Deponie: Anlage reduziert Treibhausgase / Motor kommt zum ersten Mal in Baden-Württemberg zum Einsatz
Von Gabi Lendle
Auf der Hüfinger Deponie sorgt ab sofort eine moderne Entgasungsanlage für besseres Klima.
Hüfingen. Mit einem hochmodernen technischen Projekt wird ein großer Teil klimaschädlicher Treibhausgase reduziert, ohne fremden Strom zu benötigen. Einzigartig ist, dass in Hüfingen ein Stirling-Motor der Firma Lambda zum Einsatz kommt, der diesen Strom für den Eigenbedarf der Anlage erzeugt. Dieser moderne Motor wurde als einer der ersten in ganz Deutschland und als erster in Baden-Württemberg in Hüfingen in Betrieb genommen.
Das Konzept spricht für eine moderne und besondere Entwicklung, die nicht aus der Schublade stammt und der neusten verfügbaren Technik entspricht. Sie verspricht große Langlebigkeit. Bis zum vergangenen Herbst sorgten ein Blockheizkraftwerk und eine Notfackel für die Entgasung der Hüfinger Deponie. Man stellte jedoch fest, dass die bestehende Technik nicht mehr ausreicht, um die schädlichen Gase zu verarbeiten, da sich im Laufe der Zeit in der Deponie die Zusammensetzung dieser Gase verändert. Der gelagerte Restmüll enthält auch organische Bestandteile, durch deren Umsetzungsprozesse verschiedenen Gase entstehen. Das entstehende Methangas besitzt eine besonders klimaschädigende Wirkung. So ist dieses Methangas etwa 28-mal schädlicher für das Klima als Kohlendioxid.
Über 1,2 Millionen Kubikmeter Abfälle wurden von 1969 bis 2005 auf der ehemaligen Kreismülldeponie Hüfingen abgelagert. Nun galt es, ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten, das eine langfristige Emissionsminderung des klimaschädlichen Treibhausgases Methan verspricht. Das Ingenieurbüro Contec aus Herrenberg hat ein Deponiegaskonzept erarbeitet, das nach einer Testphase und der technischen Abnahme nun im Echtbetrieb läuft.
Die gesamten Baukosten der Containeranlage betragen 700 000 Euro.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit 250 000 Euro bezuschusst.
Die moderne Entgasung auf der Deponie Hüfingen reduziert klimaschädliche Treibhausgase, indem sie das Gutgas (über 20 Prozent CH4 Methan) und Schwachgas (Methankonzentration über 6,5 Prozent) getrennt erfasst. Die Verbrennung in einer E-Flox Brennkammer erfolgt flammenlos, wodurch die Beschickung mit extrem methanarmen Deponiegasen möglich ist. Dabei werden durch die hohen Temperaturen organische Schadstoffe in der Abluft vernichtet. Das Gutgas wird in einem Stirling-Motor verwendet, der den Strom für den Eigenbedarf der Anlage erzeugt. Durch die sechsfache Absaugmenge kann schon in diesem Jahr eine Emissionsminderung von etwa 2600 Tonnen CO2 äquivalent erreicht werden.
Somit kann die in der Analyse gestellte Prognose für die Reduzierung um 35 Prozent überschritten werden. Bei der vorgesehenen Laufzeit des Projektes im Schwarzwald-Baar-Kreis bis zum Jahr 2040 ergibt sich eine Einsparung von etwa 70 000 Tonnen CO2 äquivalent.