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Hüfingen Viele Sachspenden für Rumänien gesammelt

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Auf diesem Foto freuen sich im vergangenen Jahr Kinder im rumänischen Kinderheim Saniob über die Ankunft eines Transports aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis.Foto: Rösch Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist ihr Herzensprojekt: Menschen helfen, die ein weniger privilegiertes oder wohliges Leben haben als die Deutschen.

Hüfingen (hsc). Für viele mag eine Grundausstattung wie Bettwäsche, Schulmaterialien oder auch Musikinstrumente selbstverständlich sein. "Das ist es aber nicht", sagt Helene Töpfner aus Hüfingen. Deshalb habe sie es sich zur Aufgabe gemacht, den Bedürftigen in Rumänien zu helfen. Genauer gesagt gelangt die Hilfe nach Siebenbürgen – ihrem Heimat, erzählt die 72-jährige Baaremerin.

Vor zwei Jahren bekam sie einen Brief von Bekannten, die über Töpfners hilfsbereite Art Bescheid wussten. Denn ihr Herz schlägt vor allem für das Rote Kreuz, dem sie sich in ihrer rumänischen Heimatstadt als jüngstes Mitglied bereits mit zehn Jahren anschloss. In dem Brief ging es um ein Kinderhospiz und ein Altersheim in Hermannstadt. Dieses brauchte dringend Bettwäsche, Decken und finanzielle Hilfen für sogenanntes Astronauten-Essen, eine medizinische Trinknahrung – diese sei in Rumänien sehr teuer. Seit diesem Zeitpunkt engagiert sich Töpfner für die Region – unter anderem auch in einer Kooperation mit dem Hüfinger Heim Maria Hof; zusammen schickten sie Tische und Bänke für eine Schule nach Siebenbürgen. Zudem habe sie dank einer Spende von Thomas Mattner, der Geschäftsführer eines Discounters ist, einen Karton mit Handschuhen und Masken an das Heim schicken können. Denn "das war Mangelware während des Beginns der Corona-Zeit".

Selbst aktiv mit vor Ort

Doch wie kommt die Hilfe nach Siebenbürgen? Erstmals lagere sie die Ware bei Irmgard Rösch in Villingen. Rösch helfe bei dem Projekt, denn sie engagiert sich ebenfalls im Rahmen des Freundeskreises Oradeas. "Ich bin sehr dankbar für die Hilfe von Frau Rösch", sagt Töpfner. Das Speditionsunternehmen Papst in Sankt Georgen liefert die Ware nach Oradea, einer Stadt in Rumänien. Dies sei dank einer Sondergenehmigung auch in Corona-Zeiten möglich, denn die Firma habe ihren Zweitsitz dort. Die Lieferung zahlt Töpfner aus eigener Tasche. Eine Gruppe namens Deutsches Forum fährt die Güter dann 240 Kilometer weit nach Siebenbürgen.

Im Juli reiste Töpfner selbst nach Siebenbürgen, "um zu sehen, wo die Hilfe ankommt". In dieser Zeit nahm sie Verbindung mit einem Schulleiter in der Region auf. Denn nach den Enteignungen zur Zeit des Kommunismus sei dort "alles etwas schwierig, gerade für die Schulen", sagt sie. Deshalb wünsche sich die Schule Musikinstrumente, damit die Kinder ein Instrument erlernen können. "Die Kinder spielen dann zweimal im Jahr ein Konzert, um von dem Erlös ein Eis essen zu gehen", sagt Helene Töpfner.

"Ich möchte unterstützen, wo ich kann." Deshalb sammle sie jetzt in Hüfingen und der näheren Umgebung Musikinstrumente, um diese nach Siebenbürgen zu bringen. Die Stadtmusik Hüfingen wolle auch mithelfen und einige Musikinstrumente abgeben. Die Instrumente möchte Töpfner dann nach Siebenbürgen begleiten – "sie sind wertvoll, mit den Instrumenten muss behutsam umgegangen werden", betont sie.

Hüfinger Sozialpreis

"Ich bin zwar keine große Rednerin, aber ich habe gelernt, anzupacken", sagt Helene Töpfner über sich und ihren Antrieb. Sie sei mit dem Herzen dabei – und ihre Taten sprechen für sich. "Uns in Deutschland geht es sehr gut, wir können deshalb auch den weniger Privilegierten helfen." Deshalb ist Helene Töpfner für ihr besonderes Engagement dieses Jahr mit dem Hüfinger Sozialpreis geehrt worden.

Siebenbürgen oder Transsylvanien ist eine Region im Zentrum Rumäniens. Sie ist bekannt für mittelalterliche Städte, bergige Grenzgebiete und Schlösser wie das Schloss Bran – eine gotische Festung – die eng mit der Legende um Graf Dracula verbunden ist. Rund sieben Millionen Menschen leben laut einer Erfassung aus dem Jahr 2011 in der Region – bei einer Fläche von 102 834 Quadratkilometern; das ist dreimal so groß wie Baden-Württemberg. 1989 kam es in Rumänien zu einer gewalttätigen Revolution gegen das kommunistische Regime. Diese gilt bis heute als nicht aufgearbeitet – obwohl Rumänien seit 2007 Teil der Europäischen Union ist.

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