Die Hospizgruppe brachte in ihrem Jubiläumsjahr die Bürger zusammen. Foto: Jochem

Die Hospizgruppe Oberndorf feierte ihr 25. Jubiläum und brachte in diesem Jahr Menschen mit Trauerbegleitung, Kunst und Gesprächen über Leben, Sterben und Abschied zusammen.

Das Jubiläumsjahr der Hospizgruppe Oberndorf geht zu Ende – ein Jahr, das geprägt war von intensiven Begegnungen, nachdenklichen Momenten und einer spürbaren Offenheit in der Bevölkerung gegenüber einem Thema, das oft gemieden wird: dem Sterben und der Trauer.

 

„Wir wollten das Leben und den Tod wieder näher an die Menschen heranbringen“, sagt Gerhard Freudenberger von der ökumenischen Hospizgruppe Raum Oberndorf im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit 25 Jahren begleitet die Gruppe Sterbende, Schwerkranke und deren Angehörige. Auch Einzelgespräche, offene Treffen und der Kurs „Zeit für dich und deine Trauer“ gehören zu den festen Angeboten.

Alle Trauernden sind angesprochen

„Unsere Aufgabe ist es, da zu sein – für Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen, aber auch für die, die zurückbleiben“, erklärt Freudenberger. Obwohl die beiden Kirchen Träger der Initiative sind, richtet sich das Angebot ausdrücklich an alle Trauernden, unabhängig von Religion oder Weltanschauung. „Sterbende und Kranke dürfen nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden“, betont er.

Einen besonderen Akzent im Jubiläumsjahr setzte die Ausstellung „Diesseits Jenseits“, die im Mai in der Oberndorfer Innenstadt zu sehen war. In zehn Schaufenstern präsentierten 13 regionale Künstler ihre Arbeiten rund um die Themen Leben, Abschied und Vergänglichkeit.

Tabuthema sichtbar machen

„Die Resonanz war gut“, erinnert sich Freudenberger. „Die Stadt war belebt, Menschen aller Altersgruppen blieben stehen, schauten sich die Kunstwerke an.“ Das Ziel, dem oft tabuisierten Thema Tod und Trauer eine sichtbare, künstlerische Form zu geben, sei damit erreicht worden.

Neben der Kunstausstellung fanden im Jubiläumsjahr auch ein Gottesdienst und ein Vortrag von Karin Simon, die eine Mischung aus Liedvortrag, Autorenlesung und Kabarett bot, statt. Ein Satz von ihr sei ihm besonders im Gedächtnis geblieben, sagt Freudenberger: „Wer dem Tod die Türe öffnet, lässt das Leben herein.“

Zum Ende des Jubiläumsjahrs zieht die Hospizgruppe ein positives Fazit: Die Veranstaltungen haben nicht nur Aufmerksamkeit geschaffen, sondern auch Verbindungen gestärkt. „Wir haben viel Anerkennung erfahren und sind in der Gesellschaft stärker verankert“, sagt Freudenberger. „Es ist ein gegenseitiges Annähern – wir sind den Menschen näher gekommen, und sie uns.“

Neue Ideen gibt es bereits

Auch wenn der Blick nun wieder nach vorne gerichtet ist, bleibt das Anliegen das gleiche: „Selbst wenn wir nur einem Menschen helfen können, dann hat sich die Arbeit schon gelohnt.“

Vor wenigen Tagen hatte die Hospizgruppe schließlich noch zur Trauerandacht eingeladen, einer Veranstaltung, die zweimal jährlich stattfindet. Darüber hinaus, so Freudenberger, wolle man auch in Zukunft „am Ball bleiben“. Konkrete Pläne gebe es zwar noch nicht, doch Ideen und neue Ansätze zur Trauerbegleitung seien bereits in Arbeit.