Das Gemeinderatsorchester spielt während der Jahresabschlussfeier des Rats (von links nach rechts): Sarina und Egon Bäurer, Petra Moog, Michael Steinemann, Volker Gut und Michael Jerg. Foto: Rainer Bombardi

Der Gemeinderat hat den Haushalt 2025 verabschiedet und bleibt schuldenfrei. Bürgermeister Patrick Haas und die Fraktionen betonen den vorsichtigen Umgang mit Finanzen. Zentrale Themen sind die Verbesserung der Infrastruktur, die Förderung der Jugendarbeit und eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Der Hüfinger Gemeinderat kann zuversichtlich in die Zukunft blicken. Er hat in seiner Jahresabschlusssitzung die Haushaltssatzung 2025 inklusive Haushaltsplan sowie den Wirtschaftsplan der Stadtwerke 2025 verabschiedet. Und da sieht es gar nicht schlecht aus.

 

Hüfingen präsentiert sich als eine der großen Ausnahmen im Landkreis mit schuldenfreiem Kernhaushalt, sodass keine Kreditaufnahme notwendig wird. Bürgermeister Patrick Haas und die Fraktionen waren sich dennoch bewusst, dass die fetten Jahre vorerst vorbei sind und ein behutsamer Umgang mit den Finanzmitteln auch in alle bevorstehenden Entscheidungen prioritär einzubeziehen ist.

Aufkeimende Aufbruchsstimmung

Haas hob in seiner Rede zum Haushalt 2025 das immer gültige Prinzip hervor, dass die Einnahmen bestimmen, was ausgegeben werden darf. Getreu dem Haushaltsrecht forderte er eine ressourcenorientierte Finanzstrategie, die er in den wenigen Monaten seiner Amtszeit in Hüfingen fraktionsübergreifend festgestellt habe.

Die Finanzen der Stadt Hüfingen sehen für das kommende Jahr gar nicht schlecht aus. Foto: Aldeca Productions - stock.adobe

Die aufkeimende Aufbruchstimmung mitzunehmen, ist auch ein Ziel der CDU-Fraktion. Sprecher Markus Leichenauer appellierte, sich für eine gemeinsame intrafraktionelle Weiterentwicklung einzusetzen, die Hüfingen noch lebenswerter und erlebnisreicher macht. Dazu zählte er eine Überprüfung der Verkehrsströme in der Stadt und deren Optimierung, eine Verbesserung der Fahrradinfrastruktur, Barrierefreiheit oder mehr Bürgerbeteiligung.

Transparenz als wichtige Basis

Er plädierte für den Entwurf von Strukturen für ein Leben im Alter und eine Verbesserung der Vereinsförderrichtlinien. Leichenauer rief zudem dazu auf, sorgsam mit den Finanzen umzugehen und kostenintensive Aufgaben fortlaufend zu prüfen. Er mahnte, getroffene Beschlüsse einzuhalten, um die Glaubwürdigkeit als Gremium zu erhalten.

„Gemeinsam sind wir stark!“ gab sich SPD-Fraktionssprecherin Kerstin Skodell zuversichtlich, die bevorstehenden finanziellen Herausforderungen meistern zu können. Transparenz und gegenseitiges Vertrauen nannte sie als Basis einer bürgernahen Stadtentwicklung. „Wir setzen uns für ein Mehrgenerationenhaus als Ort der Begegnung, des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung ein. Zudem zählen die Erweiterung der offenen Jugendarbeit und die Wohnraumförderung junger Familien zu unseren Zielen.“

Ausgeglichener Haushalt als Priorität

Skodell forderte, alles zu unternehmen, dass die seit 2013 ohne Kreditaufnahme auskommende Kommune auch in den kommenden Jahren schuldenfrei bleibt. Fraktionskollege Reinhard Isak beleuchtete den Wirtschaftsplan der Stadtwerke. Er habe anhand der Besucherzahl ein steigendes Interesse an Bad und Sauna festgestellt.

Michael Steinemann, Fraktionssprecher des Freien Forums, stufte einen ausgeglichenen Haushalt als oberste Priorität ein. Dennoch hob er Investitionen, wie in die Dorfplatzgestaltung in Behla oder den Anbau an das Feuerwehrgerätehaus als Grundlage einer erfolgreichen Entwicklung hervor.

Kein Solarpark auf fruchtbaren Feldern

Er bezeichnete eine generationenübergreifende Sozialraumplanung in Hüfingen, die Weiterentwicklung des Kindergartenkonzepts, inklusive Überlegungen zur Schaffung eines zweiten Naturkindergartens für die Kernstadt, oder die Wertschöpfung aufgrund des Windparks auf der Länge als wichtige Bausteine für die Zukunft der Stadt. Ablehnend äußerte er sich zu Solarparks auf fruchtbaren Feldern. Er signalisierte die Bereitschaft, städtische Gebühren für kommunale Dienstleistungen gemeinsam zu analysieren und anzupassen.

LBU-Gemeinderat Peter Albert stufte die Qualität des Trinkwassers als von überragendem Wert ein und regte an, gemeinsam nachhaltige Strukturen für seine dauerhafte Verfügbarkeit zu entwickeln. Er forderte eine ausreichende Vernetzung des Leitungssystems im Städtedreieck und eine politische Steuerung des Verkehrs.

Alternativen aufzuzeigen – von Fahrradwegen bis E-Ladestationen – lautete sein Rezept gegen einen aufkommenden Freiheitsverlust bei Fahrzeuglenkern. Albert bezeichnete es als vordringlich, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine möglichst gute Gesundheitsvorsorge vor Ort zu ermöglichen. Als weitere Ziele definierte er: Alternativen zum Wohnen im Alter, die Förderung der Jugendarbeit, im Tourismusbereich, die Wiederbelebung des Hotels Frank und die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung.

Dafür geht Geld drauf

Die Stadt Hüfingen plant 2025 Investitionen in Höhe von 7,9 Millionen Euro. Zu ihnen zählt der Erwerb von Grundstücken, die Errichtung eines Bauhofgebäudes, die Beschaffung einer Arbeitsbühne für den Bauhof, die Stromverteilung für die Lucian-Reich-Schule, die Sanierung der Bahnhofstraße 8, die Erweiterung und Sanierung von Kitas, eine Einlage ins Eigenkapital der Stadtwerke, die Weiterentwicklung der Breitbandversorgung, die Dorfentwicklung Behla, die Friedhofszufahrt Mundelfingen, die Erschließung im Baugebiet Im Stegle in Hausen vor Wald, Straßensanierungen, die Sanierung der Brücke Kernstadt oder die Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen in der Festhalle.