Peter Futter war im vergangenen Sommer 700 Kilometer zu Fuß durch Norwegen unterwegs. Der 61-jährige Hüfinger hat dabei auf den meist einsamen Wegen durch grandiose Landschaften einiges erlebt. Foto: Roland Sigwart

Peter Futter aus Hüfingen durchquerte Norwegen in 33 Tagen. Der Extremwanderer erzählt jetzt vom Olavsweg.

Wenn von Pilgerwanderungen die Rede ist, denken in unseren Breiten viele an den Jakobsweg, der in Santiago de Compostela endet. Peter Futter war da schon, ihn zog es diesmal nach Norden: Der 61 Jahre alte Hüfinger war im vergangenen Sommer auf dem Olavsweg unterwegs. Dieser führte ihn rund 680 Kilometer durch Norwegen.

 

Tour teilte er in 33 Tagesetappen auf

In 33 Tagesetappen aufgeteilt, startete diese Tour Ende Juli in Oslo und endete Anfang September in Trondheim. Der faszinierende Weg führte den alleine wandernden ehemaligen Berufssoldaten durch beeindruckende Hochgebirge, wilde, abgelegene Naturlandschaften, vorbei an Kirchen und Kapellen bis zum Grab des Heiligen Olav Haraldsson, einem norwegischen Wikingerkönig, der von 995 bis 1030 gelebt haben soll.

„Einfach in der abgelegenen Wildnis draußen sein, das Leben nur aus dem Rucksack bestreiten und für sich alleine sein, das fasziniert mich am allermeisten an solchen Extremwanderungen“, erzählt Peter Futter begeistert. Dabei war der Hüfinger nicht zum ersten Mal auf Tour. 2016 war er bereits in der Schweiz, Frankreich und Spanien unterwegs, 2018 absolvierte Futter einen zweigeteilten Extremmarsch durch Österreich. Und die nächste, wenn auch nicht so ganz anstrengende Wanderung ist ebenfalls schon fest geplant: In den kommenden Wochen geht es zusammen mit der Frau nach Portugal.

Nur selten hatte er Mitwanderer

Die einzelnen Tagesetappen in Norwegen meisterte Peter Futter zum allergrößten Teil ganz alleine, nur selten hatte er Mitwanderer. „Einzig in den einfachen Übernachtungshütten am Ende der einzelnen Tagesetappen traf ich hin und wieder Wanderkollegen oder Wanderkolleginnen“, erzählt Futter. Da der Extremwanderer sein gesamtes Gepäck die ganze Strecke über im Rucksack transportierte, musste er seine Ausrüstung stark einschränken. „Nur das allerwichtigste wie Iso-Matte, Schlafsack und eine Garnitur Kleidung zum Wechseln, dazu hauptsächlich Verpflegung und technisches Equipment wie Handy, Kamera und Drohne“, listet der Hüfinger auf. „Dennoch waren es 15 Kilo, die ich tagtäglich den Weg entlang tragen musste.“

Faszinierende, stimmungsvolle Landschaften seien dann die Entschädigung für die Schlepperei gewesen. „Und frisches Wasser aus wilden Bächen und leckere Beeren vom Wegesrand gab’s obendrauf.“

Frisches Wasser aus wilden Bächen getrunken

Das eindrücklichste Erlebnis, das auf der Tour bleibenden Eindruck machte, war für den 61-jährigen Hüfinger an einem Sonntagmorgen der spontane Gottesdienstbesuch in einer der für Norwegen typischen Stabkirche: „Ich wurde kurzerhand zum Mitfeiern des Taufgottesdienstes eingeladen und der ganze ursprüngliche Ablauf hinterließ bei mir pures Gänsehautfeeling“.

Die wichtigste Voraussetzung für solch eine Extremwanderung sei eine genaue Vorplanung mit genauer Kenntnis des Weges und der Übernachtungsmöglichkeiten, erklärt Peter Futter. „Man muss sich natürlich über seine eigene körperliche Fitness im Klaren sein. Die Ausrüstung sollte minimal, aber professionell sein. Dabei sollte man sich erst nach kürzeren, einfachen Eingewöhnungswanderungen ganz langsam und Stück für Stück an längere, auf Mehrtagestouren wagen.“

Multimedia-Vortrag

Interessierte können am Mittwoch, 5. Juli, 20 Uhr, aus erster Hand von von Peter Futters Erlebnissen erfahren. Der Extremwanderer hält auf Einladung der Hüfinger Kolpingsfamilie im katholischen Pfarrheim einen Multimedia-Vortrag über seine Wanderung auf dem norwegischen Olavsweg. Der Eintritt hierfür ist frei, Spenden erbittet Futter für die Hilfsorganisation Target, die indigene Naturvölker unterstützt. Wer sich für mehrtägige Wanderungen, seien es regionale oder auch internationale Touren, interessiert, kann im Frühjahr 2024 einen Kurs besuchen, den Peter Futter in der VHS anbietet.