Das Frontgebäude des Hotels Solegarten, hier die Rückansicht, entlang der Luisenstraße wie auch der Verbindungsgang und die Garagen werden abgerissen. Foto: Strohmeier

Das Hotel Solegarten steht bereit für den Abriss, aber noch geht es ein paar Wochen. Im Sommer, während der Saison, wollten die Investoren nicht abreißen. Die Abrissgenehmigung wurde durch die Stadt mittlerweile verlängert.

Das vordere Gebäude an der Luisenstraße, der Verbindungsgang zum hinteren Gebäude, in dem die ukrainischen Flüchtlinge untergebracht sind, die Garagen und das Gewächshaus des ehemaligen Kurheims Sanatorium werden im Zuge der Arbeiten verschwinden. Das hintere Gebäude bleibt stehen.

Während der Sommersaison, so erklärt Architekt Michael Rebholz, einer der Vertreter der Best Immobiliengruppe, die als Investor auftritt, wollte man nicht abreißen. Das Unternehmen, das ursprünglich die Arbeiten vornehmen wollte, habe sich verkleinert und das Angebot zurückgezogen. Jetzt laufen die Verhandlungen mit einem anderen Unternehmen. Im Oktober, so rechnet Rebholz, werden die Arbeiten beginnen.

Gebäude bereits entkernt

Die zum Abriss stehenden Gebäude sind bereits entkernt, es stehen nur noch die Hülle und die tragenden Wände, Einrichtungsgegenstände oder auch Teppiche wurden bereits entfernt. Doch müssen, wie bei allen anderen Abrissen, die einzelnen Materialien des Gebäudes dann getrennt werden.

Die Vorzeichen für den Neubau haben sich jedoch grundlegend geändert. Ursprünglich hatte man nicht fünf Prozent Bauzinsen kalkuliert, sondern mit weniger, und auch der eine oder andere Zuschuss war eingerechnet, der so heute nicht mehr gezahlt werde. Zwar sind die Baukosten aktuell am Sinken, so Rebholz, allerdings von einem ursprünglich hohen Niveau – und das gelte noch nicht für Gewerke wie Sanitär oder Heizung.

Baukosten und Zinsen hoch

„Wir haben eine selten Konstellation“, beurteilt der Architekt die Lage, „wir hatten schon fünf Prozent Bauzinsen, aber niedrige Baukosten. Heute haben wir hohe Zinsen und hohe Baukosten und Banken, die nicht wollen. Zudem gibt es Kapitalanleger, bei denen Angst dazukommt“. Letzteres war während der Coronazeit nicht so. Parallel zu den ganzen nach außen sichtbaren Arbeiten und den Planungen muss noch Kapital aufgebracht werden, beziehungsweise Kapitalgeber zusätzlich gefunden werden, die bereit sind zu investieren.

Ein weiterer Punkt muss ausgelotet und abgeklopft werden: die KfW 40 Förderung für nachhaltiges Bauen. Im Gewerbebau sind die Förderprogramm teilweise noch nicht freigegeben, und da dies Neuland ist, weiß man auch noch nicht klar, welche Anforderungen für die Erfüllung des Standards notwendig sind und was diese kosten. Erste Erfahrungen sammelt das Architektenbüro aktuell bei einem Mehrfamilienhaus. Michael Rebholz schätzt mit Mehrausgaben, die zwischen 200 000 und 300 000 Euro liegen, die konträr zur Forderung nach bezahlbarem Wohnraum stehen.

Einwände abzuarbeiten

Der dreiflügelige Bau ist bereits im Gemeinderat vorgestellt und der Aufstellungsbeschluss gefasst. Jetzt müssen die Nachbarschaftseinwände nach und nach abgearbeitet werden, so Michael Rebholz. Am Ende dieses Prozesses steht dann auch die Baugenehmigung für das neue Hotel Solegarten.

Dieses wird ein dreiflügeliger Bau. Das hintere Haus bleibt bestehen, wird aber saniert. Dort, wo jetzt noch das Rezeptionsgebäude und der Verbindungsgang sind, soll ein Gebäudeteil entstehen. Rechts des hinteren Bestandsgebäudes wird noch der Sitzungssaal abgerissen, und ein Gebäudeteil soll sich in Richtung Eventlocation Kurgarten erstrecken.