Das alte Schild der „Kurpension“ schmückt die Villa Beer. Foto: B. Schwarz

Das ehemalige Rosenhotel Hohenried wird derzeit saniert. Durch die Sanierung wird unter anderem die Zahl der Zimmer reduziert, so dass die Gäste künftig mehr Platz haben. Auch energetisch wird das Gebäude erneuert. Ein Hotelrestaurant soll es nicht geben.

Tobias Reich, Rechtsanwalt aus Horb, macht keine halben Sachen. Das hat er als Investor in Freudenstadt bei den Gastronomie-Projekten „Speckwirt“ und „Marktwirtschaft“ (früher „Traube“) oder der Buchhandlung „Thalia“ am unteren Marktplatz bewiesen. Und das gilt nun auch für das ehemalige „Rosenhotel Hohenried“. Reich lässt es derzeit sanieren und will es unter dem neuen Namen „Das Hohenried“ wiedereröffnen. Mitte Mai soll es soweit sein.

Das Hohenried wird im Regelbetrieb ein Hotel garni im Drei-Sterne-superior-Segment sein, in Pacht betrieben von Arne Wintermeier (46) und Jonathan Schopf (37). Beides Hotelkaufleute, die schon seit etlichen Jahren zwei Hotels in Ludwigsburg unterhalten. Bisher lag ihr Schwerpunkt in der Business-Hotellerie. Das „Hohenried“ wollen sie aber als Ferienhotel ausrichten, das Erholung und Ruhe mit Naturerleben verbindet.

Acht Arbeitsplätze

„Unser Luxus ist viel Platz für den Gast“, meint Wintermeier. Die Zahl der Zimmer wurde auf 22 reduziert, dabei wurden vier Appartements mit kleinen Küchen und zwei kleine Ferienwohnungen – ebenfalls mit Küchen – gewonnen.

Wintermeier und Schopf wollen das Hotel mit bis zu acht Mitarbeitern betreiben – allerdings ohne Hotelrestaurant, jedoch mit reichhaltigem Frühstück und Snackstationen für den kleinen Hunger. „Für das leibliche Wohl ist ja in Freudenstadt gut gesorgt“, meint Wintermeier mit Blick auf das gastronomische Angebot in der Stadt.

Foto: B. Schwarz

Das Hohenried entspreche in seiner Größe und Struktur genau ihren Vorstellungen eines individuell geführten Hauses, sagt er. Das Konzept und die professionelle Herangehensweise hätten ihn „voll überzeugt und begeistert“, erklärt Reich, der in Absprache mit den Pächtern dieses Konzept umsetzt.

Dabei werden der Energieeffizienz und der Nachhaltigkeit besondere Beachtung geschenkt. Das betrifft sowohl moderne Heizmethoden mit Wärmepumpen als auch die Wärmedämmung bis ins Dach. Auch wird Bestehendes, dort wo es sinnvoll ist, erhalten oder wiederverwendet. Das spiegelt sich auch in der Einrichtung der Zimmer und der Gemeinschaftsräume wider: „Wo was zu retten war, haben wir es gerettet“, sagt Reich.

Haus mit Geschichte

Das Hohenried besteht aus zwei miteinander verbundenen Gebäudeteilen. Der ältere Teil – jetzt Villa Beer genannt – wurde vermutlich um das Jahre 1900 gebaut und war nach dem Krieg das Sanatorium des jüdischen Arztes Carl Beer. In den 70er-Jahren übernahm es Wolfgang Berger und gliederte 1976 den Erweiterungsbau an.

Es gibt noch viel zu tun, nicht nur in der Hotelhalle des künftigen „Hohenried“. Mitte Mai soll die Eröffnung gefeiert werden. Foto: B. Schwarz

Berger und seine Frau betrieben das Hotel bis 2008, dann ging es in die Hände von Lei Zhang über, der es als Hotel weiter betrieb und es schließlich 2021 an Tobias Reich verkaufte. Eigentlich sollte die Erneuerung des Hotels Anfang April fertig sein. Aber dann kam die Energiekrise dazwischen und die Energieplanung für das Gebäude musste neu geschrieben werden. Personalknappheit und Materialmangel kamen hinzu und verlängerten die Bauzeit weiter.

Die Sanierung werde weit über eine Million Euro kosten, schätzt Reich, der sich mit den Pächtern auf „ein schönes Ergebnis“ freut. Und er verspricht jetzt schon: „Das Hohenried wird sich sehen lassen können“.