Übergangslösung an Lucian-Reich-Schule wird länger gebraucht. Alter Querbau soll Neubau weichen.
Hüfingen - Seit dem Schuljahresbeginn 2017/18 im September gibt es an der Lucian-Reich-Schule ein Container-Gebäude, in dem sechs moderne Klassenzimmer untergebracht sind.
Von außen sieht man dem Nebengebäude der Schule, das im ehemaligen Fahrradhof platziert wurde, nicht an, dass es aus sechs einzelnen Container zusammengestapelt wurde. Der dreistöckige Lernort für die jeweils drei Klassen der Stufen acht und neun der Gemeinschaftsschule erweckt von außen den Eindruck, als gehöre er schon immer hier her.
Einschränkungen nur in der Raumgröße
Aber der Containerbau ist nur eine vorübergehende räumliche Lösung. Der alte Querbau an der Schule soll abgerissen werden und einem Neubau weichen. Dass sich an dem Abriss bis heute noch nichts getan hat, hat bautechnische Gründe und signalisiert, dass die Containerschule wohl noch einem weiteren Jahrgang als Übergangslösung dienen wird.
Und wie fühlt sich der Unterricht in so einem Container an? "Die heutigen modernen Containerbauten entsprechen in Sachen Wärme, Lüftung und Akustik nahezu den normalen Klassenzimmern", sagt Schulleiter Franz Dury, der lediglich in der kleineren Raumgröße eine Einschränkung sieht. Die Ausstattung dagegen entspricht allen anderen modernen Klassenzimmern. Sie verfügen grundsätzlich über eine digitale Tafel, auch ein Waschbecken befindet sich in jedem Raum.
Die Hälfte der sechs Klassenzimmer, die sich auf drei Stockwerke verteilen und durch ein eigenes Treppenhaus verbunden sind, wurde mit Möbeln aus dem Bestand der Schule bestückt. Für die weiteren drei Klassenzimmer wurde neues Mobiliar angeschafft, das dann in die zukünftigen Klassenzimmer im geplanten Neubau mitgenommen wird.
"Platz für Lern-Ateliers bietet der beengte und nicht beheizbare Flur allerdings nicht. Dazu müssen die Schüler ins Hauptgebäude gehen, wo sich auch die sanitären Anlagen für die Schüler aus dem Container befinden", erklärt Dury. Damit dieser Übergang für die Schüler trockenen Fußes stattfinden kann, wurde bereits im Herbst eine Bedachung über die Treppe zum Hauptgebäude installiert.
Die meisten der rund 140 Schüler, die im Containerbau unterrichtet werden, fühlen sich in den funktionalen Räumen wohl. Zwar fehlen die Lern-Plätze für ungestörtes Arbeiten außerhalb der Klassenzimmer, wie sie in der Gemeinschaftsschule vorgesehen sind. Dennoch zeigt sich Schulleiter Franz Dury vollständig zufrieden mit dieser Lösung. "Wir sind froh und dankbar darüber, dass wir unsere Schüler in solch einem Containerbau unterbringen können. Früher mussten wir in solchen Fällen sogenannte Wanderklassen bilden. Das heutige Schulsystem der Ganztagsschule lässt solche jedoch grundsätzlich nicht mehr zu, da die Klassenzimmer in den meisten Fällen auch nachmittags belegt sind. Die Übergangslösung mit den Containern, wie sie heute auch durchaus in anderen Branchen üblich ist, ist für die Schule eine gute Entscheidung."
Sind die Container gemietet oder wurden sie gekauft? Die Container wurden von der Stadt gekauft. Das war hinsichtlich des verzögerten Neubaus (das Quergebäude steht noch) sicher eine gute Entscheidung, denn so konnten höhere Mietkosten gespart werden.
Wie hoch sind die Kosten? Die Container haben 511 231 Euro gekostet, hinzu kommen noch die Planungsleistungen, Handwerkerkosten und Ausstattung, wie zum Beispiel die elektronischen Tafeln, sodass die Gesamtsumme 714 251 Euro beträgt.
Was geschieht mit ihnen, wenn der Querbau steht? Nach Abschluss der Bauphase können die Container verkauft werden oder einer anderen Nutzung zugeführt werden. Konkrete Pläne hierzu gibt es noch nicht.