Neue Ehrenamtliche des ambulanten Hospizdienstes in Nagold haben ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie begleiten Menschen in ihren schwersten Stunden.
Vor neun Monaten wurde in Nagold der ambulante Hospizdienst ins Leben gerufen. Neun Frauen und zwei Männer haben nun ihre Ausbildung abgeschlossen.
In einer Feierstunde wurde auf 90 Unterrichtsstunden plus 20 Stunden Praktikum in einer Einrichtung zurückgeschaut.
Gleichzeitig spricht der Veranstalter, der Diakonieverband Nördlicher Schwarzwald, weitere interessierte Menschen an. Er ermuntert Interessierte, ebenfalls ehrenamtlich als Hospizhelfer mitzumachen.
Eine Idee – und viele Fragen
Eine Idee – und viele Fragen
In einer Feierstunde mit Zertifikatsübergabe erinnerte die Koordinatorin Damaris Rakoczy, wie alles entstanden ist: „Am Anfang stand eine Idee – und mit ihr viele Fragen: Wie gestalten wir einen Qualifizierungskurs, der den Menschen und diesem sensiblen Thema gerecht wird? Welche Inhalte sind wichtig? Und vor allem: Werden sich Menschen finden, die bereit sind, diesen Weg mit uns zu gehen? Wir haben gesucht, organisiert, geplant – und wir haben engagierte Referentinnen und Referenten gefunden, die ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Haltung mit uns geteilt haben.“
Dazu gehörten Trauerrednerin Andrea Schricker, Trauerbegleiterin Eva-Maria Ehret Becker, Theologe Franz Röber, Cathrin Spandl mit Entspannungsmöglichkeiten und Selbstpflege, Palliativärztin Regine Gelbke, Palliativfachkraft Susanne Lemke, Martina Baumgartner vom ambulanten Sozialdienst, zählte Rakoczy die Beteiligten auf. Zudem wurde das Bestattungsunternehmen Holzhauser in Nagold sowie das stationäre Hospiz in Nagold besucht.
An die neuen Helfer gewandt sagt sie: „Und wir haben Euch gefunden – elf wunderbare Menschen, die sich auf diesen besonderen Weg eingelassen haben. Ihr habt euch Zeit genommen.“
Dazu zählt Zeit zum Zuhören, zum Lernen und Reflektieren. Die Helfer haben sich mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt – fachlich und emotional.
Menschen begleiten
Menschen begleiten
Und dabei haben sie sich laut der Koordinatorin auf Gedanken eingelassen, die nicht leicht sind: „Gedanken über die eigene Endlichkeit, über Abschied, über Sterben und Tod. Das erfordert Mut. Offenheit. Und die Bereitschaft, sich selbst zu begegnen.“
Genau das sei es, das die Hospizarbeit so wertvoll macht – Menschen in diesen besonderen Lebensphasen begleiten.
„Zeit, Würde und Nähe“
„Damit schenkt ihr etwas sehr Wertvolles: Zeit, Würde und Nähe“, fasste die Koordinatorin zusammen.
Andrea Perschke, Geschäftsführerin des Diakonieverbandes, erinnerte sich an einen Zeitungsartikel von 2024. Als sie las, dass sich der Verein des ambulanten Hospizdienstes in Nagold auflöst, sei ihr sofort klar gewesen, dass sie diese Aufgabe in das Portfolio aufnehmen.
„Denn hier haben Betroffene und Ehrenamtliche mit dem Diakonieverband einen gut vernetzten Partner und qualifizierte Beratungsorganisation hinter sich, an die sie sich jederzeit wenden können.“ Denn: In der Lebensberatung, Krebsberatung und den Trauergruppen hat der Diakonieverband bereits Anknüpfungspunkte zum Thema Tod und Sterben.
An die Absolventen gerichtet fügte Perschke an: „Ihr Dienst im ambulanten Hospizdienst für Erwachsene ist weit mehr als ein einfaches Ehrenamt – es ist eine ganz besondere Aufgabe.“
Die Ehrenamtlichen begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg, oft in Momenten, in denen Worte fehlen und Wichtiges noch gesagt werden möchte. Sie sind da, hören zu, halten aus und schenken Nähe und Trost.
„In Ihrem Handeln wird etwas sichtbar, das sich kaum greifen lässt und doch tief berührt: gelebte Nächstenliebe. Sie schenken Würde im Abschied, Hoffnung in der Dunkelheit und Frieden in schweren Stunden.“
Weitere Helfer gesucht
Weitere Helfer gesucht
An Interessenten, die ebenfalls als ehrenamtliche Hospizhelfer ausgebildet werden möchten oder bereits die Qualifikation besitzen: „Niemand wird sich alleine fühlen.“ Es gibt regelmäßig Supervisionen. Zudem treffen sich die Ehrenamtlichen einmal im Monat zur Gruppensitzung im Bürgerzentrum Nagold, um sich auszutauschen. Weitere Informationen gibt es bei Damaris Rakoczy, unter der Telefonnummer 07452/84 10 29 oder unter 0151/70 61 26 30 oder per Mail an d.rakoczy@diakonie-nsw.de.