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Hüfingen Qualität liegt Familienbetrieb am Herzen

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Drei Generationen Kramer auf einem Bild (von rechts): Udo und Annette Kramer mit Sohn Leo, der gerade einen Fleischerlehre begonnen hat. Rechts oben sind die Porträts von Alfred und Verena Kramer zu sehen, die die gleichnamige Metzgerei vor 50 Jahren gegründet haben. Kramers schlachten ausschließlich Tiere aus der Region – weil ihnen das Tierwohl nicht wurst ist. Foto: Schwarzwälder Bote

Zwischen dem Speck-Ständli und einer Tafel mit den Tagesangeboten hängen rechts und links unter einem Kreuz die Portraits von Alfred und Verena Kramer, die sich vor 50 Jahren mit der gleichnamigen Metzgerei an der Hüfinger Hauptstraße selbstständig gemacht haben.

Hüfingen (hon). Längst haben deren Sohn Udo Kramer und seine Frau Annette das Geschäft übernommen (siehe Infokasten), doch die Erinnerung an die Gründer wollen sie wach halten. Und es ist sicher: Sollten die beiden irgendwann einmal die nächste Modernisierung in Angriff nehmen, dann werden die beiden Fotos wieder einen Ehrenplatz im Verkaufsraum bekommen. Denn von Tradition wird in der Hüfinger Metzgerei Kramer nicht nur gesprochen, sie wird tagtäglich gelebt.

Eigentlich wollten die Kramers das Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen groß feiern. Für den Oktober war ein Festakt mit 250 geladenen Gästen in der Stadthalle vorgesehen, sogar der Laudator stand mit Stadtpfarrer Manuel Grimm, ein Freund der Familie, schon fest. Doch dann machte das Coronavirus alle Planungen zunichte. "Wir holen die Feier aber auf alle Fälle nach, entweder nächstes oder übernächstes Jahr", sagt Udo Kramer.

Ein Informations-Flyer, der an alle Haushalte gehen wird, ist in Arbeit. Als Motto der Jubiläumsfeierlichkeiten ist Udo Kramer bei dem Schriftsteller und Journalisten Theodor Fontane fündig geworden, der Vers spiegelt seine Berufsauffassung wider: "Alles Alte, soweit es Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben."

Udo Kramer bezieht seine Schweine, Rinder und Kälber bei Landwirten, mit denen bereits sein Vater gute Erfahrungen machte. Die Tiere kommen durch die Bank aus der direkten Umgebung und werden artgerecht gehalten – was einerseits Tierleid verhindert und andererseits Udo Kramer ermöglicht, die Herkunft seines Fleisches lückenlos nachweisen zu können. "Kurze Transportwege, eine schonende Schlachtung und handwerkliche Verarbeitung sind die Voraussetzungen für hervorragende Qualität und ausgezeichneten Geschmack", weiß Udo Kramer. "Schlachtung, Produktion und Verkauf, das alles findet bei uns unter einem Dach statt", so der Fleischermeister, der obendrein bei Fleisch- und Wurstwaren Lutz in Blumberg, dem heutigen Schwarzwaldhof, eine Kaufmannslehre abgeschlossen hat. Auch Ehefrau Annette hat nach einer ersten Ausbildung zur Arzthelferin eine zweite Lehre dran gehängt, sie ist Fleischereifachverkäuferin.

Überhaupt: Egal ob in der Produktion oder im Verkauf, bei Kramers gibt es keine Hilfskräfte wie in der Fleischindustrie. Von den acht Metzgern, die täglich ab 5 Uhr frische Wurst- und Fleischprodukte herstellen, haben vier den Meistertitel und vier einen Gesellenbrief. Der Betrieb zählt 17 Mitarbeiter ohne die Familienangehörigen. Die Männer in der Wurstküche verarbeiten rund 1600 Schweine in einem Jahr, zwei junge Rinder pro Woche und alle 14 Tage ein Kalb. 45 bis 50 Zentner Lebensmittel reichen die neun Fachverkäuferinnen in einer Woche über den Ladentisch. Beim Fleisch steht der Chef persönlich am Hackbrett hinter der Theke. Dass der Hausherr selbst die Kundschaft bedient, das ist auch in Familienbetrieben nicht mehr die Regel.

Ein Qualitätsplus verspricht sich Udo Kramer durch den Einsatz von qualitativ wertvollem und unbehandeltem Meersalz. Außerdem veredelt er mit einem Aufbereitungssystem ganz normales Trinkwasser in sogenanntes "Elisa-Wasser", dem Gebirgsbach-Niveau nachgesagt wird. Die Vorteile: Die Würste bleiben länger frisch und schmecken noch besser.

"Erfolgreich" und "fordernd", mit diesen beiden Adjektiven beschreibt Udo Kramer die 50-jährige Geschichte der von seinen Eltern gegründeten und von ihm übernommenen Metzgerei. Mit den sich in dieser Zeit ständig ändernden gesetzlichen Vorschriften, mit der Dokumentationspflicht und den gestiegenen Anforderungen der Lebensmittelkontrolle hat er sich arrangiert, er schimpft nicht auf die Bürokratie. Denn letztendlich dienten die Vorgaben dazu, den Kunden ein gesundes und qualitativ hochwertiges Lebensmittel verkaufen zu können.

Die Metzgerei: 1970 Neubau und Betriebsgründung durch Alfred und Verena Kramer, die zuvor eine Landwirtschaft hatten; 1973 Neubau Schlachthaus/Kühlhaus; 1979, 1988 und 2005 jeweils Ladenumbau; 1991 bis 1994 Ausbildung von Udo Kramer zum Fleischer im elterlichen Betrieb; 2003 Übergabe des Geschäfts von Alfred auf Udo Kramer; 2006 EU-Zertifizierung als erster Handwerksbetrieb im Schwarzwald-Baar-Kreis (wichtig, um weiter selbst schlachten zu dürfen); 2014 Neugestaltung der Fassade; 2016 Umbau einer Garage zu gekühltem Gewürz- und Palettenlager; 2020 50. Jubiläum.

Die Familie: Die Gründer Alfred und Verena Kramer hatten fünf Kinder: Luzia, Otmar, Margit, Hans-Dieter und Udo. Alle hatten ihre täglichen Aufgaben im elterlichen Betrieb zu erfüllen. Auch begannen alle fünf ihre Ausbildung zum Fleischer oder zur Fleischereifachverkäuferin zu Hause. Zur Familie Udo und Annette Kramer zählen neben Udo und Annette Kramer die Kinder Moritz (20 Jahre), Pia (18), Leo (16) und Hanna (13). Leo hat gerade eine Ausbildung zum Metzger begonnen, ob er den Betrieb einmal übernehmen wird, zeigt die Zukunft. Udo Kramer ist in nahezu allen Hüfinger Vereinen passives Mitglied, 25 Jahre war er bei der Feuerwehr dabei.

Die Lieferanten: Kramers beziehen ihre Schlachttiere ausschließlich von landwirtschaftlichen Höfen aus der näheren Umgebung. Einige Beispiele: Fallerhof (Hüfingen), Breitenhof (Behla), Hof Werner Bäurer (Fürstenberg), Hof Leo Siebler (Unadingen), Eichenhof Edgar Bäurer (Hüfingen), Hof Karl Kossbiehl (Behla) und Lammfleisch vom Hüfinger Schäfer.

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