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Hotels in Corona-Zeiten Baiersbronner Betreiberin berichtet

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Das Hotel Tanne führt seinen Betrieb unter strengen Hygiene-Auflagen. Foto: Archiv/Tanne

Baiersbronn - Neben ausbleibenden Buchungen und Kurzarbeit erschwert das Beherbergungsvebot das Geschäft von Hotels, Pensionen und Co. Jutta Möhrle, Betreiberin des Hotel Tanne in Baiersbronn, berichtet von den aktuellen Herausforderungen. 

"Hilfen der Regierung waren notwendig"

Obwohl Jutta Möhrle, Betreiberin des Hotel Tanne in Baiersbronn, den Ernst der pandemischen Lage nicht abstreiten will, sieht sie als Hotelbetreiberin das Kontaktdaten-Sammeln und vor allem das Beherbergungsverbot kritisch. "Das Beherbergungsverbot ist nicht nachvollziehbar und sorgt für große Verunsicherung. Das Gast-Gewerbe hat viel in Hygiene-Konzepte investiert. Es gab keine auffälligen Ausbrüche in den Betrieben und trotzdem werden wir bestraft. Die Regierung sollte auf mehr Eigenverantwortung setzen, nicht auf weitere Verbote."

Steigende Zahlen, wachsende Unsicherheit und immer mehr Risikogebiete innerhalb Deutschlands ließen zudem einen ähnlichen Stornierungs-Trend erkennen, wie zuvor im Frühjahr, so Möhrle weiter. Einen Wehrmutstropfen stellten die Sommermonate dar, erzählt Möhrle. Diese seien ähnlich ertragreich gewesen, wie in den vorangegangenen Jahren. Die Verluste, die mit der Pandemie-Situation einhergingen, seien in der Regel nicht mehr aufzuholen. Umso nötiger seien die Hilfen von Bund und Ländern nötig gewesen. Insbesondere das Kurzarbeitergeld habe Schlimmeres verhindern können. Ein Berherbergungsverbot hingegen würde die Lage nur weiter verschlimmern.

Dehoga appelliert an Gäste

Auch der Deutsche Verband der Hotel- und Gaststättenbetreiber hält das Beherbungsverbot für unverhältnismäßig. So heißt es in einer Antwort des Pressesprechers Daniel Ohl: "Der Dehoga kritisiert das Beherbergungsverbot massiv und fordert die Aufhebung der Maßnahme." Grund dazu sei der immense personelle und zeitliche Aufwand beim Durchführen der Kontrollen, der in der Praxis kaum leistbar sei. Wenn beispielsweise ein Gast aus Ludwigsburg heute eine Buchung für die kommende Woche tätigen würde, müsste der Hotelbetreiber bis zu dessen Eintreffen überwachen, ob Ludwigsburg im fraglichen Zeitraum zum Risikogebiet werden würde.

Auch um die Kontaktdaten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, seien die Service-Mitarbeiter vor Ort dazu angehalten, regelmäßig Plausibilitätskontrollen durchzuführen und die Gäste im Zweifelsfall auf falsche oder undeutliche Kontaktangaben hinzuweisen, teilt der Pressesprecher des Dehoga Baden-Württemberg, Daniel Ohl, auf Anfrage mit.

Der Dehoga kritisiert daher nicht nur die mangelnde praktische Umsetzbarkeit der Verordnungen für Hotelbetreiber, sondern auch deren Sinnhaftigkeit. So sei bislang kein auffälliges Infektionsgeschehen durch Hotelübernachtungen festgestellt worden. Nach den jüngsten Corona-Gesprächen zwischen Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten am Mittwoch hatte sich zuletzt auch die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Kraut-Hoffmann für das Aussetzen des Beherbergungsverbotes ausgesprochen. "Gerade für unsere Unternehmen ist Planungssicherheit entscheidend. Wir brauchen eine bundeseinheitliche Lösung", wird Kraut-Hoffmann in Medienberichten zitiert.

Beherbergungsverbot gekippt

Am Donnerstag wurde das Beherbergungsverbot für Baden-Württemberg vom Verwaltungsgerichtshof in Mannheim schließlich gekippt, nachdem private Kläger aus Nordreinwestfahlen gerichtlich dagegen vorgegangen waren. So urteilte das Gericht, dass der Einschnitt in das Grundrecht auf Freizügigkeit tatsächlich unverhältnismäßig sei. Das Land Baden-Württemberg habe nicht nachweisen können, dass das Infektionsgeschehen in Hotels und Pensionen auffällig genug sei, um ein Beherbergungsgebot zu rechtfertigen. Auch sei es Gästen nicht zumutbar,  innerhalb kürzester Zeit an einen negativen Corona-Test zu gelangen, um eine Buchung wie geplant wahrnehmen zu können.

Grundsätzlich wolle man am Beherbergungsverbot festhalten, hatte Ministerpräsident Winfred Kretschmann noch am Donnerstag im Stuttgarter Landtag erklärt. Bei dem Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch war man zu keiner einheitlichen Lösung für alle Bundesländer gelangt. Nach den Herbstferien solle die Thematik erneut besprochen werden.

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