Zärtlich wirkt der Umgang des Storchenpaares miteinander. Foto: Webcam evangelische Gemeinde Hochdorf/Wiebke Jansen

Der Storchenhorst in Hochdorf ist wieder von einem Storchenpaar bewohnt. Nun hofft der Ort, dass bald wieder Eier und Küken im Nest zu finden sind.

Liebevolles Zärteln mit dem langen roten Schnabel, während sich seine Partnerin im Horst zusammengekuschelt – oder ist es der Partner, der von seiner Frau gekost wird und mit ihr schnäbelt? Im frisch bezogenen Storchenhorst in Hochdorf hat sich kürzlich ein zweites Tier dazugesellt.

 

Im März war in dem verlassenen Horst ein Storch gesichtet worden. Wie sich später zeigte: Es ist keiner der Störche, die im vergangenen Jahr dort Eier ausbrüteten und ihre Jungen leider verloren. Damals herrschte die Hoffnung, dass sie 2026 zurückkehren. Störche gelten als horsttreu.

Neuer Storch in Hochdorf kommt aus Kreis Rottweil

Denn der Neuankömmling ist beringt. 2023 ist er im Kreis Rottweil aus dem Ei geschlüpft. Vergangenes Jahr brütete er dann in Dunningen-Seedorf. Daher ist auch bereits bekannt: Es ist ein Männchen.

Glück mit der Familienplanung hatte der Storch dort allerdings nicht. Sein Gelege wurde durch andere Störche zerstört, der neue Hochdorfer Bewohner vertrieben. Nun hat er den Horst im Nagolder Stadtteil bezogen. „Wir hatten gehofft, dass die Störche wiederkommen“, freut sich Bianca Katz, Ortsvorsteherin von Hochdorf.

Die Hoffnung, dass eine Partnerin dazukommt, hat sich derweil bereits erfüllt. Kurz vor Ostern ist ein zweiter Storch im Nest eingezogen. Allerdings ist der ohne Ring. Alter und Herkunft sind damit unbekannt. „Aber das wichtigste ist dass nun ein Partner da ist“, resümiert Stefan Eisenbarth, Fachbeauftragter beim Nabu für Weißstörche.

Vögel sind festes Gesprächsthema

Für die Hochdorfer sind die Störche das Objekt des Interesses. Im Small Talk spielen sie mittlerweile eine feste Rolle. Katz berichtet: „Die Hochdorfer fiebern richtig mit!“ Und natürlich hofft der Ort auf neue, flauschige Küken. „Jetzt sind die ja erst einmal in der Kennenlernphase“, meint Katz.

Erstmal kennenlernen und den Partner gut ansehen – dann klappt’s vielleicht auch mit der Familie. Foto: Webcam evangelische Gemeinde Hochdorf/Wiebke Jansen

Was auf der Kamera zu beobachten ist, sieht zumindest von außen aber schon mal ganz gut aus. Schnäbeln, sanftes Picken am Partner, friedliches Nebeneinanderstehen.

Aber nichtsdestotrotz: „Letztes Jahr war man unbeschwerter“, berichtet die Ortsvorsteherin. Damals hatten sich die Störche recht überraschend niedergelassen – als die ersten im Kreis Calw überhaupt. „Immer, wenn ich jetzt in diese Kamera schaue und sie nicht da sind, denke ich, jetzt haben sie es sich anders überlegt“, berichtet Katz von ihren eigenen Gefühlen.

Wie schon im vergangenen Jahr können die Störche und das Geschehen im Nest über die Webcam der Kirchgemeinde beobachtet werden.