Beispiel aus Geflüchteten aus der Ukraine bestehen, zu unterrichten. Dort werden die Schüler erstmal aufgenommen, erhalten den ersten Deutschunterricht sowie den regulären Unterricht in kleinen Gruppen, bis sie sich sicher genug fühlen, um am Regelunterricht teilzunehmen", freut sich die Direktorin Ruth Zacher, die pünktlich zur Fertigstellung des Gebäudes ihre Stelle an der Lucian-Reich-Schule antrat.

Die Bauarbeiten an dem Bestandsgebäude und dem ehemaligen Querbau liefen während der Bauzeit meist parallel, der Neubau konnte etwas schneller fertiggestellt werden. "Die umfassenden Bauarbeiten am Bestandsgebäude waren ursprünglich nicht geplant", erklärt Kollmeier. Im Bestandsgebäude konnten jedoch durch einige bauliche Kniffe die nutzbaren Räumlichkeiten erweitert werden. "Die frühere Aula war früher zum Beispiel nicht für den dauerhaften Aufenthalt vorgesehen. Durch bauliche Änderungen konnten wir die Räumlichkeiten so verändern, dass dies mittlerweile erlaubt ist und sich dort nun Lerninseln befinden, in welchen die Schüler sich gerne aufhalten", so Kollmeier.

Lerninseln kommen bei den Schülern an

Wie gut diese Lerninseln, über die im Stadtrat intensiv diskutiert wurde, bei den Schülern ankommen, konnten sich die Stadträte bei der Besichtigung der Schule selbst überzeugen: Zwei Neuntklässler bestätigten, wie gerne sie sich dort aufhalten.

Des Weiteren wurde der Umbau auch dazu genutzt, die Schule bei dem Thema Digitalisierung wieder auf den neuesten Stand zu bringen: "Bereits vor Corona hatten wir Tablets für die Schüler im Haushalt vorgesehen. Heute hat jede 13. Klassenstufe Tablets zur Verfügung, welche die Schüler beim Lernen unterstützen. Des Weiteren hat jeder Lehrer ein Tablet sowie alle Klassenräume sind mit Whiteboards ausgestattet", erklärt Kollmeier.

Lehrer nutzen Medien und unterschiedliche Methoden

"Die Tablets werden von Lehrern und Schülern sehr gut in den Unterricht integriert. Die Lehrer haben somit die Möglichkeit, unterschiedliche Medien zu nutzen und auch unterschiedliche Methoden, den Schülern den Lernstoff beizubringen", freut sich die Rektorin. Neben unterschiedlichen Methoden des Lernens haben die Lehrer auch die Möglichkeit, durch Ortswechsel bei den Schülern für Abwechslung zu sorgen. So ist im Neubau, in dem vor allem die fünfte Klasse unterrichtet wird, ein reger Verkehr: Neben einer Markthalle, in der sich die Kinder in den Pausen und vor dem Unterricht aufhalten können und sich Lerninseln befinden, haben sie ein reguläres Klassenzimmer, einen Inputraum, ein Lernbüro, zwei Gruppenräume und einen Leseturm.

"Wir wollen den Schülern die Möglichkeit bieten, dass sie individuell lernen können. Das heißt, die Kinder bekommen je nach Stand, Aufgaben und neuen Lernstoff. Am Anfang jeder Woche besprechen die Lehrer mit den Schülern, was genau das Ziel der aktuellen Woche ist, und so lernen die Kinder in ihrem eigenen Tempo", so die Rektorin.

Info: Die Kosten

Räume, die zu einem solchen Konzept passen, kosten auch ihr Geld: "In Summe sind wir ganz zufrieden mit der Sanierung und dem Neubau. Wir lagen gesamthaft zwar knapp zehn Prozent über dem ursprünglichen Budget, aber ich denke, das ist soweit ganz gut", erklärt der Hüfinger Bürgermeister Michael Kollmeier. Insgesamt wurden von Seiten der Stadt 14,7 Millionen Euro für das Projekt ausgegeben, ein Großteil wurde in den Neubau investiert. Knapp zwei Millionen Euro fielen für den Umbau des Bestandsgebäudes, eine halbe Million für Digitalisierung an.