Gute Laune herrschte gestern im Hüfinger Rathaus (von links): Tomas Dreßler vom Regierungspräsidium übergab Bürgermeister Anton Knapp und Ortsvorsteher Egon Bäurer den Planfeststellungsbeschluss zur Umgehungsstraße B 27. Foto: Bombardi Foto: Schwarzwälder-Bote

Planfeststellungsbeschluss da / Baubeginn 2012 denkbar / Auch B-27-Ausbau nach Donaueschingen rückt näher

Von Rainer Bombardi Hüfingen-Behla. Endlich: Das Regierungspräsidium Freiburg hat den Planfeststellungsbeschluss für die B-27-Ortsumfahrung Behla erlassen. Die Ortsumfahrung soll eine Verkehrsentlastung des Ortskerns von über 90 Prozent bringen.Der Leiter des Referats Recht/Planfeststellung im Regierungspräsidium, Tomas Dreßler, überreichte den Planfeststellungsbeschluss gestern im Hüfinger Rathaus Bürgermeister Anton Knapp sowie Ortsvorsteher Egon Bäurer.

Es ist ein Beschluss, der die Zukunft des Ortsteil Behla nachhaltig verändert. Mit der formellen Baugenehmigung für die Umgehungsstraße biegt eine jahrelange Entscheidungsfindung auf ihre Zielgerade ein.

Im optimalsten Fall erfolgt der Spatenstich für die Jahrhundert-Baumaßnahme im kommenden Jahr und da die Baukosten unter fünf Millionen Euro liegen, können sie mit den Geldern des Regierungspräsidiums finanziert werden. Dreßler sprach von unübersehbaren Vorteilen für den vom Durchgangsverkehr geplagten Ort. Die Verkehrsentlastung betrage für den Ort mehr als 90 Prozent. "So erhält die Bevölkerung ihren Ort wieder zurück." Die Überquerung der Ortsdurchfahrt werde wieder gefahrenlos möglich sein.

Dreßler appellierte an die Stadt- und Ortsverwaltung, Ideen für ein zukünftiges Ortsbild zu entwickeln. Zuversichtlich zeigte sich der Mann aus dem Regierungspräsidium auch bezüglich der kritischen Punkte im Bereich der Landwirtschaft, des Natur- und Artenschutzes und hinsichtlich des Entwässerungskonzepts. Diese Schwierigkeiten werde man in Gesprächen noch in den Griff bekommen.

Verständnis zeigte Dreßler für die Landwirte, die neben einer Vollentschädigung auch eine Brückenerweiterung für den Viehtransport über die neue B 27 zugesichert bekamen. "Wir tun alles dafür, den betroffenen Landwirten einen möglichst reibungslosen Betrieb zu garantieren", merkte Dreßler an.

Erfreuliches hatte Dreßler auch in Sachen Ausbau B 27 zwischen Donaueschingen und Hüfingen-Wasserturm im Gepäck. Es gebe keinen Grund mehr, das Bauvorhaben weiter aufzuschieben, sagte er. Es genieße die höchste Priorität und könne noch Ende des Jahres abschlussreif vorliegen. Dreßler brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass hinsichtlich der landwirtschaftlichen Wegeführung so viel Einsicht herrsche wie in Behla.

Bürgermeister Anton Knapp und Ortsvorsteher Egon Bäurer sprachen von einem großen Tag für Behla. Die Ziellinie sei in Blickweite gerückt, der Sieg greifbar nahe. Anfangs der 1960er-Jahre war die damals noch selbständige Gemeinde Behla erstmals mit dem Projekt Umgehungsstraße konfrontiert. Das Volk lehnte den Vorschlag damals mehrheitlich ab.

Erst 1992 war die Umgehung erneut Thema im Ortschaftsrat. Sechs Jahre später präsentierte man einen landschaftspflegerischen Begleitplan. Nach jahrelangem Hin und Her und zahlreichen Diskussionen mit der Landwirtschaft sei jetzt alles ganz schnell gegangen, sagte Hüfingens Bürgermeister Anton Knapp.