Veronika Albicker (links) besucht gemeinsam mit ihren Gästen auf ihrer Reise in die Vergangenheit auch ihren angetrauten Schmied Jürgen. Foto: Bombardi Foto: Schwarzwälder-Bote

Historie: Fürstenbergs Geschichte interessiert / Vom zähen Bergvolk und dem verhinderten Brunnen

50 Kultur- und Geschichtsinteressierte begaben sich auf dem Fürstenberg mit Veronika Albicker auf die Spuren der Vergangenheit.

 

Hüfingen-Fürstenberg. Lebhaft berichtete die Gästeführerin aus dem Naturpark Südschwarzwald vom Schicksal des Ortes, den eine Feuerwalze vor 175 Jahren während einer Trockenperiode komplett zerstörte.

Lediglich ein mit Ziegeln gedecktes Haus blieb stehen. Doch dort schlug wenig später der Blitz ein. Dieser zwang die Bewohner, in ein neues Domizil zu ziehen, das sie am Fuße des Berges errichteten – nun waren sie bei den anderen 52 geschädigten Familien, die sich nach der Feuerkatastrophe ein Herz fassten, um am Fuße des Bergs das neue Fürstenberg zu errichten. Der bekannte Hüfinger Kunstmaler Hans Schröter hielt die damalige Feuerkatastrophe auf einem Bild fest, dass die Flucht der Fürstenberger unter dem Schutz zweier Engel mit Pieta festhält. Heute lagert das Original-Kunstwerk bei der Kirchenorgel.

Albicker tauchte mit ihren Gästen in die Historie einer Dorfgemeinschaft ein, die dank ihres Selbstbewusstseins und ihres Zusammenhalts seit Jahrhunderten diverse Hürden und Herausforderungen meisterte. Der exponierte Standort auf der Bergkuppe räumte dem Volk diverse Privilegien ein. Schließlich verlieh ein Adliger den Fürstenbergern bereits im Jahr 1278 die Stadtrechte. Bis zu Eingemeindung nach Hüfingen im Jahr 1971 blieb Fürstenberg die zweitkleinste Stadt in Deutschland.

Albicker nahm auf der Führung über den Berg auch ihren Knappen Norbert Straub mit. Erstmals überraschte sie mit einem Besuch in der ehemaligen Schmiede. Dort berichtete ihr Ehemann Jürgen Albicker als einer der letzten Zeitzeugen von den beruflichen Aktivitäten der damaligen Zeit. Noch heute deuten Geländevertiefungen auf der Bergkuppe auf die ehemaligen Standorte der Wohnhäuser. Doch bei einer der Vertiefungen handelt es sich um einen gigantischen, in eine Tiefe von 200 Metern geplanten Brunnen, der dem Bergvolk die Wasserversorgung sichern sollte. Doch der Brunnen kam nie zustande.

Die Fürstenberger nahmen mancherlei Strapazen auf sich und transportierten auf dem Rücken von Eseln das Wasser auf den Berg. Vielfach werden die Fürstenberger in Anlehnung an die damaligen Zeit deshalb als Esel bezeichnet.

Über zwei Stunden zog Albicker die Zuhörer in ihren Bann. Danach folgte in der Bergschenke ein geselliger Teil.