Ein dreiflügeliger Bau soll das Hotel Solegarten werden Foto: Büro Rebholz, Maurice Struck

Es gibt eine Weiterentwicklung der Planung der beiden Hotels Solegarten und Sure Best Western – war ursprünglich der Bau eines Therapiezentrums angedacht, soll dieser Bereich nun im Sure Best Western integriert werden.

Bad Dürrheim - Das Hotel Solegarten, in dem aktuell noch rund 80 Flüchtlinge untergebracht sind soll in der Endversion ein dreiflügeliger Bau werden. Der Mittelteil ist der vorhandene Bestand mit den Hotelzimmern. Das Gebäude mit der Rezeption und der Bar sowie der lange Verbindungsgang sollen abgerissen werden und an deren Stellen der Westflügel entstehen. Der Ostflügel ist auf der Fläche des angebauten Konferenzzimmers geplant, das ebenfalls der Spitzhacke zum Opfer fallen soll und in der Verlängerung in Richtung Waldstraße.

 

Vorbereitet sind die Abrissanträge für das vordere Haus, den Verbindungsgang und den Anbau Konferenzzimmer, das schon jetzt nicht mehr genutzt wird, da das Flachdach undicht ist, auch das Gewächshaus der Gärtnerei des ehemaligen Kurheim Sanatoriums (Sure Best Western) steht zum Abriss an. Das vordere Solegarten-Gebäude sei schon entkernt, informierte Architekt Michael Rebholz, gleichzeitig auch Vertreter der Gesellschafter der Best Holding GmbH, die hinter dem Projekt steht.

Nach dem jetzigen stand der Planung, September 2022, soll das künftige Hotel Solegarten einen kleinen Spa-Bereich bekommen, ein eigenständiges Restaurant und Konferenzräume sowie 110 bis 120 Doppelzimmer. Man rechnet mit fünf bis sechs Jahren Bauzeit, Mitte 2023 beginnend. Das Solegarten wäre in dem Gesamtkonstrukt der erste Bauabschnitt. Von der Architektur her sollen die Gebäude bis zu drei Geschossen plus Dachgeschoss haben, jedoch ab dem ersten Obergeschoss keine Verbindung, somit erscheinen sie als einzelne Häuser.

Mehrere Bauabschnitte

Der zweite Bauabschnitt betrifft das ehemalige Kurheim Sanatorium, heute Sure Best Western. Hier gelte es das Schwimmbad und die Sauna im Untergeschoss zu sanieren sowie Therapie- und Beautyräume im Bestand zu bauen, ebenfalls auf der Ebene Untergeschoss.

Das Haupthaus soll rund 50 Zwei-Zimmer-Suiten bekommen, in Richtung Nordosten ein Laubengang sowie den vorgeschriebenen zweiten Rettungsweg. Ebenso will man eine moderne Adaption der früheren Jugendstiltürme aufbauen.

Die Erlöserkapelle wurde bereits entwidmet, ein Teil des Inventars – wie der Altar – an die Kirche, beziehungsweise an die Künstler, zurückgegeben, der Rest folgt noch. Erhalten bleiben hier die unter Denkmalschutz stehenden Kirchenfenster. Eine Nutzung für diesen ehemaligen Kirchenraum könnte eine Bar sein. Einen Interessenten gibt es schon, sie soll ein Anziehungspunkt zwischen Stuttgart und Zürich geben.

Hotels eigenständig betreibbar

Beide Hotels sollen eigenständig betrieben werden können, allerdings als Therapiehotel und als Gesundheitshotel firmieren – nicht als Wellnesshotel. Die einzelnen Bauabschnitte sind der Finanzierung geschuldet, aber auch natürlich der Tatsache, dass nicht alle Hotelbetten auf einmal vom Markt genommen werden können.

Kur und Bäder Geschäftsführer Markus Spettel sieht den Komplex als essenziell für die touristische Entwicklung des Kurorts an.

Von diesen Änderungen augenscheinlich überrascht, rief dies LBU-Fraktionssprecher Wolfgang Kaiser auf den Plan. Denn war in den Plänen vom März 2021 noch von einem eigenen Therapiebereich auf dem Gelände des jetzigen Garten- und Gewächshauses die Rede, gibt es diese Pläne zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr, stattdessen soll das Gärtnereigebäude eingeebnet werden und ein Parkplatz oder auch eine Tiefgarage mit rund 150 Parkplätzen entstehen. Und in einem dritten Bauabschnitt eventuell noch ein Gebäude.

Kaiser erschloss sich die neue Planung nicht, auch der Küchenbereich sei ihm nicht mehr klar. Auch im Solegarten erstaunte ihn die Argumentation, dass der eher kleine Wellnessbereich für die Zahl der Zimmer ausreichend sei. Zumal die jetzige Planung eine ganz andere sei. Es kam zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen den beiden, in dem aufgrund der detaillierten Fragen durchaus herauszuhören war, dass Kaiser an der jetzigen Planung erhebliche Zweifel hat, zumal er einen solch langen Weg vom Solegarten in den Therapiebereich Sure Best Western als nicht zeitgemäß ansah. Man kam in der Diskussion überein, dass es für den künftigen Therapiebereich des Sure Best Western einen öffentlichen Ortstermin vor der nächsten Gemeinderatssitzung geben werde.

Teil des Ganzen und natürlich auch der Finanzierung ist das Baugebiet Hofen. In Verhandlung – der Gemeinderat muss auch noch zustimmen – ist man wegen eines Grundstücktauschs entlang des Johanniterweges. Entstehen sollen gegenüber der Villa Amalia vier Bauplätze in einer jeweiligen Größe von rund 1000 Quadratmetern, mit einem Baufenster, das sich im Norden des Grundstückes befindet.

Aufstellungsbeschluss notwendig

Hier soll es den Aufstellungsbeschluss bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 29. September geben, da dieser als Garantie gegenüber der Bank für die Finanzierung benötigt werde. Es soll dann später der vorhabenbezogene Bebauungsplan folgen. In diesem Zug wird der Fußweg zum Johanniterweg wegfallen, als Ersatz ist er in Verlängerung der Sackgasse Auf Hofen geplant.

Mehr als ein Mal ließt Michael Rebholz bei seiner Präsentation durchblicken, dass die Finanzierung nicht mehr ganz einfach sein werde wie sie vor der Corona-Pandemie gewesen wäre. Ein Mal bezüglich einer Tiefgarage, sollte diese nicht finanzierbar sein, werde es nur Parkplätze geben und dann bei der Finanzierung im Allgemeinen. "Die Banken sehen große Risiken."

Sollten die Bauarbeiten am Solegarten im kommenden Jahr beginnen, dann steht die Frage im Raum: Wohin mit den Flüchtlingen? Die Stadt hat noch einen Mietvertrag für das Solegarten für das nächste halbe Jahr und es muss dann eine Lösung gefunden werden. Insgesamt zeigt Bürgermeister Jonathan Berggötz froh, dass nun Bewegung in das Projekt kommt.