Bad Dürrheim verzeichnet stabile Übernachtungszahlen in der Tourismusbranche, diese bleiben jedoch unter dem Vor-Corona-Niveau. Deshalb besteht Handlungsbedarf.
Die Übernachtungszahlen in Bad Dürrheim insbesondere des Naturcampingplatzes, des Wohnmobilstellplatzes und des Feriendorfs Öfingen stagnieren auf einem annehmbaren Niveau, das geht aus den Zahlen der Kur und Bäder hervor. Dennoch sind sich die Betreiber und Geschäftsführer in einer Sache einig – es könnte besser laufen.
Die diesjährige Saison laufe ganz gut, meint Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH Bad Dürrheim. Allerdings liege man mit den Übernachtungszahlen noch hinter dem Jahr 2019. Das Vor-Corona-Niveau habe bei etwa 670 000 Übernachtungen pro Jahr gelegen, nun sei man bei etwa 600 000 Übernachtungen pro Jahr – inklusive der Klinikaufenthalte.
Im Vergleich zu 2024 könne man in dieser Saison allerdings kaum eine Veränderung der Übernachtungen verzeichnen: So waren es im Vorjahr in einem Zeitraum von Januar bis September 461 595 Übernachtungen und in diesem Jahr seien es 461 021, berichtet Spettel. Die durchschnittliche Verweildauer sei allerdings gestiegen – von 9,2 Tagen auf 9,4 Tage.
Dennoch könne man von einer Erholung der Zahlen in den letzten Jahren sprechen – vor allem in der Kategorie Apartments und Ferienwohnungen mit den Kapfwald-, den Sonnenhof-Apartments und vielen weiteren. Auch der Bereich Kliniken liege über dem Niveau des Vorjahrs, erklärt der Geschäftsführer. Für das Solemar sei es sogar ein Rekordjahr.
Nur im Hotelbereich würden nach wie vor Betten fehlen – 2015 seien es 3100 gewesen, in der letzten Abfrage von 2023/24 seien es allerdings nur noch 2800 Betten gewesen. Mit der Eröffnung des Hotels Salinensee ginge es zwar wieder in die richtige Richtung, dennoch müssten wieder mehr attraktive Hotelbetten geschaffen werden, so Spettel. Vor allem da in Bad Dürrheim so viel vom Tourismus abhänge – ein Geschäft von etwa 100 Millionen Euro – „lieber heute als morgen“.
Übernachtungszahlen des Naturcampingplatzes
Auf dem Naturcampingplatz am Sunthausener See seien die Übernachtungszahlen fast gleichbleibend zum vorigen Jahr, erklärt Betreiber Marc Tietböhl. Eine Neuerung gebe es allerdings: Dieses Jahr hätten mehr Partner der Patienten der Kurkliniken ihren Weg auf den Campingplatz gefunden. Diese seien dann mal nur über das Wochenende geblieben, aber auch mal ein bis zwei Wochen.
Insgesamt hätten nun auch mehr Gäste Wohnmobile, berichtet Tietböhl. Dass die Nachfrage nach Stellplätzen aber auch andernorts bedient werde, „das merkt man schon.“ Für den Rest des Jahres seien zudem nur noch zwei Wohnwägen angemeldet, „das verhagelt dieses Jahr die Statistik“, erklärt er.
Übernachtungszahlen des Wohnmobilplatzes
Auf dem Wohnmobilstellplatz in der Kernstadt Bad Dürrheim seien die Übernachtungszahlen ebenfalls gleichbleibend im Vergleich zum letzten Jahr, erklärt Andras Bertsch, Inhaber des Platzes. In jedem Jahr gebe es auf dem Stellplatz etwa 55 000 bis 60 000 Übernachtungen.
Die Buchungen über die Weihnachts- und Silvesterzeit seien in diesem Jahr mit 2000 Übernachtungen ebenfalls gut. Natürlich seien diese aber auch witterungsabhängig. Sollte es regnerisch oder eisig werden, sei auch mit einigen Absagen zu rechnen, so Bertsch. Doch mit der Therme als Aktivitätsalternative hielten sich diese in Grenzen.
Übernachtungszahlen des Feriendorfs Öfingen
Im Vergleich zum vergangenen Jahr hätten sich die Übernachtungszahlen im Feriendorf Öfingen um schätzungsweise 1,5 Prozent verschlechtert, berichtet Matthias Huber, Betriebsleiter des Feriendorfs. Vermehrt Gäste aus Polen, den Niederlanden und Israel seien ausgeblieben. Die angespannte Weltlage sieht der Betriebsleiter als Grund dafür, dass die Selbstversorgungskosten teurer geworden seien, spiegele sich in den Zahlen wider.
Im Dezember rechnet der Betriebsleiter aber dank geplanter Veranstaltungen wie der Fackelwanderung und der Silvesterfeier mit mehr Gästen. Auch im kommenden Jahr sind die Pläne groß: Renovierungen und Modernisierungen einzelner Häuser stünden an, so dass man den Gästen wieder etwas bieten könne. Insgesamt meint Huber: „Wir würden uns über mehr Zulauf freuen.“