Über mehrere Städte und Gemeinden, darunter Dornhan, war am Mittwoch ein Hubschrauber bestimmte Strecken abgeflogen. Wir wissen warum.
Ein mit speziellen „LiDar-Sensoren“ ausgestatteter Hubschrauber war am Mittwoch im Landkreis Rottweil unterwegs.
Dies erregte Aufsehen, und das nicht nur in den sozialen Netzwerken. Zahlreiche Bürger schauten zum Himmel und fragten sich, ob möglicherweise eine Person gesucht werden könnte. Doch dies wurde von der Polizei verneint.
Unsere Redaktion fragte bei anderen Stellen nach und erfuhr den Hintergrund: Seit dem 2. Juni werden im Auftrag der Netze BW die insgesamt rund 3600 Kilometer Hochspannungstrassen in ganz Baden-Württemberg für mehrere Tage mit der LiDAR-Technologie inspiziert – am Mittwoch war der Landkreis Rottweil an der Reihe, wie die Pressestelle der Netze BW auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt.
Messung mit Laserstrahlen
Bei LiDAR (Light Detection and Ranging) handelt es sich um eine Technologie, die Entfernungen und Abstände mit Laserstrahlen misst, um präzise 3D-Modelle von Objekten und deren Umgebungen zu erstellen.
Zentimetergenaue Erfassung
Mit dem Spezialhubschrauber werden aus etwa 110 Metern Höhe die Leitungen sowie die umgebende Vegetation zentimetergenau erfasst. Gerade in schwer einsehbaren und bergigen Gebieten sei das ein echter Mehrwert. Dadurch wird die Versorgungs- und Arbeitssicherheit erhöht, Baumschäden verringern sich, heißt es seitens der Netze BW.
Zeitnaher Rückschnitt möglich
Mit den Daten werde identifiziert, wo Bäume in die Leitungen hineinwachsen oder einfallen könnten, bedarfsgerechte Rückschneide-Maßnahmen können daraufhin zeitnah erfolgen. Das System liefere zudem eine Wachstumsprognose für die Bäume in Trassennähe für die nächsten zwei Jahre und berücksichtige dabei auch, dass die Leitungen bei Volllast und Hitze durchhängen oder sich bei Wind bewegten.
Teure Schäden durch Bäume vermeiden
Ein einziger Baumschaden könne bis zu einer halben Million Euro kosten. Die Einschätzung darüber, wann Bäume zur Gefahr für Stromleitungen werden, sei daher essenziell.
Alle zwei Jahre eine Überprüfung
Den kompletten Juni über wird erstmalig das gesamte Hochspannungsnetz in Baden-Württemberg so erfasst. Geplant ist, das Befliegen zukünftig alle zwei Jahre zu wiederholen, um stets ein detailliertes und aktuelles Bild zu erhalten.