Peter Henkel (Bildmitte) erklärt dem Gemeinderat das Modell. Foto: Hübner

Der sehr komplexe Bebauungsplan "Königshöhe" im Gebiet "Kinderweide" zur Ansiedlung eines Hotels samt Wohnbebauung war Thema im Gemeinderat. Um externe Ausgleichsmaßnahmen entspann sich eine Diskussion.

Königsfeld - Laut Bürgermeister Fritz Link brachte die frühzeitige Beteiligung eine Fülle an Änderungsvorschlägen. Laut André Leopold vom "Rottweiler Ingenieur- und Planungsbüro" mahnte ein Bürger eine Schwarzstorchsichtung an. Begehungen aus 2018 wurden 2022 geprüft, Änderungen gab es aber nicht. Ähnlich wie beim Flächennutzungsplan verweigerte das Regierungspräsidium "recht deutlich" die Zustimmung zu Flächenmehrverbrauch und Waldumwandlung. Deshalb wurde das Areal um eine Spitze im Norden und die Rehwiese reduziert.

Oberflächenwasser soll laut Peter Henkel vom Architekturbüro Henkel über Zisternen und Retentionsbecken in Form von Teichen aufgefangen werden und versickern. Diese sind auch für den Erstangriff der Feuerwehr nutzbar, erklärte er auf Nachfrage von Bernd Möller. Laut Link steht über Hauptleitungen genug Wasser zur Verfügung. Zusätzliche Bedarfe seien zu untersuchen. Laut Ortsbaumeister Gregor Schenk ist die Kombination von Retention und Löschwasserbehältnissen möglich.

Ein hochwertiges Gebiet

Dass es sich, wie vom Landesnaturschutzverband erklärt, um ein sehr hochwertiges Gebiet handle, wisse man, so Leopold. Es sei aber seit vielen Jahren zur Bebauung vorgesehen. Haltlos seien Einwände der Naturschutzverbände, die das Vorhaben komplett ablehnten.

Für das Hotel im Osten gibt es ein großzügiges Baufenster, da noch nicht klar ist, wie dieses aussehen wird. Ebenfalls geplant sind ein Kleinspielfeld, ein Kinderspielbereich und eine Schwimmhalle samt außenliegendem Naturbadesee. Gitter oder Zäune als Schutz gegen Golfbälle soll es nicht geben, nur eine Schutzmauer.

Richtung Westen sind im oberen, mittleren Bereich fünf Chalets geplant. Die Zufahrt wird nur über eine Tiefgarage möglich sein. Ein von Thomas Fiehn befürchteter großer "Klotz" kann wegen der Längenbegrenzung und der Beschränkung auf Einzel- und Doppelhäuser nicht entstehen, erklärte Henkel.

Von elf auf sieben Häuser reduziert

Von ursprünglich elf blieben sieben Wohnhäuser übrig. Die Baudichte ist relativ gering. Fiehn forderte, dass Einzelbauwerke "Luft zueinander haben". Laut Leopold sind pro Wohneinheit 1,5 Stellplätze in der Tiefgarage geplant. Fiehn fragte bezüglich Solarnutzung nach der angedachten Süd-Nord-Ausrichtung der Firste. Laut Henkel nutze man so die Sonne morgens und abends, wenn Strom gebraucht werde. Ein Speicher soll bei extremen Wetterlagen Strom verfügbar machen.

Hotel und Chalets mit 395 Betten

Insgesamt sollen in Hotel und Chalets 395 Betten zur Verfügung stehen, Randbereiche den Waldcharakter behalten und abgestuft werden. In Sachen Kreisverkehr verlangte das Regierungspräsidium eine Alternativenprüfung, so Markus Schaible von der "Planungsgruppe SSW" aus Ludwigsburg. Es zeigte sich, dass man nicht zwingend eine Linksabbiegerspur brauche, der Kreisverkehr für die "Königshöhe" dank sicherer Vorfahrtsregelung deutlich besser sei.

Wie Heinrich Scholübbers von "Kappis Ingenieure" aus Lahr berichtete, möchte man verschiedene Bereiche mit gebietsheimischem, insektenfreundlichem Saatgut bepflanzen. Um das Gebiet herum soll artenreicher Waldrand entstehen. Unter anderem müssen Quartierbäume für Fledermäuse ersetzt werden.

Diskussionen gab es zum ökologischen Ausgleich, der größtenteils in Bonndorf erfolgen soll. Der Verlust entstehe für hiesige Bürger, solle deshalb auch hier ausgeglichen werden, so Revierförster Peter Gapp zu Beginn. Die nötigen eine Million Ökopunkte könnten viel Gutes bewirken. Jens Hagen fragte nach Gründen für den externen Ausgleich. Laut Henkel müssen diesbezügliche Flächen 30 Jahre gepflegt werden. Diese Last könne man nicht übernehmen. Deshalb habe man eine Gruppe gesucht, die das professionell übernehme.

Ausgleich im Jungbauernwald

Link betonte, dass die Kommune den forstrechtlichen Ausgleich im Jungbauernwald durchführt. Eine schon früher diskutierte Vernässung des Gaienbühl sei völlig abwegig, da man dann zehn bis 15 Landwirten die Betriebsgrundlage entziehen müsste. Hans Mack berichtete von einem Umdenken mehrerer Landwirte, Beate Meier schlug eine Gegenrechnung vor, ob diese durch die Überlassung nicht mehr verdienten. Laut Link würde es aber Monate dauern, um alle Ökopunkte zu generieren. Der Planungsprozess würde dramatisch verlängert. Laut Henkel dauert es bis zu einer Genehmigung ein bis zwei Jahre. Das sei undenkbar.

Seit Jahrzehnten an der Kinderweide

Jan-Jürgen Kachler mahnte ein grundsätzliches Umdenken an. "Das Gebaren der Landwirte bringt uns nicht weiter." Kooperationsbereitschaft der Landwirte sei da, man rede aber über Riesenflächen, entgegnete Link. Man kaue seit Jahrzehnten an der Kinderweide herum, so Möller. Das sei die erste Planung, die es ihm ermögliche, ja zu sagen. Man dürfe das Hotel auf keinen Fall gefährden. Zusammen mit Meier und Hagen schlug er vor, das Gaienbühl für künftigen Ausgleich im Blick zu haben. Link erklärte, dass die Gemeinde keine Flächen habe um den Gebietsverlust der Landwirte auszugleichen.

Der Gemeinderat stimmte dem Bebauungsplanentwurf "Königshöhe" sowie der Beteiligung von Öffentlichkeit und Trägern öffentlicher Belange zu.