Was aus Hüfingens Mineralwasser wird und ob es einmal so prachtvoll in ein Glas schwappen wird, ist bisher noch unklar. Internationale Investoren buhlen derzeit um die Quelle. Foto: Archiv

Investoren buhlen um Zugriff auf Hüfingens Mineralquelle. Genehmigung im Juli.

Hüfingen - Der unterirdische Mineralwassersee könnte sich für Hüfingen zu einem lukrativen Geschäft entwickeln: Internationale Investoren buhlen inzwischen um die Rechte an dem Wasserschatz. Im Juli wird vermutlich die Wasserentnahme-Genehmigung erteilt.So lange noch nichts in trockenen Tüchern ist, gibt sich Rechtsanwalt Heinz-Günter Hub von der Hüfinger Mineralquellen GmbH verständlicherweise recht zugeknöpft. Lediglich von "internationalen Interessenten" mag er sprechen.

 

Ein bisschen offener hat sich nun Bürgermeister Knapp laut Medienberichten geäußert: "Zwei Weltfirmen und ein Interessent aus den arabischen Staaten" würden um das größte bekannte Mineralwasservorkommen in Baden-Württemberg buhlen, so der Bürgermeister. Von der Zutat in Limonaden bis zum Exportgut für den Orient ist bis dato für die Zukunft des Hüfinger Wassers alles offen.

Dass sich potenzielle Investoren nun in Stellung bringen, ist indes kein Wunder: Einwände gegen die Wasserentnahme sind bei der Mineralquellen GmbH bis dato nicht bekannt, wenn sich innerhalb der nächsten Woche nicht noch Überraschendes tut, dürfte die Genehmigung für den Zugriff auf den Wasserschatz spätestens Anfang Juli eintrudeln – und damit die letzte formale Hürde genommen sein.

Eine Herausforderung stellt indes noch der enorme Flächenbedarf von 3,5 Hektar für eine Abfüllanlage dar, die einmal mehr als zwei Millionen Liter täglich verarbeiten solle, berichtet Hub im Gespräch mit unserer Zeitung. Die "ideale Stelle" für die Anlage sei das geplante, interkommunale Gewerbegebiet im Städtedreieck. Doch dessen Genehmigung galt bis vor kurzem wegen der Vogelschutzrichtlinie und in der Nähe ansässiger Milan-Vögel als aussichtslos. Hub gibt sich dennoch optimistisch: "Wir haben uns Gedanken gemacht und werden eine Lösung finden."

Grund zum Optimismus legt auch der jüngste Besuch der drei Städtedreieck-Bürgermeister in Brüssel nahe. Denn mit ihm ändert sich die Perspektive für das interkommunale Gewerbegebiet womöglich grundlegend: Den Bürgermeistern wurde in Brüssel von Heidrun Kleinert – in der EU-Kommission für den Naturschutz verantwortlich – deutlich gemacht, dass der Milan "keine prioritäre Vogelart" sei und seitens Brüssel keine entscheidenden Hindernisgründe für das Gewerbegebiet vorliegen würden. Damit stehen auch die Chancen für die Abfüllanlage, die bis zu 200 Arbeitsplätze mit sich bringen würde, im Gewerbegebiet auf Hüfinger Gemarkung wieder deutlich günstiger.

Allzu viel Zeit, um das Gewerbegebiet auf den Weg zu bringen, haben die Gemeinden nicht mehr: "Relativ schnell" würden mit der Genehmigung die nächsten Schritte in Sachen Wasserentnahme und -vermarktung angegangen, so Hub. Bereits im Herbst dieses Jahres könnten konkrete Verhandlungen mit den Investoren beginnen.