Foto: Marc Eich

Grausige Entdeckung bei Drückjagd nahe Behla. Herkunft und Todesursache noch unklar. Mit Video

Hüfingen-Behla - Ein mysteriöser Schädelfund beschäftigt seit Samstag die Polizei. Jäger hatten die menschlichen Überreste in einem Wald bei Behla gefunden. Die Herkunft ist bislang noch völlig unklar.

Der gefrorene Raureif lag noch über dem dichten Geäst, als sich die Jäger der Stelle in dem Waldstück zwischen der Bundesstraße 27 und der Kreisstraße zwischen Hausen vor Wald und Opferdingen näherten. Was sie dann in der Nähe eines Dachsbaus entdeckten, ließ sie erschaudern: Auf dem Boden lag ein blanker Schädel, teilweise schon mit Moos überzogen und mit Erde bedeckt – vom restlichen Skelett jedoch keine Spur. "So etwas ist uns noch nie passiert", lässt einer der Drückjagd-Teilnehmer die ungewöhnlichen Geschehnisse Revue passieren.

Ursprünglich hatte man sich zur Drückjagd verabredet. Dass der Vormittag mit diesem grausigen Fund im Unterholz enden würde, konnte sich natürlich niemand ausmalen.

Keine offensichtlichen Gewalteinflüsse

Nachdem gegen 11 Uhr die Polizei alarmiert worden war, setzte man dort die übliche Maschinerie in Bewegung. Streifen- und Kripobeamte fuhren den Fundort an. Um diesen zu finden, hatte man sich zunächst mit den Jägern verabredet, anschließend führte der gemeinsame Weg durch das Waldstück, durch das der Krottenbach fließt.

Den Waldweg entlang ging es schließlich in Richtung eines Hochsitzes. Nur zwanzig Meter vom Weg entfernt – in einem leicht abschüssigen Gelände – lag der Schädel. Wie Polizeisprecher Dieter Popp auf Anfrage des Schwarzwälder Boten erklärte, soll der Unterkiefer fehlen, ansonsten weist er keine offensichtlichen Gewalteinflüsse auf. Popp: "Die Kriminalpolizei Villingen ermittelt derzeit in diesem Fall, weitere Informationen zur Identität gibt es bislang noch nicht."

Ein Unglück oder ein Kriminalfall? Es ist laut Polizeisprecher noch viel zu früh, um entsprechende Gedankenspiele zu kommentieren.

Es wird schwierig, Herkunft zu bestimmen

Die Beamten sperrten den Fundort ab, begaben sich auf eine erste Suche nach Spuren. Doch weitere menschliche Überreste oder Kleidungsstücke konnten in der näheren Umgebung nicht gefunden werden. Deshalb dient den Kriminalbeamten lediglich der blanken Schädel, um die weiteren Untersuchungen voranzutreiben. Er soll schließlich Auskunft darüber geben, zu wem der Kopf gehört und vor allem, wie er in das Waldstück kommt. Zudem arbeitet man hierbei Vermisstenfälle der vergangenen Jahre durch – die Hoffnung ruht außerdem darauf, dass ein entsprechender DNA-Abgleich zumindest einen Teil des Rätsels lösen kann. "Es wird jedoch sicher schwierig werden, die Herkunft des alten Schädels zu bestimmen", dämpfte Polizeisprecher Popp die Hoffnungen.

Versteckt im Wald erinnerten nur wenige Stunden nach dem Auffinden lediglich die Überreste des Polizei-Absperrbandes, dass hier ein ungewöhnlicher Fund gemacht wurde. Was es mit diesem auf sich hat, bleibt aber vorerst ein großes Rätsel, das die Kriminalpolizei derzeit zu lösen versucht.

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