Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Hüfingen SPD hat trotz Beschluss andere Pläne

Von
Die Lucian-Reich-Schule ist Hüfingens Dauerbaustelle: Der Querbau (oben rechts) soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Und auch das westliche Gebäude hat Sanierungsbedarf. Wie viel dort gemacht werden soll, sorgt allerdings für reichlich Diskussionen. Archivfoto: Roger Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Eigentlich ist die Entscheidung schon gefallen. Mehrheitlich haben sich die Hüfinger Stadträte in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, dass neben dem Neubau an der Lucian-Reich-Schule im Bestand erst nur die Aula saniert werden soll.

Hüfingen (jak). Das Dach und die westliche Fassade des Gebäudes, in dem auch die Verwaltung der Schule untergebracht ist, sollen erst später in Angriff genommen werden, lautete die Entscheidung. Doch die SPD-Fraktion ist damit überhaupt nicht zufrieden: Die Hüfinger Lucian-Reich-Schule sei für die SPD Fraktion seit Jahren eines der wichtigsten kommunalpolitischen Themen.

"Wir haben uns in der Vergangenheit immer intensiv für die Weiterentwicklung einer hochwertigen Bildungsstätte in unserer Stadt eingesetzt. Das wollen und werden wir auch in Zukunft tun, auch wenn es inzwischen etwas schwerer geworden ist", sagt Fraktionssprecherin Kerstin Skodell. Gute Bildungseinrichtungen hält sie für die Lebensadern einer Kommune.

Nach dem Willen der SPD sollten jetzt Nägel mit Köpfen gemacht und mit einer optionalen Baumaßnahme in einem Zug sowohl das Dach der Aula, als auch der Westbestandsbau – komplett mit Dach und Fassade – für die neuen und künftigen Anforderungen saniert werden. Aus Sicht der SPD-Fraktion macht es keinen Sinn, jetzt wieder nur das Nötigste zu sanieren, um in ein paar Jahren eine neue Baustelle einzurichten, mit allen damit verbundenen Belastungen für den Schulalltag. Auch in den weiteren Jahren sei mit einer Überhitzung der Baukonjunktur zu rechnen und somit mit überproportional steigenden Preisen.

Eine Gesamtlösung hätte auch die Vorteile nur einer einzigen Baustelleneinrichtung, mit nur einem gebündelten Bauablauf und den damit verbundenen Synergieeffekten gehabt. Dafür sind im Moment durch das Förderprogramm des Bundes und der Länder zur Schulsanierung Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent zu erwarten. "Wer weiß, ob es solche Zuschüsse in ein paar Jahren auch noch gibt", teilt die SPD mit.

Der SPD-Fraktion sei wichtig, eine einmalige optimale abschließende Lösung umzusetzen, auch damit endlich ein Strich unter die Dauerbaustelle Lucian-Reich-Schule gemacht werden kann. "Die Schule ist uns wichtig", betont die Fraktionsvorsitzende Kerstin Skodell. "Gerade weil hier über die Lebenschancen entschieden wird, und weil dies auch die Wertschätzung gegenüber den Schülern und den Lehrern ausdrückt."

SPD-Stadtrat Sigmund Vögtle sagt dazu: "Unsere Gemeinschaftsschule ist für die Größe von Hüfingen zudem ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil." Leider hätte es für die komplette Sanierung des Westbestandbaus im Gemeinderat keine Mehrheit gegeben, weil die CDU geschlossen nur für die minimalste Sanierung mit dem Dach der Aula gestimmt habe.

"Man fragt sich, ob hier der ideologische Grabenkampf gegen die Gemeinschaftsschule im Untergrund immer noch schwelgt", mutmaßt Vögtle und fügt hinzu: "oder ob manche den Wert und die Bedeutung von Bildung in unserer Gesellschaft immer noch nicht klar erkannt haben?"

CDU weist Vorwurf des "ideologischen Grabenkampfes" zurück

Ganz anders sieht das CDU-Fraktionssprecher Franz Albert: "Wir haben uns für eine Gemeinschaftsschule entschieden. Wir haben sie zu keinem Zeitpunkt infrage gestellt und wir werden auch keinen Rückzieher machen", stellt Albert deutlich klar. Den Vorwurf eines "ideologischen Grabenkampfes" weist er zurück. Für solche Vorwürfe gebe es keine Grundlage, noch wäre es ein "guter politischer Stil". Und schließlich ginge es bei der Entscheidung noch nicht einmal um das pädagogische Konzept der Schule. "Wir haben in der letzten Zeit so viel Geld in die Schule gesteckt", erklärt der CDU-Fraktionssprecher.

Der Blick auf die Finanzen der Stadt zeigt: Aktuell wird ein Neubau für 12,3 Millionen Euro geplant. Für die Aula sind es 685 000 Euro und noch einmal 150 000 Euro kommen für die Sportanlagen hinzu. Und im Hüfinger Haushalt sind die Investitionen in den vergangenen Jahren zusammengefasst: "Für die Erweiterung zur Ganztagsschule, Mensa, energetische Maßnahmen und weiteres an der Lucian-Reich-Schule wurden im Zeitraum 2004 bis 2016 rund zwölf Millionen verausgabt", steht dort geschrieben.

"Wir sind bei dem Neubau mit sechs Millionen Euro gestartet und nun bei zwölf Millionen Euro", erklärt Albert. Und auch die Aula, die ursprünglich bei 575 000 Euro lag, soll mittlerweile durch genauere Berechnungen 685 000 Euro kosten. "Irgendwann ist das für die Bevölkerung auch nicht mehr nachvollziehbar", so Albert. Schließlich gebe es in der Stadt und auch in den Ortsteilen noch andere Projekte, die ebenfalls finanziert werden müssen.

Und nach allem, was in den vergangenen Jahren an der Schule gemacht worden sei, müsste man den Nachfolgern ja auch noch Arbeit überlassen: "Früher hat man ein Schulhaus für 100 Jahre gebaut, mittlerweile ist das so schnelllebig geworden. Wir haben auch schon preisgekrönte Pavillons nach nur 40 Jahren abgerissen", erklärt Albert. Und wer wüsste, was die Schule in 20 oder 30 Jahren braucht. Für die Sanierung des Daches und der Westfassade gebe es momentan keine Veranlassung. "Weder aus pädagogischer Sicht noch aus irgendeinem anderen Grund."

Ihre Redaktion vor Ort Donaueschingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.