Anil Yildiz, einst auch beim Vfl Nagold, hat im November die A-Lizenz abgeschlossen. Über Lehrgangskollege Toni Tapalović kam er zu einer Hospitation beim großen FC Barcelona.
Drei Tage das Geschehen beim FC Barcelona aus nächster Nähe miterleben – was für viele Fußballfans und Trainer wie ein Traum klingen dürfte, hat Anil Yildiz in der vergangenen Woche erlebt. So schwärmt der im Kreis Calw gut bekannte Coach gegenüber unserer Redaktion: „Das waren unfassbar interessante Einblicke.“
Dabei lief alles ganz spontan ab: Anfang der Woche habe er erfahren, dass die Hospitation möglich sei, am Mittwoch hob der Flieger gen Barcelona dann bereits ab. Am Donnerstag stand der in Herrenberg geborene und Nagold wohnende Yildiz dann erstmals Cheftrainer Hansi Flick gegenüber. Ermöglich wurde dies über den Kontakt zu Co-Trainer Toni Tapalović, mit dem Yildiz im November die A-Lizenz abschloss. „Wir hatten dort ein sehr gutes Verhältnis“, so der 39-Jährige.
Mit Yamal und Lewandowski
Yildiz war bei den Trainingseinheiten der Weltstars wie Robert Lewandowski und Lamine Yamal dabei, und war als Zuschauer auch beim 3:0-Erfolg der Katalanen am Samstag im Camp Nou. All zu viel dürfe er nicht verraten, Yildiz schwärmt aber: „Hansi wird ja medial oft als Vaterfigur dargestellt, das ist auch so. Er ist ein sehr warmer Mensch, unfassbar nahbar und weiß genau, wie er mit den einzelnen Charakteren umgehen muss.“
In seinem Trainer-Team sind mit Marcus Sorg, Heiko Westermann und dem Ex-Bayern-Star Thiago weitere bekannte Namen. „Es ist schon krass, wie groß das Team ist. Es gibt auch zehn Analysten. Der Fußball wird dort auch nicht neu erfinden, aber Hansi zieht seine Spielidee sehr konsequent durch.“ Viele Übungen auf dem Platz übernahmen seine Co-Trainer, Flick ist als Cheftrainer stark für das Thema „Führung“ verantwortlich.
Zu Gast in „La Masia“
Am Freitag besuchte Yildiz auch „La Masia“, die legendäre Nachwuchsakademie des FCB und berichtet: „Der Verein hat eine klare Identität und diese wird von der U10 an implementiert, das spürt man ganz deutlich.“ So trat er die Heimreise mit vielen tollen Einblicken an und erklärt: „Ich war sehr glücklich, diese Chance zu bekommen. Vergangenes Jahr hatte zum Beispiel mal Jerome Boateng hospitiert. Das ist alles andere als selbstverständlich.“
Offen für eine neue Aufgabe
Und wie geht es für Yildiz selbst weiter? Bis zum Juni 2024 trainierte er die Frauen des Karlsruher SC, seither ist er ohne Aufgabe. Mit der A-Lizenz im Gepäck würde er das ab Sommer gerne ändern: „Ich würde schon gerne semiprofessionell irgendwo arbeiten. Insgesamt will ich aber nichts ausschließen. Ich bin auch geografisch nicht festgelegt und könnte mir auch vorstellen wegzuziehen. Es gab Gespräche, das hätte vielleicht zur Rückrunde schon klappen können, aber die Details haben nicht zu 100 Prozent gematched.“
Und wenn es soweit ist, kann Yildiz sicher auch seine Erfahrungen beim FC Barcelona ein klein wenig miteinfließen lassen.