Blitzende Helme, Kettenhemden, Schwerter und Lanzen: Beim Römerfest in Hüfingen fühlten sich Besucher am Wochenende in eine Kampfaena versetzt. Foto: Filipp

Mythen und Gladiatoren können sich beim 6. Römerfest wehrhaft behaupten.

Hüfingen - Herausfordernd schreitet Daniel Hürlimann als "Retiarius" (Netzkämpfer) in das Rund; Zack, der Stoß mit dem Dreizack hat gesessen! Am Helm seines Gegners verhakt, rüttelt er den Kopf von Theo Schaub, dem "Secutor" wie ein Fähnchen im Wind umher.

Das Volk auf den Rängen der zum Amphitheater umfunktionierten Wiese vor dem historischen Römerbad in Hüfingen grölt und hat seinen Spaß. Fast so wie in früheren Zeiten.

Mit einem Unterschied: "Centurio" (Hundertschaftsführer) Tinus Ahreneus alias Thomas Schaub ließ gestern die beiden Kämpfer lediglich mit stumpfen Waffen unter zahlreichen Erläuterungen antreten. Dennoch wird rasch klar, dass die Römer als eine der höchstentwickelten Gesellschaft gleichzeitig auch eine der brutalsten und unerbittlichsten aller Zeiten waren und Sklaven hielten.

Nicht so Hüfingen. Die beiden Schweizer zogen mit ihrem exotischen Hobby "Gladiator" als Höhepunkt des Römerfestes am Wochenende Tausende "unblutig" in ihren Bann.

Wild prasselten die Holzschwerter und Lanzen dort gegeneinander, als Daniel Hürlimann (Körpergröße von 178 und 70 Kilogramm schwer) – im wirklichen Leben Briefträger und sein Kollege Theo Schaub (Sicherheitsbeauftragter, Körpergröße 172 Zentimeter und 67 Kilogramm schwer) mit dem Gladius (römisches Kurzschwert) und einem Helm (Scutum) sich gegenseitig in die Parade fuhren.

Auch Helmut Vogel, der Vorsitzende der Hüfinger Bürgerwehr, neben der Stadtverwaltung Organisator des Römerspektakels, ist nach dem Auftakt am Samstag mit dem Wettbewerb um den "tribuni plebis", dem Volkstribun der Provinz Brigobanne mehr als zufrieden mit dem Wetter und den Besucherzahlen.

Gewandtheit und Geschicklichkeit in römisch-militärischen Disziplinen

Bei dem alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerb kann jeder mitmachen, wenn es wie in alten Zeiten um Gewandtheit und Geschicklichkeit in römisch-militärischen Disziplinen geht. Mit Panzer und Gepäck ausgestattet, geht es dabei auf einen Parcours rund ums Festgelände. Auch der Umgang mit dem Gladius (Schwert) sowie der Pilum (Lanze) werden dabei jedoch auf die Probe gestellt.

Sieger der Spiele wurde der 14-jährige Jonas Dast aus Brigachtal, der sich sich beim Besuch ganz spontan zur Teilnahme entschieden hatte.

Auch das Rahmenprogramm an beiden Tagen bot für Jung und Alt genügend Spaß. Zudem sorgte die Stadtkapelle mit der Bewirtung für einen zünftigen Mittagstisch. Eselreiten, Vorführungen des Lagerlebens und der Markt bot neben Mulsum (Honigwein) und Moretum (Gericht aus Schafskäse, Knoblauch und Olivenöl) auch Schmuck, Ton und Keramik. Mit dem "Puppentheater aus der Suppengasse aus Rottweil" kamen selbst die Jüngsten auf ihre Kosten. Für die älteren Kinder gab es Eselreiten und Gelegenheit, das Talent im Mosaik kleben unter Beweis zu stellen.

Die mittlerweile sechste Veranstaltung ihrer Art, war zugleich der Testlauf für die Heimattage 2012, bei denen Hüfingen die römische Historie des ehemaliges Grenzkastells an der älteren Donaulinie des Raetischen Limes unmittelbar an der heutigen B31 aufblitzen lässt.

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